Aufwertung für die Ortsmitte

Oberhöchstadter Metzgerei will für neue Fachkräfte 20 Wohnungen bauen

  • vonBoris Schöppner
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Mit dem Bau zweier Häuser in der Sodener Straße will Harald Klein Wohnungen für neue Fachkräfte schaffen, die er in seiner Metzgerei beschäftigen möchte.

Was tun, wenn Sie Fachkräfte brauchen und dauerhaft an sich binden wollen? Harald Klein von der Metzgerei Klein, die in Oberhöchstadt, Oberursel und im Main-Taunus-Zentrum vertreten ist, findet auf diese Frage eine außergewöhnliche Antwort. Er will am Stammhaus in Oberhöchstadt Wohnungen bauen: zwei Wohnhäuser im Ortskern, genauer gesagt in der Sodener Straße 2–4. Die Pläne dazu stellten Harald Klein und der Architekt Tobias Seeger am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) vor. Schließlich muss für das Projekt der Bebauungsplan geändert werden. Denn der alte Plan beschreibt nur den Bestand – eine Entwicklung ist nicht vorgesehen.

Mit dem Vorhaben soll zum einen der Betrieb erweitert werden. Das sei unter anderem erforderlich, weil sich die Hygienebestimmungen der EU ändern und künftig bei der Verarbeitung eine Trennung nach Tierarten vorgeschrieben sei. Das gelte auch für die Kühlung. Zum Zweiten wolle man die Mitarbeiter halten beziehungsweise neue gewinnen, indem man ihnen günstigen Wohnraum anbieten möchte, so Klein.

Auf dem Grundstück, das an das Haus grenzt, in dem das Geschäft untergebracht ist, sollen zwei Wohnhäuser mit 20 Wohnungen – vom Klein-Appartement bis zur Vier-Zimmer-Wohnung – entstehen. Die Mitarbeiter der Firma sollten einen Rabatt bekommen, führte Klein aus, die restlichen Wohnungen sollten zu ortsüblichen Preisen vermietet werden.

Für die Neubauten müssen zwei Häuser weichen. Der Wegfall von Parkplätzen soll kompensiert werden, indem ebenerdig eine Parkfläche entsteht, auf der 20 Fahrzeuge abgestellt werden können. Klein rechnet damit, dass nur etwa die Hälfte von Mietern genutzt werden. Die drei- bis viergeschossigen Wohnhäuser werden dann über den Parkplätzen errichtet. „Die Baumasse wird an die Straße verlegt“, erläuterte der Architekt. So soll die städtische Struktur betont werden.

Dr. Ute Knippenberger, Leiterin des Stadtplanungsamts, sieht in dem Vorhaben einen Beitrag, die Versorgung in Oberhöchstadt zu sichern und den Ortskern zu stärken.

Die Stadtverordneten im Ausschuss begrüßten das Vorhaben und votierten einstimmig für die Änderung des B-Plans. Diese Änderung schließt ein, dass auf dem stillgelegten Spielplatz im Pfarrer-Müller-Weg ebenfalls gebaut werden kann. Der Spielplatz werde nicht mehr genutzt, zumal sich zwei Spielplätze in der Nähe befänden: der von St. Vitus und der neu angelegte im Baugebiet Henker.

Einigkeit herrschte im Ausschuss auch darüber, dass sich die Stadt beim Land Hessen für das Förderprogramm Stadtumbau bewerben sollte. Auch dabei geht es um die Entwicklung des Ortskerns Oberhöchstadt. Auch wenn das Antragstellen jetzt etwas Mehrarbeit für die Verwaltung bedeutet, könnte eine Förderung eine erhebliche Arbeitsentlastung bringen, hatte zuvor Knippenberger erläutert.

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