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Die Albin-Göhring-Halle wird abgerissen. Zumindest während der Abbruchzeit soll auf dem angrenzenden Sportplatz der Sportbetrieb weitergehen können.

"Sportzentrum Süd" ab 2023

Abriss der Albin-Göhring-Halle Thema bei Bürgerversammlung in Ober-Eschbach

Ziemlich genau vor einem Jahr gab die Stadt bekannt, dass sie plant, die Albin-Göhring-Halle abzureißen und an gleicher Stelle eine doppelte Drei-Feld-Halle zu errichten. Ein Befreiungsschlag für viele Sportler - aber nicht für alle, wie sich am Montagabend bei der vom Ortsbeirat Ober-Eschbach organisierten Bürgerversammlung zeigte.

Ober-Eschbach - Seit einem Jahr ist bekannt, dass die Stadt die marode Albin-Göhring-Halle im Massenheimer Weg abreißen lassen und an gleicher Stelle neu und vor allem größer errichten will. Aber noch immer ist das nicht bei allen Eschbacher Bürgern bekannt. Deswegen hat sich Ortsvorsteherin Monika Wallrapp (CDU) dazu entschlossen, auch dieses Thema auf die Tagesordnung der Bürgerversammlung am Montagabend zu setzen. Wallrapp lag richtig, denn in der Tat war es für viele der über 100 Besucher neu, was Enzo Spadano, der Leiter Gebäudemanagement der Stadt, ihnen berichtete.

Der Plan sieht vor, dass am Standort der jetzigen Halle ein Komplex mit zwei übereinanderliegenden Drei-Feld-Hallen entsteht. Der Neubau soll ein bisschen in Richtung Sportplatz verschoben werden, der bisherige Bolzplatz entfallen. Die Planungsleistungen mit einem Volumen von zwei Millionen Euro sind bereits europaweit ausgeschrieben, sagte Spadano, der damit rechnet, dass die Vergabe schon im August erfolgen könnte. Wenn das alles so klappt, könnte mit den Abrissarbeiten nach den Sommerferien 2020 begonnen werden. So lange ist die alte Halle also noch in Betrieb - "wenn nicht vorher die Heizungs- oder die Lüftungsanlage den Geist aufgeben".

Baustart 2021

Spadano: "Wir rechnen mit einer Abbruchzeit von sieben bis neun Monaten, und das ist auch realistisch. Beim Abriss der alten Post am Basler Platz vor zwei Jahren dauerte es in etwa auch so lange - und dieses Gebäude war in Bauart und Größe der Albin-Göhring-Halle nicht unähnlich." Mit dem eigentlichen Bau könnte dann laut Spadano im April 2021 begonnen werden, und wenn alles glatt läuft, stünde die Halle dann Ende 2022, Anfang 2023.

Während der Abrissarbeiten - da müssen Hallensportler unter anderem auf die Wingert-Sporthalle ausweichen - soll der Sport zumindest auf dem Sportplatz nicht beeinträchtigt sein (Spadano: "Wir werden provisorische Umkleiden erstellen"), während der Bauphase wird das aber definitiv für das Parken der Fall sein.

Allerdings lohnt sich das Warten, denn am Ende werden rund um die neue Halle, die als "Sportzentrum Süd" firmieren soll, 250 statt bislang 100 Parkplätze zur Verfügung stehen. Ein Hinweis, der, auch wenn dafür die Rollschuhbahn geopfert werden muss, bei den Ober-Eschbachern gut ankam, denn schon jetzt sind die Plätze vor der Halle praktisch rund um die Uhr belegt, unabhängig davon, ob in der Halle gesportelt wird.

Die Stadt hätte auch gerne noch mehr Parkplätze auf der alten Rollschuhbahn gebaut, da allerdings machte die Untere Naturschutzbehörde nicht mit. Das Gebiet ist nämlich Überflutungsgebiet. Ein zweigeschossiges Parkdeck ist also nicht möglich.

Kein Platz für Tennis

Auch ein anderes Ansinnen musste die Stadt, in diesem Fall war es Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), der auch zur Versammlung gekommen war, negativ bescheiden. Der Vorsitzende des Tennisvereins Ober-Eschbach, Gernot Mayer-Schwinning, fragte nämlich, ob in den 20 Millionen Euro Baukosten denn nicht auch noch ein bisschen Geld für eine Tennishalle wäre.

Wie mehrfach berichtet, herrscht, seitdem das Unternehmen David Lloyd das ehemalige Health City im Niederstedter Weg übernommen hat, immenser Tennishallen-Mangel in der Stadt, weil David Lloyd zum einen seine Kapazitäten von kommender Wintersaison an nur noch seinen Mitgliedern zur Verfügung stellen will, zum anderen, weil das Unternehmen ohnehin so umbaut - unter anderem gibt's ein Schwimmbad - dass es demnächst auch dort weniger Tennishallen gibt. In der vergangenen Wintersaison sind viele Vereine - neben dem TC Ober-Eschbach auch der TC Bad Homburg und der TC Kirdorf - bereits in umliegende Orte ausgewichen, aber das ist natürlich keine dauerhafte Lösung, sagte Mayer-Schwinning. "In der Stadt fehlen Hallenplätze für 500 Jugendliche", betonte er mit Blick auf die Jugendarbeit der Tennisvereine.

"Das Problem ist bekannt", sagte der OB, aber die 20 Millionen fürs Sportzentrum Süd, die seien für eine Halle für den Breitensport angelegt, auch da gebe es immense Defizite. Allerdings prüfe die Stadt derzeit zwei Standorte im Stadtgebiet, an denen der Bau einer Traglufthalle fürs Tennisspielen möglich sein könnte.

Laut Machbarkeitsstudie ist die in die Jahre gekommene alte Halle mit angrenzendem Sportplatz in hohem Maße sanierungsbedürftig und nach heutigem Standard nicht mehr zeitgemäß.

Entsprechend der Grundstückssituation werden die beiden Drei-Feld-Sporthallen übereinanderliegend geplant. Der Baukörper wirkt durch die gestaffelte Bauweise und Versenkung im Gelände weniger massiv und fügt sich "harmonisch in die Umgebung und das Stadtbild" ein. Zusammen mit einem Gymnastikraum, den ebenerdig zum Sportplatz abschließenden und zugänglichen Funktionsbereichen sowie einem separat stehenden Vereinshaus bildet die neue Doppelhalle das "Sportzentrum Süd".

red

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