Frohsinn-Vorsitzender Ulfert Hahn mit der Narrenkappe, die aber erst in der Kampagne aufgesetzt werden darf - so will es der Kodex der Fastnachter.
+
Frohsinn-Vorsitzender Ulfert Hahn mit der Narrenkappe, die aber erst in der Kampagne aufgesetzt werden darf - so will es der Kodex der Fastnachter.

Karnevalshochburg Oberursel

Beim "Frohsinn" in Oberursel spielt seine Musik

  • Christiane Paiement-Gensrich
    VonChristiane Paiement-Gensrich
    schließen

Ulfert Hahn ist neuer Vorsitzender des Karnevalvereins und möchte, dass alle gemeinsam Spaß haben

Oberursel -Die schöne Narrenkappe hat er extra mitgebracht. Aufsetzen kann er sie aber jetzt noch nicht, das verbietet der närrische Ehrenkodex. "Nur zwischen dem 11. 11. und Aschermittwoch darf sie getragen werden", erklärt Ulfert Hahn. Den sprichwörtlichen Hut dagegen, den hat er jetzt beim "Karnevalverein Frohsinn" das ganze Jahr über auf. Seit dem 13. September ist der 53-Jährige Vorsitzender.

Dass er einmal in einer Reihe mit Orscheler Fastnachtsgrößen wie Friedel Fischer stehen würde, hätte Hahn nicht gedacht, als er mit 15 Jahren als Posaunist Mitglied der "Frohsinn-Familie" wurde. Das Musikmachen stand damals für ihn an erster Stelle. Abends nach der Probe ist er mit dem Mofa oft nicht direkt nach Hause gefahren, sondern hat - zusammen mit einem Freund, der ebenfalls in der Brassband mitspielte - noch am Schillerturm gehalten und dort voll Begeisterung Fanfaren gespielt. Was die Nachbarn dazu sagten, ist nicht überliefert.

Bei der Frohsinn-Brassband spielt Hahn noch heute, und zwar das Kornett. 15 Jahre lang war er dort auch Korporationsführer. Ein gutes Verhältnis der Korporationen untereinander (13 sind es insgesamt) war und ist ihm besonders wichtig. "Ganz gleich welche Korporation, wir sind alle eine Familie. Das habe ich im ,Frohsinn' vorgelebt bekommen, und das möchte ich fördern", sagt er und erzählt, wie er sich dafür eingesetzt hat, dass zwei junge Gardetänzerinnern, die auch Mitglieder der Brassband waren, im Garde-Kostüm Musik machen durften. "So konnten sie bei beiden Darbietungen mitwirken. Denn zum Umziehen wäre zwischen den Auftritten zu wenig Zeit gewesen."

Ob er der geborene Karnevalist ist? "Ich bin ein Fastnachtskind", gibt Hahn zu. Als er zwei Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihm von Frankfurt nach Oberursel und wurden bald Mitglieder der Gruppe "Die Penner 72", die jedes Jahr beim Taunus-Karnevalszug mitlief. "Da war ich von klein auf dabei." Seine Kinderkarnevals-Lieblingskostüme verrät er auch: "Oft habe ich mich als Arzt, Polizist oder Feuerwehrmann verkleidet." Das mit dem Feuerwehrmann ist übrigens sein zweites Hobby und sein Beruf geworden. Hahn ist nicht nur seit 16 Jahren ehrenamtlich Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr Oberursel-Mitte, er leitet zudem den Verwaltungsbereich der Stabsstelle Brand- und Zivilschutz.

Auch im Elferrat sitzen wollte er schon als Kind. Doch als ihn sein Amtsvorgänger Stephan Remes fragte, ob er Frohsinn-Vorsitzender werden wolle, war er überrascht. Immerhin: Der "Frohsinn" mit seinen fast 500 Mitgliedern ist der größte Oberurseler Karnevalsverein. Da ist ein Vorsitzender ordentlich eingespannt, vor allem kurz vor der Kampagne. Täglich hat er im Verein zu tun. Ein Glück, dass Hahns Lebensgefährtin Jana Schlichtenberg, die selbst Karnevalistin ist (sie tanzt im Frohsinn-Ballett und ist im Kleinen Rat aktiv), die Sache mitträgt. Seine wichtigsten Ziele: "Ich möchte als Vorsitzender aller Mitglieder den Verein zusammenhalten, die Vielfalt fördern und unser Vereinsgebäude erhalten. Und ich möchte, dass wir alle zusammen Spaß haben."

Eins aber will Hahn nicht: Alleine auf der Bühne stehen. "Ich gehe nicht in die Bütt'. Und Protokoller bleibt Stephan Remes", betont er und hilft lieber im Hintergrund mit, beim Bühnenaufbau zum Beispiel. Und er tritt - Ehrensache - mit der Brassband auf. Ulfert Hahn liebt die Atmosphäre rund um die Fastnachtssitzungen. Wenn er die Aufregung der Minis vor dem Auftritt und ihre Freude über den Applaus sieht, dann geht ihm das Herz auf.

Loch in der Vereinskasse

Ob das in dieser Session klappen wird? Hahn ist zuversichtlich, trotz Corona. Die Pandemie hat, wie bei vielen Vereinen, auch beim "Frohsinn" ein Loch in die Kasse gerissen. "Zwei ausgefallene Brunnenfeste, ein abgesagter Weihnachtsmarkt und die Kosten, unter anderem für unser Vereinshaus, laufen weiter", zählt der Vereins-Chef auf.

Aber jetzt soll es wieder losgehen. "Helau wir feiern", lautet das Motto. Am Samstag, 13. November, von 19.31 Uhr an bittet der "Frohsinn" ins Vereinshaus zur Kampagneneröffnung - mit 3G-Regelung (die Gäste müssen geimpft, genesen oder negativ getestet sein). Platz in dem Saal, in den normalerweise mit Bestuhlung 250 Gäste passen würden, ist nun immerhin für 100 Personen.

Fast alle Frohsinn-Veranstaltungen seien mit 3G geplant. "Ich möchte niemand ausgrenzen, insbesondere die Kinder nicht", betont Hahn. Die einzige 2G-Veranstaltung sei nur für Besucher über 18 Jahren gemacht: Die Schlag-auf-Schlag-Party der "Ambosse" (so heißt das Männerballett des kleinen Rats) am 19. November. "Das ist eine reine Musikveranstaltung", erklärt Hahn. Auch die weiteren Termine stehen fest: Die Prunksitzungen am 4., 5. und 12. Februar in der Stadthalle, die Familien- und Seniorensitzung am 13. Februar, die Oase-Schlagerparty am 19. Februar, die Kindermitmachsitzung am 26. Februar und das Heringsessen am Aschermittwoch.

Übrigens: Wer bei der Kampagneneröffnung am Samstag, 13. November, im Vereinshaus, Frohsinnweg 1, dabei sein möchte, bekommt Karten für 7 Euro unter der E-Mail-Adresse kartenservice@karnevalverein-frohsinn.de. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass von 18.31 Uhr an.

Von Christiane Paiement-Gensrich

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare