+
Die geplanten Veränderungen am Bahnhof können symbolisch für die starke bauliche Entwicklung der Stadt stehen. Die künftige Verkehrsführung der Nassauer Straße (vorn) wird weiter geplant, und fürs Gleisdreieck (im Hintergrund) und das Eckgrundstück Frankfurter Landstraße/Lenaustraße ist Wohnbebauung in Vorbereitung.

Planen, bauen, ansiedeln

In Oberursel geht es auch 2019 wieder um die Entwicklung von Wohn- und Gewerbegebieten

  • schließen

Wer durch Oberursel läuft oder fährt, sieht immer irgendwo Baufahrzeuge und -geräte. Das wird sich auch 2019 nicht ändern - und zu den Projekten, die vorangetrieben werden, gehören einige, über die heftig diskutiert wird.

Fangen wir 2019 mal mit dem an, was weniger ins Auge fällt als die zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet, für viele aber ein wichtiger Standortfaktor ist: Internet-Zugang. Oberursel bekommt in diesem Jahr ein neues öffentliches WLAN: Die bisherige Technik sei veraltet gewesen, das System müsse komplett erneuert werden, erzählt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Deshalb werden nun mit Hilfe eines Förderprogramms des Landes zehn neue Spots eingerichtet, fünf davon an zentralen Stellen in der Innenstadt. Aber: „Wir werden auch jeweils einen in den Ortsteilen einrichten“, kündigt Brum an. Vorgesehen sind Spots in den Ortskernen der Stadtteile sowie im Camp King. Moderner wird’s 2019 auch im Gewerbegebiet Drei Hasen. Dort legt die Telekom Glasfaser.

Senger will loslegen

In den Gewerbegebieten der Stadt wird sich aber auch in anderer Hinsicht etwas tun: Im Gewerbepark Drei Hasen, konkret an der Willy-Brandt-Straße, ist auf etwa 11 000 Quadratmetern in Nachbarschaft anderer Autohäuser Platz für den Mercedes-Händler Senger, der aus Bad Homburg nach Oberursel ziehen will. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte, heißt es aus der Stadtverwaltung, wolle Senger mit dem Bau beginnen.

Ein anderes Autohaus zieht an die Frankfurter Landstraße: MTS-Automobile gehört zu den Betrieben, die sich im Gewerbegebiet Nördliche Riedwiese ansiedeln beziehungsweise angesiedelt haben – das Gebiet dürfte 2019 weitgehend fertiggestellt werden. Der MTS-Bau schreitet für jedermann sichtbar voran, und auch das heimische Unternehmen Alberti, bekannt für Eisenwaren, Werkzeug, Gartengeräte und -möbel, will nun an der Nördlichen Riedwiese bauen.

Unweit davon, unterhalb des Kraftwerks an der Frankfurter Landstraße, liegt das MKW-Gelände. Dort wollen Investoren 2019 mit dem Bau eines dreigliedrigen Bürokomplexes beginnen. Über die Fläche war lange diskutiert worden.

Für das kleine Gewerbegebiet am S-Bahnhof Weißkirchen steht 2019 erst mal das Umlegungsverfahren an. Auf dem Hochtief-Gelände am Zimmersmühlenweg sollen hingegen Ende dieses Jahres Tiefbauarbeiten für die Erschließung und die Dekontaminierung beginnen. Das Vorhaben dort ist umfangreich, vorgesehen sind bekanntlich Gewerbeflächen, die Ansiedlung der Ketteler-LaRoche-Schule und die Errichtung von 97 Wohneinheiten.

Womit wir beim Großprojekt sind: Schaffung von Wohnraum. Allein aufgrund der zentralen Lage am Bahnhof sind zwei Projekte von besonderem Interesse, nämlich die Bebauung des sogenannten Gleisdreiecks zwischen U- und S-Bahngleisen (offiziell Nassauer Straße 1) und des Grundstücks Frankfurter Landstraße/Lenaustraße.

Beschluss verschoben

Den Beschluss zum Gleisdreieck – sprich, welches vorgestellte Konzept am meisten überzeugt hat und Grundlage für die weitere Planung sein soll – hatte die Politik auf Anfang dieses Jahres verschoben. 60 bis 90 Wohneinheiten, so die grobe Schätzung, sollen auf dem Grundstück entstehen, das zum Großteil der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Oberursel (Sewo) gehört. Für die Ecke Lenaustraße sollen die Planungsleistungen vergeben werden, dort geht es um etwa 20 Wohnungen der Kategorie „preiswert“. „Mit den Bauarbeiten allerdings dürfte erst Ende des Jahres beziehungsweise 2020 begonnen werden“, heißt es.

Seitens der OBG hatte es in der Politik Kritik gegeben, weil übers Gleisdreieck entschieden wird, die Planungen für die Anbindung der Nassauer Straße an die Weingärtenumgehung aber noch nicht abgeschlossen sind. Diese sollen in diesem Jahr weitergehen, sagt Brum.

Zurück zum Wohnungsbau: Gebaut werden soll in diesem Jahr auch an der Geschwister-Scholl-Straße (22 bezahlbare Mietwohnungen), im Bereich Freiherr-vom-Stein-Straße/Eisenhammerweg (Nachverdichtung, 56 Einheiten) und auf dem Gelände des Siedlungslehrhofs. Gegen die Pläne, dort 23 Wohngebäude in Erbpacht zu schaffen, hatte es Widerstand einer Bürgerinitiative gegeben.

Zwischen Karl-Hermann-Flach-Straße und Alfred-Delp-Haus ist die Schaffung von knapp 50 Wohneinheiten in Modulbauweise avisiert. Der Anteil an Sozial- und preiswerten Wohnungen soll hoch sein, aber entgegen ursprünglicher Planung gibt es dort nicht nur solche Wohneinheiten. Man habe den Hinweis auf eine gesunde Durchmischung der Bewohnerstruktur aufgegriffen, sagt Brum.

Was ist 2019 noch geplant?

Was sich kulturell und in Sachen Infrastruktur in Oberursel tut, lesen Sie in den kommenden Tagen in der TZ.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare