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Bauen & Service Oberursel stellt sich vor

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Von: Alexander Schneider

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Zupackende Angelegenheit: Besucher sehen beim Tag der offenen Tür zu, wie Stammholz sortiert wird.
Zupackende Angelegenheit: Besucher sehen beim Tag der offenen Tür zu, wie Stammholz sortiert wird. © Schneider, Alexander

Kinder lernen beim Tag der offenen Tür auf dem neuen Betriebshof nebenbei, dass Zigarettenstummel bis zu 15 Jahre brauchen, um zu verrotten.

Oberursel -Normalerweise macht Stefanie Pfaff genau das Gegenteil: Mit ihren Kollegen der städtischen Grünpflegetruppe sammelt sie Abfall, Joghurtbecher, Schokoriegelverpackungen und Zigarettenkippen mit der Greifzange aus den Blumenrabatten ein und verteilt sie nicht kunstvoll darin. Am Samstag schon: Beim Tag der offenen Tür des BSO (Bau & Service Oberursel), des kommunalen Eigenbetriebs der Stadt, demonstrierte sie ihre Arbeit dem Publikum und ließ, vor allem Kinder, auch selbst an die Zange. Und wenn die alles eingesammelt hatten, kippte Pfaff das Sammelsurium wieder aus, für die nächsten.

Auch Meliha (12) und Etienne (7) hatten Spaß, mit dem Greifer nach Zigarettenstummeln zu angeln und erfuhren ganz nebenbei, dass die Kippen 10 bis 15 Jahre brauchen, bis sie verrottet sind.

Auch an anderen Stellen des Bauhofes waren viele von Pfaffs 130 Kolleginnen und Kollegen aus 16 Arbeitsbereichen dabei, um zu zeigen, was sie jeden Tag tun, damit die Stadt lebenswert und der Betrieb „am Laufen“ bleibt.

Zusehen, wie Holz sortiert wird

Die Besucher konnten schauen, wie ein Müllauto von unten aussieht und erfuhren, dass es 300 000 Euro kostet, sie konnten den Forstarbeitern beim Holzsortieren zuschauen, die Elektrowerkstatt besichtigen, den Bau eines Insektenhotels verfolgen, in der Schlosserei wurden Verkehrsschilder montiert, in der Kfz-Werkstatt Feuerwehr-, und Müllfahrzeugen gewartet. Es gab Informationen zum Fahrzeugeinsatz und der Balance zwischen Verkehrssicherheit und Umweltschutz beim Winterdienst. Beim Immobilienmanagement wurden die Pläne, Photovoltaikanlagen auf städtische Dächer zu bringen, erläutert, die Tiefbauer demonstrierten die Sinkkastenreinigung. Besuche auf der Kläranlage rundeten das Schauprogramm ab.

Bauhof öffnet länger, Kunststoffe abgeben

Hauptgrund, die Oberurseler Bürger in den „Bauch“ der Stadtwerke einzuladen, war jedoch die Vorstellung des neuen Wertstoffhofes. BSO-Leiter Michael Maag sagte, die Stadt habe nicht aus Spaß 13,8 Millionen und damit 400 000 Euro „unter Plan“ investiert. Sie musste es tun, weil, wie auch Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) sagte, die Stadt und mit ihr die Anforderung an den Wertstoffhof wachse. Zudem habe es neue, am alten Standort nur schwer zu erfüllende Vorgaben für den Grundwasserschutz gegeben.

Um den neuen, größeren Wertstoffhof in den Bauhof zu integrieren, war dessen komplette Umstrukturierung nötig. Herausgekommen ist ein logistisch und arbeitstechnisch optimiertes Dienstleistungszentrum, das, im Endausbau, auch den Bürgern viele Vorteile bringen soll, wie Jens Uhlig, Leiter des Finanzbereichs im Rathaus, erläuterte. So werden die Öffnungszeiten von bisher 28,5 Stunden auf 34 Stunden erweitert, der Wertstoffhof wird damit auch über Mittag, freitags eine Stunde länger und donnerstags nachmittags geöffnet sein, wie die Stadt betont. Künftig werden Flachglas und Kunststoffe angenommen, später dann auch behandeltes Holz.

Die Verkehrsführung auf dem Gelände wurde durch den Bau einer Rampe verbessert, Anlieferer müssen nicht mehr rangieren und können ihre Abfälle von oben in die Container werfen. Es wurden größere Aufstellflächen auf dem Gelände geschaffen, so dass es draußen auf Straße keine Staus mehr gibt. Eine elektronische Anzeige wird Auskunft über die voraussichtliche Wartezeit geben. Auf der Internetseite des BSO kann man nachschauen, ob es vielleicht klüger ist, noch eine Stunde zu warten, weil gerade „viel los“ ist.

Informationen

Unter www.bso-oberursel.de stehen die verschiedenen Serviceleistungen online zum Abrufen bereit. Wer Fragen hat, kann sich unter der Adresse service@bso-oberursel.de per E-Mail an den Eigenbetrieb wenden.

Stefanie Pfaff vom Grünpflege-Team lässt Etienne und Meliha ausprobieren, wie viel Geschick nötig ist, all die Hinterlassenschaften der Wegwerfgesellschaft mit der Greifzange wieder einzusammeln. Die Kinder angeln sich Kippen und anderen Müll und lassen in den Eimer fallen.
Stefanie Pfaff vom Grünpflege-Team lässt Etienne und Meliha ausprobieren, wie viel Geschick nötig ist, all die Hinterlassenschaften der Wegwerfgesellschaft mit der Greifzange wieder einzusammeln. Die Kinder angeln sich Kippen und anderen Müll und lassen in den Eimer fallen. © Schneider, Alexander

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