Bahnhof: Anwohner bevorzugen Variante A

  • schließen

„Sehr, sehr positiv“ – so bewerten Anwohner die neuen Entwürfe zur künftigen Verkehrsführung am Bahnhof. Das heißt aber nicht, dass sie von „alten“ Forderungen abrücken.

Lange ist über die künftige Verkehrsführung am Bahnhof gestritten worden: Mit den neuen Varianten, die die Stadt kürzlich vorgestellt hat (TZ berichtete), ist nun tatsächlich Bewegung in das Projekt gekommen.

Das hatte sich zwar schon unmittelbar nach der Präsentation der Entwürfe abgezeichnet. Inzwischen hat aber die „Interessengemeinschaft lebenswertes und sicheres Umfeld rund um den Oberurseler Bahnhof“ getagt. Und die Gruppe, die Anwohner aus dem Gebiet vertritt, steht dem aktuellen Stand der Planungen „sehr, sehr positiv“ gegenüber, wie Vorstandsmitglied Matthias Schütz im Gespräch mit der TZ hervorhebt. „Wir präferieren die Variante A.“

Was bedeutet, es geht um den Entwurf, bei dem die Nassauer Straße auf dem Stück zwischen Feldberg- und Zeppelinstraße stärker in Richtung Bahnhof/Gleise verschwenkt wird. Sprich, der Abstand zwischen der neuen Trasse der Nassauer und der bestehenden Bebauung ist größer als in der Variante B. Zwei Flächen stünden dann zur Verfügung, die bebaut werden könnten.

Zwei Vorteile sieht die Interessengemeinschaft in der Variante A: Der Verkehr verlangsame sich dadurch, dass die Straße dann nicht mehr so schnurgerade verlaufe. Und die größeren Grundstücke eröffneten der Stadt mehr Baumöglichkeiten, meint Schütz.

Wie berichtet, ist Hauptidee beider Varianten: Die Nassauer Straße soll stadteinwärts auf dem Abschnitt zwischen Drei-Hasen-Brücke und Zeppelinstraße zur Einbahnstraße werden. Stadtauswärts geht es über eine noch zu bauende Einbahnstraße, die hinter den bestehenden Wohnhäusern entlangführt.

Wie der Lärmschutz an dieser Stelle aussehen könnte, ist eines der Themen, das die Interessengemeinschaft beschäftigt. Darüber will sie mit der Stadt sprechen und sich erneut für ein Tempolimit auf der Nassauer Straße und ein Durchfahrtsverbot für Laster nach 22 Uhr einsetzen. 2013 war dies schon einmal Thema. Die Stadt hatte damals eine Prüfung zugesagt. Auf die Frage, wie weit die Überlegungen hierzu sind, sagt Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus: „Das ist nach wie vor in der Diskussion. Wir haben ja Tempo 30 in der Berliner Straße vor dem Gymnasium.“ Diese Geschwindigkeitsbegrenzung stellt sich die Stadt auch auf dem Abschnitt zwischen Zeppelinstraße und Adenauerallee vor – „unter dem Gesichtspunkt Schulwegsicherung“.

Bei einem Nachtfahrverbot seien die Hürden in der Straßenverkehrsordnung noch höher als bei einer Tempobeschränkung, so Richter weiter. Hier müssten auch Ausweichrouten angegeben werden.

Flüsterasphalt betrachten Schütz und seine Mitstreiter als eine weitere mögliche Variante, eventuell auch für die Feldbergstraße. Im Zuge der neuen Verkehrsführung am Bahnhof sollte ihrer Ansicht nach auch über eine Einbahnstraßenregelung für die Feldbergstraße nachgedacht werden, sprich, dass es auf dem Abschnitt zwischen Liebfrauen- und Nassauer Straße nur in Richtung Bahnhof geht. „Das würde sich auch an den Gegebenheiten dort orientieren“, sagt Schütz. Ein Treffen mit der Stadt sei in gut vier Wochen geplant.

Der Gruppe ist klar, dass von der neuen Verkehrsführung die einen mehr, die anderen weniger profitieren. Im Abschnitt zwischen Feldbergstraße und Adenauerallee werde es wohl kaum Veränderung geben, sagt Schütz und fügt hinzu: Dass die Bushaltestellen an den Bahnhof wandern sollen, sei aber schon eine Verbesserung.

Noch nicht zu Wort gemeldet haben sich bislang Anwohner aus dem westlichen Teil der Nassauer Straße (ab Adenauerallee in Richtung Wiesenaustraße). Durch die Anbindung der Nassauer an die Weingärtenumgehung wird der Verkehr in diesem Abschnitt deutlich zunehmen. Wie berichtet, ist dort der Bau einer Lärmschutzwand geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare