Zwei junge Frauen stehen vor einem Feld mit Gefäßen in den Händen.
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Nina Sünder (l.) und Christine Greve wollen in der Innenstadt von Oberursel unverpackte Produkte anbieten. Der Name ihres Unternehmens steht schon fest: "Die Schütte" -genauso wie das Gefäß, das Nina Sünder in ihrer Hand hält.

Großer Traum

„Kunden sind da“: Oberurselerinnen wollen Unverpackt-Laden in Innenstadt eröffnen

  • VonGabriele Calvo Henning
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Zwei Frauen wollen einen Unverpackt-Laden in der Innenstadt von Oberursel (Hochtaunuskreis) gründen. Für diesen Traum geben sie alles – und sind überzeugt von ihren vielen Ideen.

Oberursel – Mit der Wirtschaftsförderung sind auch Christine Greve und Nina Sünder aus Stierstadt seit längerem in Kontakt. Ihr Projekt ist es, einen Unverpackt-Laden in Oberursel zu eröffnen. Längst haben die Betriebswirtin, die in der Entwicklungszusammenarbeit arbeitet, und die Angestellte eines Einkaufsbüros, wo sie Exportaufträge abwickelt und Einkaufsverhandlungen führt, einen Businessplan in der Tasche.

Sie sind überzeugt, ein Unverpackt-Laden in der Brunnenstadt würde funktionieren. "Über das Kundenpotenzial machen wir uns wenig Gedanken, die Kundinnen und Kunden sind da", sagt Greve. Recherchen hätten ergeben, "dass es viele umweltbewusste Bürgerinnen und Bürger gibt. Wir bekommen viele positive Signale", sagen die beiden. Greve ist unter anderem aktiv in der Lokalen Klimainititative LOK. Für beide haben die Themen Umwelt- und Klimaschutz und die Vermeidung von Verpackungsmüll einen hohen Stellenwert.

Mit Café und Lesungen – Viele Ideen für Unverpackt-Laden in Oberursel (Hochtaunuskreis)

Zwar gibt es im Reformhaus Liwell unverpackte Lebensmittel, dennoch lässt die beiden Gründerinnen seit anderthalb Jahren die Idee für etwas Eigenes nicht los. Sie haben Gründerseminare und Online-Workshops absolviert. Greve hat sogar ein Praktikum in einem Unverpackt-Laden gemacht.

Erfahrungen im Einzelhandel haben sie allerdings nicht. Umso wichtiger sei es, nicht blauäugig, sondern realistisch an die Sache heranzugehen, sagen die Frauen. Sie wissen, dass kürzlich in Kelkheim der erste Unverpackt-Laden im Main-Taunus-Kreis schließen musste. Greve würde beruflich komplett umsteigen, Sünder würde erstmal nebenberuflich dabei sein.

"Das ist hier kein 08/15-Projekt. Wir stellen uns einen Laden mit Café vor, der neben unverpackten Produkten frische Backwaren und Raum für Lesungen oder Workshops bietet" erklären sie - das alles in der Innenstadt wegen der Laufkundschaft.

Plan der Frauen: Kunden gewinnen, danach Unverpackt-Laden in der Innenstadt von Oberursel

Bis jetzt haben sie, trotz der Hilfe durch die Wirtschaftsförderung, und viel persönlichem Einsatz jedoch noch kein Ladenlokal gefunden, das 120 bis 150 Quadratmeter groß sein sollte für Verkauf und Lager. Mal waren keine Parkplätze vorhanden, dann wieder haben die Konditionen im Mietvertrag nicht gepasst. So wollen sich die beiden nicht gleich 10 Jahre binden, 3 bis 5 Jahre aber wären okay.

Christine Greve und Nina Sünder brennen für ihr Projekt und haben eine Übergangslösung in petto: Eine Art Abfüllstelle mit Lager, "wo wir nach Auftrag Produkte abfüllen, die abgeholt werden können", erklären sie. So könnten sie starten und eine Stammkundschaft aufbauen, ohne ihr Ziel, ein Unverpackt-Laden in der City, aus den Augen zu verlieren.

Einen Namen haben die beiden schon. Der Laden soll "Die Schütte" heißen, so wie die kleinen Küchenschubkästen mit Griff, für Produkte wie losen Zucker, Reis, Salz oder Mehl. (Gabriele Calvo Henning)

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