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Ein Motorradfahrer ist Sonntag Mittag auf der L3004 unter ein Auto der Straßenmeisterei geraten und verletzt worden.

Behörden halten an Motorrad-Verbot auf Parkplatz fest

„Applauskurve bleibt ein Problem“

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Die Landesstraße zwischen Hohemark und Sandplacken ist bei Motorradfahrern beliebt – doch nicht alle halten sich an Verkehrsregeln. Sie sollen mit verschiedenen Maßnahmen zur Räson gebracht werden. Dazu gehört ein neues Zivil-Motorrad.

An sonnigen Sonntagen holen sie ihr Motorrad aus den Garagen und brausen los, und das gern im Taunus. So war es auch am vergangenen Wochenende, als viele Biker auf der L 3004 zwischen der Hohemark und dem Sandplacken unterwegs waren. Einige zeigten überdeutlich, was sie und ihr Fahrzeug draufhaben. Vor allem in der sogenannten Applauskurve stellen Motorradfahrer gern ihre Fahrkünste zur Schau – unweit der Stelle, an der am Sonntagnachmittag bei einem Unfall zwei Kradfahrer verletzt wurden.

Wie so oft war der Parkplatz in der Applauskurve wieder gut gefüllt. Nicht nur mit Autos, sondern auch mit Motorrädern samt Fahrern, die ihren vorbeibrausenden Kollegen zusehen.

Dabei ist der Parkplatz für Motorräder tabu. Eigentlich sollen darauf zwei Schilder hinweisen: Eines macht deutlich, dass es sich um einen Platz für Autos handelt, das andere zeigt ein Durchfahrtverbot für Motorräder. Allein: Es interessiert die wenigsten, zudem werden immer wieder Schilder geklaut.

Platten bleiben

Das Motorradverbot am Parkplatz in der Applauskurve war im Frühjahr vergangenen Jahres eingeführt worden – und die Behörden haben sich darauf verständigt, daran festzuhalten, bestätigt Oberursels Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Christof Fink (Grüne). „Auch das Tempolimit bleibt bestehen“, sagt Fink. Im Bereich der Kurve gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Ebenso gibt es auf der Fahrbahn sogenannte Rüttelplatten, die Verkehrsteilnehmer zum Abbremsen bringen sollen. „Sie bleiben bei der Sanierung erhalten“, erklärt Fink. In den Osterferien stehen Bauarbeiten auf der Landesstraße an, konkret zwischen der Applauskurve und dem Sandplacken. Vom 3. bis 13. April ist die Straße komplett gesperrt, der Verkehr wird großräumig umgeleitet.

Fink setzt in puncto Raser zudem Hoffnungen auf die Ankündigung von Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Der hatte mitgeteilt, dass die hessische Polizei zum Start der Motorradsaison neue technische Mittel einsetzen will, um vor allem Rasern auf zwei Rädern Herr zu werden. Dazu gehört unter anderem ein neues Zivil-Motorrad für eine noch gezieltere Jagd auf Temposünder. Dieses solle in unfallträchtigen Regionen, zum Beispiel um den Großen Feldberg, zum Einsatz kommen, hatte Beuth gesagt.

Die neue Hochtaunus-Unfallstatistik will die Polizei erst in Kürze vorstellen, aktuelle Zahlen sind Polizeisprecher Michael Greulich daher nicht zu entlocken. Er bestätigt aber: „Zweifelsohne: Die Applauskurve ist und bleibt ein Problem.“

(she)

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