TZ-Redakteurin Gabi Calvo Henning zieht gleich mehrere Samenkapseln am Automaten.
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TZ-Redakteurin Gabi Calvo Henning zieht gleich mehrere Samenkapseln am Automaten.

Naturschutzprojekt

Bienenfreundliche Blumen sollen in Oberursel sprießen

  • vonGabriele Calvo Henning
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An einem umgebauten ehemaligen Kaugummi-Automaten am Maasgrundweiher kann man Samenmischungen kaufen.

Oberursel -Seit Ostern ist gibt es am Maasgrundweiher zwei quietschgelbe Bienenfutter-Automaten, die die Stadt dort an einem Materialcontainer hat anbringen lassen. Die vom Dortmunder Erfinder und Hersteller Sebastian Everding umgerüsteten ehemaligen Kaugummiautomaten sind gefüllt mit kleinen, durchsichtigen Plastikkapseln, in denen wiederum Samenmischungen stecken - wahlweise mit einer ein- bis zweijährigen oder mehrjährigen Blühmischung für Wild- und Honigbienen. Die von der Stadt Oberursel unterstützte Idee ist, die Samen zwischen April und Juni auszusäen, gleich im Park, in der Natur, im eigenen Garten oder in Töpfen auf Balkon und Terrasse. Das Ziel ist klar: Mehr Blühendes muss her, aus dem die Wild- und Honigbienen Nektar saugen können.

"Mit dem Aufstellen eines sogenannten ,Bienenfutterautomaten' möchten wir als Stadt einen sichtbaren lokalen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten", so der Erste Stadtrat und Umweltdezernent Christof Fink (Grüne). Denn die Wildbienen brauchten dringend Hilfe. Die Hälfte aller Wildbienenarten in Deutschland sei vom Aussterben bedroht, weil es aufgrund von Flächenversiegelung, Pestizideinsatz und Monokulturen immer weniger Blumen und Blüten gebe. Dies macht den Bienen das Überleben immer schwerer, so Fink. Die Automaten machen es dagegen einfach, dem etwas entgegenzusetzen, und der finanzielle Aufwand ist minimal. Für 50 Cent spuckt der Automat eine Kapsel aus, in der sich das Saatgut nebst einer kleinen Aussaatanleitung befindet. Auch an die leeren Kapseln ist gedacht. Sie können in eine Art gelben Briefkasten gleich neben den Automaten geworfen und so in den Recyclingprozess zurückgegeben werden. Die Oberursel-Reaktion der Taunus Zeitung ist absolut begeistert von den Automaten. TZ-Redakteurin Gabriele Calvo Henning hat ihr Kleingeld zusammengekratzt und gleich mehre dieser Kapseln gezogen. Die Samen sind kurz darauf im heimischen Garten in einem Blumentopf gelandet und werden jetzt gehegt und gepflegt, damit bald die bienenfreundlichen Blüten mit dem Sprießen anfangen.

Wir werden unsere Leserinnen und Leser über den Fortschritt auf dem Laufenden halten und regelmäßig darüber berichten, was sich im Blumentopf der Kollegin tut. Drücken Sie uns den grünen Daumen oder machen Sie gleich selbst mit! alv

Und so sehen die Mischungen aus, die überall ausgebracht werden können. Auch im heimischen Garten.

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