Neues Heim für „Pfadis“

  • vonMonika Melzer-Hadji
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Die Taunus-Pfadfinder haben Grund zum Freuen: Der Wanderclub 1919 schenkt ihnen das Waldheim und 3700 Quadratmeter Grundstück neben dem Hessenpark.

Des einen Leid, des anderen Freud? Nein, beider Freud – denn von der Schenkung ihres Waldheims und dem dazugehörigen Grundstück haben beide Seiten etwas, eine klassische „Win-Win-Situation“, wie es so schön heißt.

Der bisherige Eigentümer, der Wanderclub 1919 Bad Homburg, hat das idyllische Häuschen, das in den 1930er Jahren aus Backsteinen abgerissener Homburger Fabriken mühsam in Eigenregie errichtet worden war, jetzt den Taunus-Pfadfindern vermacht.

Die jungen Menschen aus Bad Homburg, Oberursel und Friedrichsdorf, die ihrem Stammsitz bei der Waldensergemeinde in Dornholzhausen haben, kennen das Waldheim und die Umgebung bestens, denn bereits seit Jahren kümmern sie sich um die Pflege des Gebäudes und des 3700 Quadratmeter großen Grundstücks.

„Es ist zwar ein bisschen traurig, aber unserer Mitglieder werden immer älter und Nachwuchs ist nicht in Sicht. Die Pfadfinder helfen uns schon lange, so dass die Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen hat, ihnen unser Vereinsheim mit Grundstück zu übergeben“, erklärt Wiltraud Hermann, erste Vorsitzende des Clubs, der 1919 von sieben jungen Männern im Alter zwischen 16 und 18 Jahren gegründet worden war.

Ziel war es seinerzeit, „dem Mief der Stadt zu entfliehen“, heißt es in der Vereinschronik. Frauen durften damals zwar mitwandern, eine Mitgliedschaft wurde ihnen jedoch erst von 1933 an gewährt – etwa zu der Zeit, als auch das Waldheim geplant wurde, an dem sie tatkräftig mitgearbeitet haben. Mehrmals wurde es erweitert, renoviert, modernisiert, und mit dem Hessenpark kamen auch Strom und Wasseranschluss in die Idylle.

Derzeit wird mit der Eigentumsüberschreibung der juristische Vorgang vollzogen, im Sommer – zur Sonnwendfeier – soll mit einem großen gemeinsamen Fest die Schlüsselübergabe erfolgen. Zugleich feiern die Pfadfinder auch den 35. Geburtstag ihres Stammes „Franz von Assisi“ und fünf Jahre Taunus-Pfadfinder. Bis dahin soll auch eine neue Gruppe für Jungen ab acht Jahren gegründet sein, die sich für Lagerfeuer, Geselligkeit, Stockbrot, Reisen, Freiheit und Abenteuer interessieren.

Markus Repp, erster Vorsitzender der Taunus-Pfadfinder und zweiter Vorsitzender des Wanderclubs, freut sich über das eigene Bundesheim im Taunus: „Das Grundstück ist wie geschaffen für uns: Die große Wiese ist bestens für Zeltlager geeignet und das ganze Anwesen bietet alle Möglichkeiten, das Pfadfinderdasein zu leben.“ Die Pfadfinder sind sich einig: „Das Waldheim wird in Ehren gehalten, und wir werden stets an die Erbauer und den Wanderclub 1919 erinnern.“

Die 42 Mitglieder des Wanderclubs sind indes froh, das Waldheim in guten Händen zu wissen, zumal die Verwendung auch dem entspricht, was sich die Gründer einst vorgestellt hatten: ein Haus für die Jugend.

Weitere Informationen zu den Pfadfindern unter , die Homepage des Wanderclubs 1919 Bad Homburg findet man unter der Adresse .

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