+
Mit solch überfüllten Abfalleimern soll Schluss sein.

Sauberkeitskampagne

BSO fährt Touren mit mehr Leuten - Stadt startet große Sauberkeitskampagne

Überfüllte Abfalleimer, Plastikflaschen und Verpackung im Gebüsch und im See, mit Kaugummi verklebte Wege und Altreifen im Wald - dagegen will die Stadt mit einer groß angelegten Aktion nun vorgehen.

Oberursel - "Im Frühjahr offenbaren sich die Dinge", so Bürgermeister Hans Georg-Brum (SPD) und hat dabei weniger zartes Grün im Blick, als vielmehr unappetitliche "Dreckecken", die dann zum Vorschein kommen. Bei der Vorstellung der neuen Sauberkeitskampagne der Stadt spricht er im Rathaus von unerfreulichen Hinterlassenschaften am Straßenrad, im Rinnstein, in Büschen und Grünanlagen.

Nicht nur in den sozialen Medien wie beispielsweise beim Forum Oberursel wird das Thema Sauberkeit immer wieder diskutiert. Eingestellte Bilder zeigen regelmäßig Plastikfalschen im Maasgrundweiher oder überfüllte Abfallbehälter. Das werde immer mehr zum Problem, so Brum. Das Stadtbild leide darunter sehr.

Damit soll, wenn es nach dem Willen der Stadtverwaltung geht, nun Schluss sein. Zumindest aber soll sich die Situation in Zukunft grundlegend verbessern - eben mit besagter Sauberkeitskampagne, für die man sich verschiedene Maßnahmen vorgenommen hat.

Höhere Personalstärke

Eine davon spielt beim kommunalen Eigenbetrieb Bau & Service Oberursel (BSO), wo bereits einiges in die Wege geleitet wurde. Mit messbarem Erfolg, wie dessen Leiter Michael Maag erklärt. Denn nachdem die Stadtverordnetenversammlung im November 2018 neue Stellen für den BSO genehmigt hatte, habe sich durch dieses notwendige Mehr an Personal - jetzt stehen bei der Stadtreinigung neben den anderthalb Vollzeitstellen für die Kehrmaschinen sechs Vollzeitkräfte und zwei Zeitarbeitskräfte zur Verfügung - und eine neue Tourenführung bei der Stadtreinigung einiges verbessert. "Das ist ein erheblicher Fortschritt", der sich auch daran zeige, dass spürbar weniger Beschwerden eingingen, urteilt Maag.

So konnte ein neuer Plan zur Leerung der 357 Papierkörbe erstellt werden, wodurch die sechs Touren so aufgebaut seien, dass es eine tägliche Leerung an den zentralen Stellen in allen Stadtteilen gebe. Zudem hätten die Mitarbeiter nun auch genug Zeit, um den Bereich um die Abfallkörbe herum von Unrat zu befreien. "Für unsere Teams kalkulieren wir pro Tour mit sechs Stunden Reinigungsarbeiten. Hinzu kommen An- und Abfahrt sowie die Entladezeiten", rechnet Maag vor. Deshalb will er auch darauf hinwirken, dauerhaft zwei Zeitarbeitskräfte zu beschäftigen, um flexibel auf Personalengpässe in Urlaubszeiten oder bei Krankheitsfällen reagieren zu können. Dafür braucht es allerdings die Zustimmung des Personalrats.

Wilde Müllkippen

Zu den beim BSO ergriffenen Maßnahmen gehört auch die Optimierung der beiden nun regelmäßig fahrenden Kehrmaschinen. Außerdem sollen an besonders stark frequentierten Stellen mehr Abfallbehälter aufgestellt werden. Zudem ist die turnusgemäße Reinigung sämtlicher Containerstellplätze geplant.

Einigen Problemen kann aber auch durch die beschriebenen Neuerungen kaum beigekommen werden, und das sind Vandalismusschäden, Vermüllung nach "wilden Feiern" im Freien und das illegale Entsorgen von Müll in Feld und Wald. Das Aufräumen durch die BSO-Mitarbeiter binde Arbeitskraft an machen Tagen über mehrere Stunden, so Maag. Außerdem wird der illegale Müll für die Allgemeinheit teuer, sagt er: "In diesen Fällen entstehen im Normalfall 500 Euro an Kosten pro Einsatz und inklusive der Entsorgung."

Auch deshalb sind bei der nun angelaufenen Sauberkeitskampagne ausdrücklich die Bürger gefragt. Wie sich die Stadtverwaltung und der BSO deren Rolle vorstellen, wird in einer der kommenden TZ-Ausgaben dargelegt.

VON GABRIELE CALVO HENNING

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare