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Kurioser Angriff aus der Luft: Vogel wirft mit Steinen nach Joggerin

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Kulturfolger: Krähen wurden nicht vom Menschen ausgewildert, vermehren sich in Siedlungsnähe aber besonders gut, weil der Mensch ihnen ideale Lebensbedingungen schafft – auf Kosten anderer Tierarten. 
Eine Krähe hat eine Nuss im Schnabel. © dpa

Eine Joggerin aus Oberursel verdächtigt einen Spaziergänger, sie mit Steinen beworfen zu haben. Der Angriff kam allerdings aus der Luft.

Oberursel - Tiere benutzen Werkzeuge. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts beobachteten Forscher, wie Schimpansen mit Stöckchen Honig aus Bienennestern stocherten. 1963 berichtete die berühmte Verhaltensforscherin Jane Goodall in einer Studie, dass Schimpansen im Gombe Stream National Park in Tansania dünne Stöckchen benutzten, um damit Termiten aus Erdlöchern zu fischen. Der Gebrauch von Werkzeugen beschränkt sich aber nicht allein auf Primaten. Bären, Schweine, Delfine, Elefanten - bei all diesen Arten wurde nachgewiesen, dass sie in der Lage sind, Werkzeuge zu benutzen.

Auch Vögel zählen zu jenen Spezies. Geradschnabelkrähen aus Neukaledonien beispielsweise können Drähte verbiegen und damit Futter angeln. Und es gibt Beobachtungen von Spechtfinken der Galapagosinseln, die einen Kaktusstachel oder ein gerades Hölzchen benutzen und sogar selbst zurechtbiegen, um damit Insekten aus Löchern im Holz zu stochern. Dass Vögel Werkzeuge als Waffe gegen Menschen benutzen, dürfte in der Welt der Wissenschaft dagegen eher eine neue Erkenntnis sein. So geschehen aber am Dienstag (6. Juni) in Oberursel.

Vogel lässt in Oberursel Steine auf eine Joggerin fallen

Wie die Polizei berichtet, befand sich dort gegen 7.45 Uhr befand eine Frau auf ihrer allmorgendlichen Joggingrunde im Wald entlang des Forsthausweges. Ohne Vorwarnung wurde sie plötzlich am Kopf getroffen worden. Als dies sich ein zweites Mal wiederholte, habe die Joggerin zunächst einen Spaziergänger hinter dem Angriff vermutet, der sich zum Zeitpunkt der Kopftreffer in der Nähe befand. Daraufhin verständigte sie die Polizei.

Die hinzugezogene Streife konnte zeitnah ermitteln, dass die Joggerin tatsächlich mit Vorsatz angegriffen worden war. Jedoch erfolgte der Angriff nicht aus dem Gebüsch, sondern aus der Luft. Ein Vogel hatte die Joggerin ins Visier genommen und augenscheinlich sein Revier verteidigen wollen. Hierzu ließ er kleine Steine oder ähnliches auf die Frau hinabfallen. Die Polizei brauste nach der erfolgreichen Aufklärung des Falles wieder von dannen. Eine Rettungswagenbesatzung versorgte noch die angegriffene Joggerin, die durch die Abwürfe leichte Verletzungen davongetragen hatte. Um was für einen Vogel es sich handelte, teilte die Polizei nicht mit. (nhe)

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