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Packendes Laufduell zwischen dem VfB Stuttgart und FC Chelsea. Der schwäbische Nachwuchs gewann in der Vorrunde mit 2:1.

Jugendfußball

Beim U-15-Cup werden Träume wahr

Namhafte Clubs aus ganz Europa machten den Turniersieg unter sich aus. Die „stillen Stars“ des „Allianz U 15-Cups gegen Rassismus“ sind aber Magnus Apeldoorn (Eintracht Oberursel) und Lilli Janouscheck (FV Stierstadt).

Wie viel Freude ein internationales Jugendturnier machen kann, erlebte Eintracht Oberursel bereits im letzten Jahr. In Trier trat die damalige U-13-Mannschaft unter anderem gegen Teams wie Manchester United und die Glasgow Rangers an. Wie viel Arbeit hinter der Ausrichtung eines solchen Turniers steckt, erfuhren ein paar Väter der Jungs in den vergangenen Monaten und final am Wochenende. Auf dem Eintracht-Gelände sowie auf dem Sportfeld der Frankfurt International School begrüßte man 18 Mannschaften aus ganz Europa, die an zwei Tagen und in 89 Partien den Sieger des „Allianz U 15 Cups gegen Rassismus“ ausspielten. „Wir hatten knapp 250 Helfer im Einsatz“, berichtet Koordinator Stephan Haida, „und für einige von ihnen gingen Kindheitsträume in Erfüllung.“

Für den Nachwuchs des Gastgebers waren die Begegnungen mit den C-Junioren des FC Bayern München und des FC Porto natürlich ein Erlebnis. Doch auch abseits des Rasens gab es unzählige spannende Begegnungen. Etwa unter den Team-Guides, welche die Mannschaften aus dem Ausland vor Ort betreuten. „Erol Wolf, mit dem ich selbst noch zusammen in der E-Jugend gespielt habe, ist seit Jahren ein glühender Anhänger des FC Chelsea“, erklärt Haida, „nun durfte er die U 15 seines Traumvereins selbst betreuen.“

Ein ausgewiesener Fan von Roter Stern Belgrad war Lukas Seiler bis dato zwar nicht, doch auch der 18-Jährige war schnell beeindruckt von „seinem“ Team. „Es sind schon noch normale Kids“, berichtet er, „aber was gerade die Trainer da für einen Zug reinbringen, das habe ich noch nicht erlebt.“ Kein Wunder, handelt es sich bei den Jugendlichen doch um die Zukunftshoffnungen eines einstigen europäischen Spitzenklubs. Noch 1991 gewann Roter Stern Belgrad (nach Elfmeterschießen gegen Olympique Marseilles) den Europapokal der Landesmeister. „Der Trainer hat mir berichtet, dass man bald an diese Zeiten anknüpfen und wieder ganz oben mitmischen möchte“, verrät Seiler. Das große Geld hat der Verein nicht, auch darum ist die Jugendarbeit so viel wichtiger.

Ins Finale schafften es die Gäste aus Serbien allerdings nicht. Dort trafen am Sonntagnachmittag der FC Porto und der FC Bayern München – beide Gruppengegner von Eintracht Oberursel – aufeinander. Die Portugiesen setzten sich vor voll besetzter Tribüne mit 2:0 durch. Die Portugiesen hatten die Ausnahmeerscheinung in ihren Reihen. Olivera Carvalho schnappte sich mit zehn Toren die goldene Torjägerkanone sowie die Auszeichnung „Bester Spieler des Turniers“. Den Namen sollte man sich merken.

Doch auch ein hiesiges Talent wurde nach dem Finalspiel geehrt – und das, obwohl es keine Sekunde auf den Rasen konnte. Schon im vergangenen Jahr musste Eintracht Oberursels Magnus Apeldoorn wegen eines gebrochenen Arms auf das internationale Turnier verzichten. „Vor zwei Wochen hat er sich dann erneut einen Bruch zugezogen“, erklärt Tobias Müller, Sportlicher Leiter des Turniers. „Das Erste, was er nach der Verletzung gemacht hat, ist nach Karbonschienen zu googeln“, erzählte Müller weiter. Von der eigenen Mama auf ein vorzeitiges Karriereende angesprochen, erwiderte der Kicker voller Inbrunst: „Niemals!“ Für so viel Leidenschaft um den Fußball wurde ihm der Preis des größten Kämpfers verliehen.

Als fairste Mannschaft wurde übrigens die C-Jugend des FV Stierstadt prämiert. Nachdem der Londoner Stadtteilclub Tottenham Hotspur absagen musste, rückte der FVS nach. „Am Freitag kam um 22.35 Uhr der Anruf“, berichtet Betreuer Marcel Gercke. Am folgenden Morgen trat sein Team mit 18 Jungs und dem einzigen Mädchen des Turniers an. Torfrau Lilli Janouscheck machte dann auch gleich von sich reden: In der Vorrundenpartie gegen Eintracht Trier hielt die Hessenauswahlspielerin einen Strafstoß. „Das Turnier war für die Kids das Highlight der noch jungen Laufbahn“, meint Gercke.

Ob es eine Wiederholung des bis dato hochklassigsten Jugendfußballturniers im Hochtaunus geben wird, wollte Koordinator Stephan Haida zunächst nicht bestätigen. „Das ist ein bisschen wie bei einer Geburt“, zog er einen Vergleich, „da sagt auch keine Frau sofort nach der Entbindung ,Bitte noch mal!‘“ Nach einem Moment des Überlegens fügte Haida an: „Jetzt wissen wir allerdings alle, wie man so ein Turnier aufzieht. Da wäre es schade, wenn wir dieses Wissen nicht noch mal anwenden würden.“

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