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Noch in Zivil, aber schon bald im Festgewand: Anna-Lena Stenz wird Oberursels neue Brunnenkönigin, ihr Vater Herbert Stenz steht ihr als Brunnenmeister zur Seite.

28-jährige Weißkirchenerin

Anna-Lena wird Oberursels Brunnenkönigin

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In eineinhalb Wochen wird aus Anna-Lena Stenz Oberursels Brunnenkönigin Anna-Lena I. Der Tradition entsprechend kommt sie aus einem Jubiläumsverein. Die neue Regentin weiß darüber hinaus noch einen Jubiläumsstadtteil hinter sich.

Seit ihrem zweiten Lebensjahr ist sie im Oberurseler Stadtteil Weißkirchen zu Hause, dort ist sie im Verein engagiert, und in Oberursel arbeitet sie auch. Kurzum: Anna-Lena Stenz lebt nicht nur in der Brunnenstadt, sie kennt sie auch ziemlich gut, in all ihren Facetten. Das gefällt auch dem Vereinsring, der die 28-Jährige jetzt als neue Brunnenkönigin ausgewählt hat. Am 14. April wird sie inthronisiert und wird dann die Brunnenstadt ein Jahr lang repräsentieren.

„Ich denke schon seit ein paar Jahren daran, Teil dieser Tradition zu werden“, sagt Anna-Lena Stenz. Frühere Brunnenköniginnen wie Carmen Luxenburger und Charmaine Weisenbach haben ihr von ihren Erfahrungen erzählt und Lust auf das Amt gemacht.

Nun passt es, schaut der Vereinsring bei der Auswahl der Regentinnen doch darauf, dass sie aus Jubiläumsvereinen kommen. Das ist bei der designierten Königin der Fall. Die begeisterte Tänzerin ist seit mehr als 20 Jahren im Club Geselligkeit Humor Weißkirchen (CluGeHu) aktiv; tanzt dort, hat schon Vorträge gehalten und war einst Kinderprinzessin. Der CluGeHu wird heuer 66 Jahre alt – sechs mal elf, heißt das bei den Fassenachtern.

Und nicht nur das: In Weißkirchen, wo die Hoheit bis heute lebt, steht die 1200-Jahr-Feier an. Als Oberstedten im vergangenen Jahr 1200-Jähriges feierte, wurde die aus Stedten stammende Ann-Kathrin Kofler zur Brunnenkönigin gekürt. Von ihr wird Anna-Lena Stenz die Insignien der Macht übernehmen.

Wenn sie eines Tages Brunnenkönigin würde, dann sollte ihr Vater Herbert Stenz Brunnenmeister sein – das war für die studierte

Lehrerin für Deutsch

und katholische Religion, die an der Hochtaunusschule unterrichtet, klar. „Wer kann da schon Nein sagen?“, meint Papa Stenz. Auch der 64-Jährige ist in Sachen Fastnacht im CluGeHu aktiv, bringt sich unter anderem im Vorstand ein. Der ehemalige Post- und Telekom-Mitarbeiter ist im Ruhestand, hat also genügend Zeit, mit der Tochter als „Botschafter-Team“ für Oberursel aufzutreten.

Die „Mischung aus Tradition und Moderne“, die sich im Zuge des Hessentags gezeigt habe, gefalle ihr gut an ihrer Heimatstadt, sagt die künftige Brunnenkönigin. „Wenn ich weg war und wiederkomme, dann fällt mir auf, wie schön Oberursel ist.“

Mit vielen positiven Erwartungen gehe sie in das Amtsjahr, sagt Anna-Lena Stenz. Sie freue sich darauf, viele neue Bekanntschaften zu machen, ebenso auf den Empfang beim Ministerpräsidenten in Wiesbaden.

Jede Brunnenkönigin bringe ihren eigenen „Dunstkreis“ mit, weiß Christine Förder, die sich im Vereinsringvorstand gemeinsam mit Ehemann Thomas Förder und Christian Peter um die Königin kümmert. Eigener „Dunstkreis“ bedeutet, dass die jeweilige Regentin eigene Akzente setzt. So feiert Anna-Lena Stenz am Brunnenfestsonntag in ihrer Kirchengemeinde St. Crutzen das Brunnenhoffest, das mit ihr wiederbelebt werden soll.

Am Brunnenfestsamstag, 11 Uhr, sind Königin und Meister ebenfalls in der katholischen Gemeinde zu Gast – zur Brunnentaufe. Jede Hoheit hat ihren Brunnen, Anna-Lenas ist der St.-Crutzen-Brunnen. Das Brunnenfest wird vom 25. bis 28. Mai in der Altstadt gefeiert.

Jetzt wird’s aber erst mal feierlich beim Krönungsball am Samstag, 14. April (siehe weiteren Text). Der neue Name deutet schon an, dass die Veranstaltung zur Inthronisation überarbeitet wurde und moderner daherkommt. „Das wird ein Traum“, meint Thomas Fiehler, stellvertretender Vorsitzender des Oberurseler Vereinsrings. „Es gibt einen klaren Trend zu Ballveranstaltungen“, sagt Holger Pritzer, der mit seiner Tanzschule den Abend mit dem Vereinsring vorbereitet. Spektakulär, aber trotzdem volksnah solle das Programm werden, versprechen die Organisatoren. Außer Show und Tanz gibt es also auch traditionelle Elemente. Niemand müsse die Veranstaltung scheuen, weil sie nun ein Ball sei.

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