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An den Ochsenwiesen wird in lauen Nächten gerne gefeiert - leider gibt es immer wieder unschöne Hinterlassenschaften.

Stadt will gegensteuern

Ärger über Vandalismus in Ober-Erlenbach

Wenn sich Jugendliche abends treffen, wird es schon mal laut. Dass bei den Treffen Müll hinterlassen wird, ist ärgerlicher - dass mutwillig Dinge beschädigt werden hingegen nicht hinzunehmen. Der Ortsbeirat hat nun einen Bericht eingefordert, wie sich die Situation für die Stadt darstellt - und wie sie sie verbessern will.

Ober-Erlenbach - Alle, die jetzt nicht mehr jung sind, waren es einmal - bei manchen liegt das nur länger zurück als bei anderen. Diesen profanen Umstand, der in Diskussionen um "die Jugend" manchmal vergessen geht, hatten die Teilnehmer an der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend im Blick. Denn es ging auch um "die Jugend", beziehungsweise um das, was einige Vertreter dieser Gattung spätabends und nachts so im Stadtteil treiben.

Dass man sich abends draußen trifft und feiert ist kein neues Phänomen. Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD), in deren Zuständigkeitsbereich die Öffentliche Ordnung in der Kurstadt fällt und die deswegen in die Ortsbeiratssitzung eingeladen worden war, brachte das auf den Punkt: "Wir haben alle mal einen durchgezogen . . ."

Wenn sich die friedliche (und manchmal laute Feierei) allerdings mit Zerstörungswut paart, sind Lösungen gefragt. Seitens der Stadt konnte Lewalter-Schoor auf wenige Erkenntnisse verweisen. So hätten Jugendliche auf der Ochsenwiesen "die Nacht zum Tag gemacht", an einer Bank sei zudem vermutlich Cannabis konsumiert worden - zumindest deuteten dort gefundene Briefchen, die zum Drehen von Joints benötigt werden, darauf hin.

Diverse Beschädigungen

Doch damit war es nicht getan, wie Politiker und Gäste betonten. Eine beschädigte E-Ladestation an der Erlenbach-Halle, eine zerstörte Dog-Station, dazu diverse herausgerissene Mülleimer habe es in jüngster Vergangenheit zu beklagen gegeben. Auch Fälle von Schmierereien wurden bereits in der vorherigen Sitzung erörtert. Ortsvorsteherin Christl Elbert (CDU) bemerkt, dass viele Bürger Angst vor Repressalien hätten, wenn sie verdächtige Vorkommnisse an die Polizei meldeten.

Lewalter-Schoor ermutigte die Bürger, das dennoch zu tun - und bat darum, dass solche Meldungen auch an sie geschickt werden. "Wir brauchen die Vorfälle mit Details und Uhrzeit."

Zudem stellte sie in Aussicht, dass sich etwas ändern soll. Für Ober-Erlenbach sei konkret geplant, die Ochsenwiesen mit stärkeren Leuchtmitteln in den Laternen besser auszuleuchten.

Andere Maßnahmen betreffen die komplette Stadt. So werde die Aufsuchende Jugendarbeit verstärkt. "Wir haben seit vergangenem Jahr Streetworker auf der Straße. Das Team wird vom Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Hochtaunuskreis (JJ) mit einer halben Stelle verstärkt, so dass wir zwei Teams je 20 Stunden wöchentlich losschicken können."

Alternativen schaffen

Bisher sei in den Nachtstunden nur die Polizei für Einsätze und Streifendienst verfügbar. "Ich kann die Jugendarbeit und das Ordnungsamt derzeit nur bis 22 Uhr einsetzen - wir sprechen mit dem Personalrat, um das zu ändern", erklärte die Stadträtin dazu. Bislang habe der Personalrat eine Ausdehnung der Einsatzzeiten nicht gewollt. Bis dahin wolle sie sich dafür einsetzen, dass die Polizei öfter im Stadtteil Streife fährt.

Und es gibt noch einen Ansatz, wie Lewalter -Schoor mitteilte. "Wir wollen Treffpunkte für Homburger Jugendliche schaffen, an denen sie sich treffen und unter sich sein können, ohne dass sich Nachbarn gestört fühlen." Eine Arbeitsgruppe will bis Sommer entsprechende Standorte finden.

Wichtig war dem Gremium auch, festzuhalten, dass unter den Jugendlichen, die sich danebenbenehmen vor allem welche sind, die nicht in Ober-Erlenbach wohnen. Zudem seien die großen Beschädigungen "nach Fußballspielen oder Karnevalsveranstaltungen" zu verzeichnen gewesen.

Ebenfalls auf der Tagesordnung des Ortsbeirats stand die Radweg-Verbindung nach Nieder-Erlenbach. Alternativ zum bestehenden, derzeit laut Nutzern nicht mehr verkehrssicheren und mit einem stolzen Anstieg ausgestatteten Schotterweg südlich des Baches soll der Fußweg nördlich des Baches als Radweg ausgewiesen und instandgesetzt werden. Dies sah ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen vor, der mit der Änderung, dass er nicht asphaltiert werden soll, einstimmig angenommen wurde.

Der Weg führt hinter der Kläranlage am Gestüt Pethit vorbei zum Riedhof in Nieder-Erlenbach und ist vergleichsweise eben - aber derzeit ebenfalls in einem schlechten Zustand. Der Abschnitt ist rund 930 Meter lang, rund 500 Meter liegen auf Bad Homburger Gemarkung. Stimmen Hessen Mobil und Stadt Frankfurt zu, will sich der Ortsbeirat dafür einsetzen, dass sich Bad Homburg an den Kosten der Instandsetzung bis zur Gemarkungsgrenze beteiligt .

hko

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