Hat wieder den Besitzer gewechselt: das "Eschbach Karree" in der Kalbacher Straße. Foto: Jochen Reichwein

Stillschweigen über Kaufpreis

Eigentümer-Gesellschaft verkauft "Eschbach Karree" an Investor

Das Kölner Family-Office Dereco hat die Bad Homburger Immobilie "Eschbach Karree" in der Kalbacher Straße an einen institutionellen Investor verkauft. Dereco selbst hatte das Objekt 2015 von einer Projektgesellschaft übernommen.

Ober-Eschbach - Das Kölner Family-Office Dereco hat seine Wohnanlage "Eschbach Karree" in der Kalbacher Straße an einen institutionellen Investor veräußert. Wer's nicht weiß: Ein institutioneller Anleger ist jemand, dessen Kapitalanlagen so hoch sind, dass dafür ein kaufmännischer Geschäftsbetrieb erforderlich ist. Wer genau besagter Investor ist, geht aus der Mitteilung von Dereco auf seiner Homepage nicht hervor. Auch nicht, wie hoch der Kaufpreis ist, denn über den wurde Stillschweigen vereinbart.

32 Wohneinheiten

Fest steht, dass Dereco die Anlage mit 32 barrierefreien Wohnungen - 24 Wohnungen und acht Penthäuser - und einem rund 3000 Quadratmeter großen Rewe-Markt in Ober-Eschbach aufgrund eines internen "Strategiewechsels" verkauft hat, wie Dereco-Geschäftsführer Tasso Degen in der Mitteilung auf der Homepage erklärt. Man wolle innerhalb des eigenen Portfolios von "Core zu Value-add" gelangen, sagte er.

Wer's nicht weiß: Der Begriff "Core" bezeichnet eine Investment-Risikoklasse in der Immobilienwirtschaft. Core-Immobilien bergen für Anleger im Vergleich der Risikoklassen die geringsten Ausfallwahrscheinlichkeiten und erfreuen sich daher bei risikoscheuen Investoren großer Beliebtheit. Mit dem Begriff "Value Added" wird eine Risikoklasse im Immobilien-Investment bezeichnet, deren Renditeerwartungen bei vergleichsweise großem Ausfallrisiko ein hohes Niveau erreichen. Mit der Transaktion erziele das Family-Office Kapitalrückflüsse, "die deutlich über den ursprünglichen Planungswerten liegen".

Dereco hatte das "Eschbach Karree" im Jahr 2015 von einer Projektgesellschaft von Schoofs Immobilien in Neu-Isenburg gekauft und 2018 schlüsselfertig übernommen. Der Wohnungsbezug und auch die Eröffnung des Rewe-Marktes hatten sich, wie diese Zeitung berichtete, aufgrund von Bauproblemen verzögert.

Eine Rückfrage beim Bauträger Schoofs Immobilien, wie gesagt, dem Vorbesitzer der Anlage, hatte seinerzeit ergeben, dass gewisse Auflagen aus der Baugenehmigung für den Rewe-Markt nicht erfüllt worden waren, wodurch sich diese Verzögerungen ergeben hatten. Schoofs hatte dann schnell nachgebessert.

Danach war der Rewe-Markt in Betrieb genommen worden, und zwar im Juli 2017. Der Bezug der Wohnungen hatte sich dann nochmals verzögert, weil eine sogenannte Fertigstellungsanzeige abzugeben war. Diese setzt voraus, dass alle Abnahmen, Brandschutzauflagen und Schallschutzauflagen eingereicht werden. Das war dann allerdings erst im Dezember abgeschlossen worden.

Pflaster am Rewe-Markt

Mit der Vermietung der Wohnungen wurde denn auch erst Ende Januar 2018 begonnen. Degen, der betont hatte, dass so Verzögerungen bei Projekten dieser Größenordnung immer wieder vorkämen, hatte seinerzeit auf Anfrage dieser Zeitung erklärt: "Man kann einem Interessenten ja schlecht sagen, dass er vermutlich irgendwann zwischen Juli und November wohl einziehen kann."

Tatsache ist, dass das Areal am Ende drei Mal von der Bauaufsicht "abgenommen" werden musste, weil es sich um drei verschiedene Bereiche handelte: den Marktbereich, die Wohnungen und die Gesamtabnahme fürs Areal mit Parkplätzen und Einfahrt.

Dereco hatte die Wohnungen in den drei zum Areal gehörenden Häusern von Schoofs komplett unvermietet übernommen und sich um deren Vermarktung gekümmert. Inzwischen ist das Objekt nach Angaben von Dereco voll vermietet.

Zuletzt war das Areal übrigens Thema beim Ober-Eschbacher Ortsbeirat, weil die Einfahrt zum Rewe-Markt mal wieder kaputt war. Zwei Mal schon war die Einfahrt repariert worden. Noch in diesem Jahr soll sie erneut saniert werden. Dieses Mal allerdings richtig.

Bislang war Pflaster an der Stelle verwendet worden. Bei der anstehenden Sanierung wird dort asphaltiert.

von Sabine Münstermann

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