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40-jähriger Mann sticht Ehefrau und dreifache Mutter nieder

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Von: Heinz Habermehl

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In diesem Haus in der Bischof-Brand-Straße in Weißkirchen hat sich das tödliche Ehedrama zugetragen.
In diesem Haus in der Bischof-Brand-Straße in Weißkirchen hat sich das tödliche Ehedrama zugetragen. © MS

Eifersucht soll das Motiv für das grausame Ende einer 31-jährigen Frau aus Oberursel gewesen sein. Nach bisherigem Erkenntnisstand soll sich ihr Mann über Beiträge seiner Frau in den sozialen Medien geärgert haben.

Rund um die Bischof-Brand-Straße im Oberurseler Stadtteil Weißkirchen herrscht am nächsten Morgen lähmendes Entsetzen. „Was, sie ist tot?“, fragt die Bewohnerin eines Nachbarhauses bestürzt. Immer wieder stellt sie laut weinend diese Frage. Sie hatte bis zum Dienstagmorgen noch nicht mitbekommen, dass das spätere Opfer am Montagabend von seinem Ehemann (40) umgebracht worden ist. Dabei hat die Nachbarin vermutlich als eine der letzten – außer den Familienmitgliedern – das 31 Jahre alte Opfer lebend gesehen.

Die getötete Mutter dreier Kinder hatte die Nachbarin am Montagabend gegen 20 Uhr noch in deren Wohnung besucht. Sie blieb etwa 15 Minuten. „Die Frau war schon immer arm dran“, sagt die noch unter Schock stehende Nachbarin am Dienstag. Sie spricht dabei auch über das Verhältnis der getöteten Frau zu ihrem Mann, dem mutmaßlichen Täter. Der sei oft gewaltsam gegen die Ehefrau gewesen. Deshalb sei auch öfters die Polizei hinzugezogen worden, erzählte sie.

Von dem jetzigen Opfer hatte die Nachbarin auch erfahren, dass der Ehemann vor wenigen Tagen ausgezogen war. Näheres war ihr nicht bekannt, nur so viel, dass der Mann in einem anderen Stadtteil als Hausmeister arbeiten soll.

Unterredung in der Küche

Die Polizei bestätigt, dass der 40 Jahre alte Familienvater die gemeinsame Zweieinhalb-Zimmerwohnung vor wenigen Tagen, genau am 25. Oktober, auf „freiwilliger Basis“ verlassen habe. Am Montagabend kehrte der Mann zurück, dabei soll der Streit zwischen den Eheleuten, der sich seit einigen Tagen verschärft hatte, eskaliert sein. Als möglichen Hintergrund nennt die Polizei das Auftreten des 31-jährigen Opfers in den sozialen Netzwerken. Diese hätten den Mann, einen Serben, so eifersüchtig gemacht, dass er in die gemeinsame Wohnung der Familie zurückgekehrt sei, um seine Frau zur Rede zu stellen.

Diese Unterredung muss in der Küche der Wohnung so dermaßen eskaliert sein, dass der 40-Jährige zum Messer griff und seine Frau niederstach. Anschließend stellte er sich auf einer Polizeistation. Alkohol oder Drogen sollen nicht im Spiel gewesen sein. Der Mann wurde gestern dem Haftrichter in Frankfurt vorgeführt.

Die Ermittlungen am Tatort dauerten die ganze Nacht, erst am Dienstagmorgen um kurz vor 9 Uhr verließ der Wagen der Spurensicherung nach getaner Arbeit die Bischof-Brand-Straße 8. Die Tat in den Neun-Familienhaus muss grausam gewesen sein. Die 31-jährige Mutter von drei Mädchen im Alter von 7, 8 und 12 Jahren muss mit mehreren Stichen niedergestreckt worden sein. Dass am Tatort viel Blut geflossen ist, lässt sich aus der Beobachtung eines Anwohners schließen. Der hatte gesehen, wie vier mit Schutzanzügen bekleidete Mitarbeiter der Spurensicherung ihre blutverschmierten Schuhe in ihr Fahrzeug einluden.

Eine Familie aus dem dritten Stock berichtete, dass es gegen 23.05 Uhr in vielen Wohnungen mehrfach geklingelt habe. Vermutlich hatten sich zu dieser Zeit Polizei oder sonstige Helfer am Tatort eingefunden. Der mutmaßliche Täter hatte zu dieser Zeit bereits das Haus verlassen. Eine Nachbarin soll noch versucht haben, das Opfer zu reanimieren – vergeblich, wie sich leider herausstellen sollte.

„So lieb zu den Kindern“

Zwei ältere Mitbewohner erzählen, dass die fünfköpfige Familie seit 2009 in dem Mehrfamilienhaus gelebt habe. „Das war eine so nette Frau, und sie war immer so lieb zu ihren Kindern“, sagte die Hausbewohnerin.

Am Vormittag des gestrigen Tages deutet von außen nichts auf das nächtliche Drama hin. Nur die Wohnungstür wurde von der Polizei versiegelt. Das ist die einzige Auffälligkeit, die für die Hausbewohner noch erkennbar ist.

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