Der Wagen des Anstoßes: Seit April steht er auf dem Spielplatz an der Neuhausstraße, darf aber nicht genutzt werden.
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Der Wagen des Anstoßes: Seit April steht er auf dem Spielplatz an der Neuhausstraße, darf aber nicht genutzt werden.

Kinderbetreuung

Ärger um Wagen für Waldkindergarten

OBERURSEL VzF beklagt sich über Bauaufsicht - Stadt: Vorschriften müssen eingehalten werden

Oberursel -Seit April dieses Jahres steht der große Wagen aus Holz auf dem Gelände des Spielplatzes an der Neuhausstraße in Oberursels Norden. Wenn es nach den Verantwortlichen des Vereins zur Förderung der Integration Behinderter (VzF) ginge, würden hier bereits regelmäßig 22 Mädchen und Jungen eines Waldkindergartens Station machen.

Bislang klappt das aber nur in der Theorie. Denn noch darf der Bauwagen mit Terrasse nicht für den Kita-Betrieb genutzt werden. Die städtische Bauaufsicht habe das mit immer neuen Einwänden und Anforderungen verhindert, ärgert sich der Vorsitzende des VzF, Nasser Djafari. Die Stadt weist die Vorwürfe zurück. Es gehe schlicht darum, dass bestehende Vorschriften eingehalten werden, sagt Rathaussprecherin Nina Kuhn.

Gedacht ist der umgebaute Bauwagen als Domizil für einen Waldkindergarten, der das Angebot der Kindertagesstätte Eichwäldchen erweitern soll. Die Idee: Die Kinder laufen morgens gemeinsam von der Kita aus Richtung Norden in den Wald, verbringen dort den Tag und kehren abends wieder zur Kita Eichwäldchen zurück. Der Wagen solle in erster Linie als Unterkunft bei schlechtem Wetter oder zum Aufwärmen dienen, erklärt Djafari. Ein zweiter, kleinerer Bauwagen steht als Lager für Spielzeug und andere Kita-Geräte bereit.

Losgegangen sei der Ärger mit der Forderung, der VzF solle ein Wärmeschutzprotokoll sowie ein Energiesparkonzept nach der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (Enev) für den Bauwagen vorlegen. Moniert habe die Bauaufsicht, dass in dem Wagen zwei kleine Elektroheizkörper eingebaut gewesen sein. Diese solle man demontieren und durch zwei mobile Heizkörper ersetzen, habe es geheißen. Dabei habe die Heizung lediglich die Funktion, dass Kinder und Erzieher sich an kalten Tagen in dem Wagen aufwärmen könnten, so Djafari.

Daraufhin habe man Kontakt mit dem Hersteller des Wagens, die Firma Finkota, aufgenommen. Die Mitarbeiter dort seien völlig überrascht gewesen. Seit 30 Jahren produzierten sie solche Wagen. "Doch das hatte bis dahin noch nie jemand verlangt", schildert der VzF-Vorsitzende.

Hinzu kam noch ein weiteres Problem: Damit die Kinder vor dem Betreten des Kita-Wagens im Trockenen ihre Schuhe und Jacken ausziehen können, hat der VzF eine fünf mal zwei Meter großen Terrasse anbauen lassen. Auch das sei von den Behörden moniert worden, so Djafari - als Eingriff in die Natur. Dabei befinde sich der Bauwagen auf einem Spielplatz und nicht etwa mitten im Wald. Zudem sei die Terrasse kein festes Bauwerk, sondern stehe auf Stelzen. "Das ist Bürokratie pur", beklagt sich der VzF-Vorsitzende. Das Verhalten der Stadtverwaltung findet er umso unverständlicher, da Oberursel ja ansonsten händeringend nach zusätzlichen Kita-Kapazitäten suche.

Daran habe sich auch nichts geändert, beteuert Nina Kuhn. Deswegen habe man sich auch in intensiven Gesprächen mit dem VzF bemüht, eine Lösung zu finden. Das sei nun auch fast erreicht. Der VzF müsse nur noch einen einzigen "sicherheitsrelevanten Nachweis" erbringen, dann werde die Stadt ihre Nutzungsunterlassung zurücknehmen - und der Betrieb des Waldkindergartens könne starten. Torsten Weigelt

18 Einrichtungen, 400 Mitarbeiter

Der gemeinnützige Verein zur Förderung der Integration Behinderter - kurz VzF Taunus - wurde 1969 aus einer Elterninitiative gegründet. Er verfolgt als zentrales Ziel die Integration und Inklusion von behinderten und benachteiligten Menschen.Mittlerweile ist der VzF einer der größten Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen im Hochtaunuskreis und darüber hinaus. Der Verein beschäftigt 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in insgesamt 18 integrativen Einrichtungen um mehr als 1 600 Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene mit und ohne Behinderung kümmern.

Der VzF betreibt zurzeit 14 Kindertagesstätten, zwei Jugendhäuser, ein Kinderförderzentrum Therapeutisches Reiten, eine Einrichtung des Betreuten Wohnens und die Gesellschaft für Integration und Arbeit. In Oberursel betreibt der VzF die Kitas Eichwäldchen, Weißkirchen und Oberstedten sowie den Hort Oberursel Mitte. red

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