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9000 junge Bäume stärken den Oberurseler Wald von morgen

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Von: Matthias Pieren

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Revierleiter Luis Kriszeleit (links mit Kappe) erläuterte etwa 30 interessierten Bürgern beim alljährlichen Waldspaziergang der SPD-Fraktion Wissenswertes über die aktuelle Lage im Stadtforst.
Revierleiter Luis Kriszeleit (links mit Kappe) erläuterte etwa 30 interessierten Bürgern beim alljährlichen Waldspaziergang der SPD-Fraktion Wissenswertes über die aktuelle Lage im Stadtforst. © Matthias Pieren

Hitze, Trockenheit und dem Borkenkäfer haben dem Wald in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt. Die Einladung der SPD-Fraktion zur alljährlichen Forst-Exkursion findet gute Resonanz.

Oberursel - Nicht, dass die Menschen aus der Brunnenstadt "ihren" Wald nicht schon zuvor geschätzt hätten. Doch angesichts des dichten Taunuswaldes, der sich bis zu den Jahren 2018 bis 2020 wie selbstverständlich vom Feldberg bis hinunter zur Hohemark zog, galt im Bewusstsein der Bürger womöglich ein altes Sprichwort: Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht.

Dann allerdings kamen die drei katastrophalen Trockenjahre mit ihren Dürresommern und rafften aus mittlerweile längst bekannten Gründen den Großteil der Fichtenbestände dahin - auch im Wald auf Oberurseler Gemarkung.

Nun, da der Verlust unübersehbar ist, wird vielen Menschen auch in der Brunnenstadt erst so richtig bewusst, dass der Wald zwar Natur gegeben, aber seine Erhaltung alles andere als selbstverständlich ist. Viele wollen daher heute wissen, wie es weitergeht und was man tun kann, um die grüne Lunge zu stärken.

Die Oberurseler SPD machte hierzu am Freitag ein Angebot. Und das nicht zum ersten Mal. "Seit 2019 laden wir die Bürgerschaft jedes Jahr zu einem Waldspaziergang ein, um uns unter fachkundiger Führung von Revierleiter Luis Kriszeleit die dramatischen Folgen zeigen und erläutern zu lassen", sagt SPD-Fraktionsmitglied Wolfgang Burchard. "Unser Stadtwald hat in den vergangenen Jahren unter Hitze, Trockenheit und dem Borkenkäfer extrem gelitten."

Wer unter den 30 Teilnehmern auch in den vergangenen drei Jahren bei den Waldspaziergängen dabei war, konnte neben dem mittlerweile völlig veränderten Erscheinungsbild des Taunuswaldes vor allem auch sehen, wie im Laufe der vergangenen Jahre die immensen forstwirtschaftlichen Bemühungen vom Stadtförster und seinem Team 'Früchte tragen'.

Nun gut, Früchte tragen die neu aufgeforsteten Wildobstbäume wie Elsbeere oder Wildkirsche natürlich in dieser kurzen Zeit noch nicht. Auch spenden die unweit des Taunus-Informationszentrums und des Café Waldtraut neu angepflanzten Laubbäume wie Erle, Esche und Ulme im Walddistrikt 30 noch keinen Schatten. Sie machen aber Hoffnung, dass man Mutter Natur unter die Arme greifen kann.

Unterstützung für Mutter Natur

"Natürlich sind die neuen Bäume hier künstlich nachgepflanzt", erläuterte Kriszeleit. "Aber die Nachpflanzung ist absolut naturnah und dem natürlichen Lebensraum nah am Wasser erfolgt. Zuvor standen hier dichte Fichtenbestände, die so nah am Urselbach völlig standortfremd waren."

Für die Spaziergänger waren die Veränderungen im beliebten Naherholungsgebiet nicht nur überall ersichtlich, sondern geradezu spür- und greifbar.

Südlich des Forstweges hinauf zum Pumpwerk sprießt das Grün der Birken und des nach wie vor dichten Laubbaumbestandes. Nördlich hingegen klafft auf 2,1 Hektar eine der viel zu vielen Kahlschlagflächen, die nun wieder aufgeforstet werden.

"Wir haben alleine hier 5500 Bäume gepflanzt", erläuterte der Forstexperte. "Wir haben versucht, die Bäume so dicht wie möglich zu setzen, so dass sie im Laufe der Jahre miteinander um Wasser und Licht kämpfen. Wir ziehen dann diejenigen Bäume weiter auf, die sich in diesem Konkurrenzkampf durchgesetzt haben."

In insgesamt 14 öffentlichen Pflanzaktionen hat das Team um den Stadtförster alleine in diesem Frühjahr 9000 junge Bäume gesetzt.

Gerade auch die sehr aktiven Mitglieder des Vereins Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) oder auch Belegschaften von Firmen und Schulklassen packten dabei mit an.

"Unser besonderer Dank gilt dabei Luis Kriszeleit und seinem Team, die im März kein freies Wochenende hatten", lobte Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) das Engagement. Mit Engelsgeduld und enormer Freundlichkeit hätten der Forstingenieur von der Bau & Service Oberursel (BSO) und seine Kollegen jeder Gruppe die Zusammenhänge im Wald erklärt.

"Die Pflanzaktionen mit den Bürgern waren vor allem deshalb auch so enorm wichtig, weil sich nun die Menschen noch mehr mit ihrem Wald identifizieren", sagte der in Oberursel lebende SDW-Geschäftsführer Christoph von Eisenhart Rothe vom Landesverband Hessen. "Das waren hier Pflanzaktionen mit U-Bahnanschluss."

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