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Noch nicht wieder in alter Stärke

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Schmuckstücke für den Garten sind die Eyecatcher zwischen zwischen Pflanzengrün und Blumenbunt. © Red

Usinger Land . Die lichthungrige Rebutia muscula blüht, wenn man Glück hat, im Frühjahr und öffnet ihre Blüten nur bei Sonne. Gerald Drösel aus Weinbach präsentierte weitere der stacheligen Gewächse, und einige hielten sich ebenfalls an die Regel. Aber prinzipiell galt: Jeder Kaktus, der auch nur eine Blüte hatte, er konnte sie an den beiden Markttagen im Hessenpark genüsslich öffnen, denn die Sonne meinte es an beiden Tagen gut mit allen lichthungrigen Pflanzen und sonnenhungrigen Menschen.

Reicher an Besuchern war wie gewohnt der Sonntag. Für den Samstag hatten viele den Vormittag für ihren Einkauf eingeplant, doch im Ganzen wurden die Stunden zwischen 9 und 18 Uhr voll ausgeschöpft und die Marktbeschicker konnten am Abend durch die Bank mit ihrem Geschäft zufrieden sein.

Züchter brauchen Planungssicherheit

Die Marktbesucher auch, denn mit dem Pflanzenmarkt im Hessenpark lassen sich bekanntlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Neben dem Angebot an Pflanzen und Gartenkunst hat das Freilichtmuseum schließlich noch mehr zu bieten: Sonderausstellungen und Ausstellungshäuser standen offen, und das war in den vergangenen zwei Jahren bekanntermaßen keine Selbstverständlichkeit. Auch der Pflanzenmarkt musste eine Zwangspause einlegen, und so war Thomas Södler vom Gartenbauverband Baden-Württemberg/Hessen als Organisator des Marktes froh, endlich gemeinsam mit dem Hessenpark den Frühlings-Pflanzenmarkt wieder anzubieten.

Obwohl dieser, was die Beteiligung von Ausstellern betrifft, noch nicht wieder zu seiner alten Stärke zurückgefunden hat. »Wir haben aber alles da, was wir auch sonst da haben«, sagte Södler, auch wenn die Zahl der Anbieter von 120 auf unter 100 zurückgegangen ist. Die Ursache ist wieder einmal das Virus, das so viele Bereiche des Lebens und der Wirtschaft lahmgelegt oder zumindest beeinträchtigt hat. Es hätten einige aufgeben müssen oder befänden sich im Abwarte-Modus, denn die Pflanzenzüchter bräuchten unbedingt Planungssicherheit. Und die sei immer noch nicht wieder voll hergestellt, erklärte er mit dem Blick auf die Herbstpflanzenmärkte.

Eine große Wiese bleibt diesmal leer

So blieb denn diesmal auch eine große Wiese leer, auf der sonst vor allem Gartenmöbel und Accessoires angeboten werden. Das übliche Angebot an alten und historischen Rosen, Gemüsepflanzen in großer Vielfalt, verschiedene Gehölzarten, Stauden, mehr als 500 Kräutersorten sowie Beet- und Balkonpflanzen aus regionalen Gärtnereien zeigte dagegen so gut wie keine Lücken.

Und wie immer gab es auch diesmal Schwerpunkte. Zu diesen gehörten resistente Gewächse in Bio-Qualität, insektenfreundliche Pflanzen und Sortimente, die man als »natürliches Super-Food« selbst anbauen und frisch ernten kann.

Pflanzendoktor hält Sprechstunde ab

Ein weiterer Schwerpunkt und ganz auf der Linie des Museumsgedankens ist die breite Auswahl an alten, vom Aussterben bedrohten Bauerngartenpflanzen, aber auch Neuzüchtungen, so bei Rosen und Stauden. Edel-Speisepilzen, Heilpflanzen und die bereits angesprochenen Kakteen.

Pflanzenmärkte regen auch stets an, über den Tellerrand hinauszuschauen, und wer sich traut, sein gewohntes Gartenprogramm zu erweitern oder etwas Neues zu versuchen, der konnte sich auf die entsprechende Beratung durch Fachleute verlassen. Das galt auch für den »Pflanzendoktor«, der Sprechstunde hielt und ganz ohne Terminvergabe Ratschläge erteilte oder mitgebrachte Pflanzenpatienten untersuchte.

Zwischen Grün, Käse und Trödel

So gab es tatsächlich zahlreiche gute Gründe, den Pflanzenmarkt im Freilichtmuseum zu besuchen. Doch auch ohne gezielten Einkaufswunsch, hatte das Stöbern zwischen Fachwerkhäusern, Ziegenstall und Hühnerhof seinen ganz besonderen Reiz.

Und neben Gartengrün gab es auch Gartentrödel, Käse, Bienenhonig und andere Bauernmarktspezialitäten, ganz abgesehen vom kulinarischen Angebot, das sich auf dem Marktplatz konzentrierte.

Pflanzenmärkte des gleichen Organisators gibt es noch weitere in der Region unter www.pflanzenmaerkte.info oder Instagram sind die Termine und Orte zu finden. Auch der Herbst-Pflanzenmarkt im Hessenpark ist schon aufgeführt: 3. und 4. September.

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Von wegen Gartenzwerg. Gartenriesen gibt es auch und der begoss auf Wunsch Kinder, damit die ordentlich wachsen. © Red

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