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Schauspielerin Alix Dudel und Gitarrist Sebastian Albert bescherten dem Publim einen faszinierenden Brecht-Abend auf der ?kunstbühne portstrasse?. Foto: Yvonne Späne

Bert Brechts Texte werden lebendig

Ein Brecht-Abend mit Alix Dudel und Gitarrist Sebastian Albert wurde zu einem Highlight im Veranstaltungsprogramm der „kunstbühne portstrasse“.

Von Bettina Funk

„Die Texte von Bertold Brecht sind hochaktuell. Heute vielleicht sogar mehr noch als vor ein paar Jahren.“ Mit diesen Worten leitete Alix Dudel den literarisch-musikalischen Abend „Brecht. Lyrik, Lieder, Worte“ auf der „kunstbühne portstrasse“ ein, veranstaltet in Koorperation mit dem Oberurseler Verein Litera.Touren. Begleitet wurde sie vom Gitarristen Sebastian Albert.

Bereits mit dem ersten Lied „Erinnerung an Marie A.“ zog Dudel die Zuschauer in ihren Bann. Ihre tiefe, warme Alt-Stimme erfüllte den Raum und ihr unverwechselbares Timbre harmonierte in besonderer Weise mit Brechts Texten. Durch ihre Klangfarbe und nicht zuletzt durch ihr Talent zur darstellerischen Komik erinnerte sie an Evelyn Hamann.

Die beiden Musiker haben aus dem reichen Werk Bertolt Brechts Texte ausgewählt, die einen sehr eigenen Blick auf das Schaffen des Dichters werfen. Die Kompositionen sind von Hanns Eisler, Paul Dessau und Kurt Weill. Albert hat die Lieder für Gitarre eingerichtet und eigene Arrangements hinzugefügt. Entstanden ist eine bunte Collage aus tiefgründigen und nachdenklichen Texten vermischt mit humorvollen Stücken.

Die Texte erzählen von Kindern, die sich nicht waschen wollen und Müttern, die ihre Söhne an den Krieg verlieren. Aus den Lautsprechern erklangen dazu Originalaufnahmen von Brecht selbst, die sich mit Dudels Stimme vermischten. Alix Dudel traf stets den richtigen Ton, mal schwermütig und ruhig, mal keck und laut. Gitarrist Albert zauberte mit seinen einfühlsamen Melodien die perfekte Begleitung und nicht zuletzt durch seine solistischen Momente entstand eine ganz besondere Atmosphäre.

Aus Dudels Augen strahlte die große Begeisterung für die Stücke und mit ihrer Ausdruckskraft ließ sie die Texte lebendig werden. Die Stimmung im Publikum wechselte immer wieder von melancholisch zu heiter, und es gab nicht wenige Lacher an diesem Abend. Die Zuschauer belohnten den faszinierenden Auftritt der Künstler mit langem Applaus.

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