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Nicht schießen, sondern graben

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Immerhin, das Herzstück eines jeden Glasfasernetzes, der Point of Presence, steht in Wernborn am Abzweig zur B275 schon bereit. © Red

Usingen-Wernborn. Etwas enttäuscht waren die meisten der zur Ortsbeiratssitzung am Montag ins Wernborner Bürgerhaus gekommenen Bürger ja schon. Dort sollte es Informationen aus erster Hand zum Stand des Glasfaserausbaus geben - gab es auch, aber es waren nicht die, die man sich erhofft hatte.

Erstens dauert es nach Aussage des Bauleiters noch etliche Monate, bis das schnelle Internet nicht nur in den Bürgersteigen vergraben ist, sondern auch in den Häusern derer liegt, die einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen haben. Den meisten war bei Vertragsabschluss gesagt worden, dass sie sich ums Vorgartengrün und den gepflasterten Hof keine Sorgen machen müssten, die Kabel würden nämlich mit der »Erd-rakete« unter der Grasnarbe vom Zaun bis zum Haus hindurchgeschossen.

Nun hieß es, dass das mit der Rakete nichts wird, die Bodenbeschaffenheit, aber auch die Entfernungen ließen das gar nicht zu, weshalb 40 Zentimeter tiefe Gräben gezogen werden müssten. Hinterher, das versprach der Bauleiter, werde es aber wieder so aussehen wie vorher. Wer bereits Leerrohre verlegt habe, ist fein raus. Er muss nur an beiden Enden ein Loch machen, damit das Kabel durchgeschoben werden kann. Die Bautrupps verlegen auch nur dünne Leerrohre, in die später das eigentliche Glasfaserkabel erst eingeblasen wird.

Lagerplatz wird dringend gesucht

Der Ingenieur versprach den Wernbornern auch, jederzeit ansprechbar zu sein. Sie würden rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten entlang der Straßen und Bürgersteige informiert, wenn sie ihre Grundstücke vielleicht für einen Tag nicht anfahren könnten. Mittelsmann ist Wolfgang Steih. Er hat sich bereit erklärt, den »Kümmerer« zu machen, wie es Ortsvorsteher Heiko Selzer (CDU) ausdrückte, er sammelt Probleme und bespricht diese mit dem Unternehmen. Steih ist unter Tel. 01 74/2 21 44 61 erreichbar.

Doch auch die Deutsche Glasfaser selbst hat ein Problem: Die ab nächster Woche für die zwei, drei Monate laufenden Arbeiten eingesetzten Kolonnen brauchen noch ein Material-Lager. Ein Teil des Festplatzes wäre ihnen recht, der steht aber nicht zur Verfügung, auch ein Randgelände am Sportplatz scheidet aus. Ein Grundstück am Ortseingang aus Richtung Eschbach hat sich ebenfalls zerschlagen: Wer ein Gelände, 1000 Quadratmeter, hat und es zur Verfügung stellen möchte, soll sich ebenfalls bei Wolfgang Steih melden.

Zweites Thema der Ortsbeiratssitzung waren die Usinger Müllsammeltage vom 17. bis 29. Oktober. Nicht nur in den besiedelten Bereichen soll anderer Leute Müll eingesammelt werden, auch im Wald. Nadine Fork, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, warb schon einmal für die Teilnahme unter den Wernbornern.

Kritik am Abbau von Mülleimern

Die Stadt stelle alles Nötige zur Verfügung, ein Auto, auf dem die gesammelten Werke verstaut werden können, Müllsäcke, Greifzangen. Bedauert wurde allseits, dass so etwas überhaupt nötig ist und dass die Sensibilisierung der Menschen, die in und um Usingen Entspannung suchen und dabei vor lauter Freude alles fallen lassen, nicht funktioniert.

So gesehen sei es, wie geschimpft wurde, keine gute Idee gewesen, entlang der Spazier- und Wanderwege die Mülleimer abzubauen, in der Hoffnung, dass die Leute ihre Abfälle dann schon wieder mitnähmen.

Ein wenig ins Leere ging die Forderung, Umweltbewusstsein schon in die Kindergärten und Schulen zu tragen. Das werde längst getan, da müsse man schon bei den Erwachsenen ansetzen, sagte Erster Stadtrat Dieter Fritz (CDU).

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