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Im Hallenbad werden Räume für eine Sauna vorgehalten, die in absehbarer Zeit kaum kommen dürfte. Lassen sich die Flächen für eine Kindertagesstätte umbauen? Das wird geprüft. 

Kinderbetreuung geprüft 

Kosten für Kinderbetreuung sollen sinken - Kommt die Kita in der Sauna? 

Die Kommission mit dem sperrigen Namen "Vergleichende Prüfung Kinderbetreuung" hat ihre Arbeit abgeschlossen. Nach zwölf Sitzungen ist das Ergebnis überschaubar.

Oberursel - Die Überraschung war groß gewesen vor knapp drei Jahren: Im November 2016 war bekannt geworden, was eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag des hessischen Landesrechnungshofs herausgefunden haben wollte: Oberursel könnte pro Jahr rund 4,5 Millionen Euro bei der Kinderbetreuung sparen - was damals etwa 40 Prozent der Gesamtkosten entsprach.

Oberursel: Bei den Kita-Kosten könnte laut Studie noch gespart werden

Von diesem hohen Einsparpotenzial waren Politik und Verwaltung schon zu diesem Zeitpunkt nicht überzeugt. Gleichwohl wurde eine Kommission "Vergleichende Prüfung Kinderbetreuung" gebildet, die zwölf Mal getagt und auch noch eine externe Beratung hinzugezogen hat. Nun liegt der Abschlussbericht dieser Kommission vor.

Ergebnis: Rund 300 000 Euro kann Oberursel jährlich bei der Kinderbetreuung sparen. Zur Orientierung: Die Gesamtkosten sind mittlerweile deutlich höher als vor drei Jahren. Nach Abzug der Elternbeiträge bleiben im Haushaltsentwurf für 2020, der derzeit in den kommunalpolitischen Gremien diskutiert wird, noch knapp 20 Millionen Euro an der Stadt hängen.

Erster Stadtrat und Sozialdezernent Christof Fink (Grüne) hatte schon 2016 kritisiert, dass die Prüfung des Rechnungshofs rein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt sei. Die Qualität der Betreuung hatte keine Rolle gespielt.

Diese ist den Akteuren in Oberursel aber wichtig: "Der hohe Stellenwert einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung wird übergreifend anerkannt. Hierzu besteht politischer Konsens", heißt es im Abschlussbericht. Gleichwohl müsse auch auf die Kosten geachtet werden.

So hatte die Stadt bereits nach der Kritik vom Rechnungshof kurzfristig reagiert und Gruppengrößen erhöht sowie einen "zeitnahen" Übergang von Krippenkindern in die Kindergartengruppen schon vor dem Stichtag eingeführt.

Oberursel: Vier Maßnahmen, um Geld in Kita zu sparen 

Und wie geht es weiter? Nun sollen noch vier Maßnahmen überprüft werden, mit denen sich Geld sparen ließe. Erster Punkt ist die Zentralisierung des Einkaufs für die städtischen Kitas. Das hieße zum Beispiel Rahmenverträge für den Einkauf von Lebensmitteln, aber auch von anderen Artikeln für den Kita-Bedarf abschließen. In puncto Essen heißt das laut Fink, dass Speisepläne und benötigte Mengen erfasst werden, ein Rezeptpool gebildet wird. Weitere Vorschläge sind die Optimierung des Anmeldesystems "Little Bird" für die Kita-Platzvergabe und die Einführung eines zentralen Beschwerdemanagements.

Ebenso heißt es, die "allgemeinen Verwaltungstätigkeiten" in den Kitas sollten optimiert werden. Dazu gehört ein Vergleich der Kostenstruktur mit der anderer Träger.

Haben sich der Einsatz und die Arbeit einer Kommission gelohnt, obwohl das Ergebnis überschaubar ist und kein Millionen-Einsparpotenzial herausgearbeitet wurde? Hätte man sich die Arbeit sparen können? Dazu gibt sich Fink auf Anfrage dieser Zeitung zurückhaltend. Vielleicht habe ja so etwas gefehlt, um sich mal intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Taunushalle in Oberstedten wird zur Kita umgebaut 

Eine Gaststätte, nämlich die in der Taunushalle in Oberstedten, wird schon für die Nutzung als Kindertagesstätte umgebaut. Gut möglich, dass auch Mädchen und Jungenim Taunabad betreut werden - und zwar in den Räumen, die beim Neubau des Ende 2014 eröffneten Hallenbads für eine Sauna freigehalten wurden. Schließlich steigt die Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Auf Antrag der SPD haben die Oberurseler Stadtverordneten die Möglichkeit einer Kita in der Sauna in den Blick genommen. Sie wollen von der Verwaltung Auskunft darüber, ob die Räume im Obergeschoss des Bads grundsätzlich dafür geeignet sind. Zu klären sind bau- und brandschutztechnische Aspekte, aber auch die Frage der Kosten.

Es habe immer noch Hoffnung gegeben, dass die Sauna eines Tages ausgebaut werden könnte, erinnerte SPD-Fraktionschef Dr. Eggert Winter im Stadtparlament. Hintergrund: Die Räume für die Sauna waren zwar im Rohbau hergestellt, aber aus Spargründen nicht fertiggestellt worden. Das sollte geschehen, wenn sich die finanzielle Lage gebessert hat. Danach sieht es derzeit jedoch nicht aus. "Die Wirtschaftlichkeit ist wohl nicht gegeben", sagte Winter denn auch.

Kommt eine Kita im Taunabad in Oberursel? 

Vor allem die OBG zeigte sich erfreut über den Vorstoß der Sozialdemokraten, denn sie hatte vor einigen Jahren den gleichen Vorschlag gemacht, hatte jedoch keine Mehrheit gefunden. Der Antrag der SPD wurde mit klarer Mehrheit angenommen, einzig die AfD stimmte dagegen, weil sie die von der Stadt vorgelegten Bedarfszahlen für die Kinderbetreuung nicht nachvollziehen könne.

Die Prüfung der Möglichkeiten ist laut Erstem Stadtrat Christof Fink (Grüne) schon in Auftrag gegeben. she

Gerüchte kursieren in Oberursel schon länger. Nun ist es zu: Das Kaufhaus Rompel macht im Mai 2020 zu. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

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