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In diese Projekte investiert Oberursel elf Millionen

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Von: Stefanie Heil

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Das Dach der Hospitalkirche wird in der zweiten Jahreshälfte saniert.
Das Dach der Hospitalkirche wird in der zweiten Jahreshälfte saniert. © Matthias Reichwein

Oberursel investiert in diesem Jahr elf Millionen Euro in den Ausbau von Straßen, bestehende Immobilien und die Stadtentwässerung. Während die größte Summe für eine Maßnahme an der Kläranlage draufgeht, von der der Bürger nichts hat, gibt es zahlreiche weitere Projekte, die den Oberurselern zugute kommen.

Wer beim Wort Phosphor zusammenzuckt, denkt wahrscheinlich mit mehr schlechten als rechten Gefühlen an seinen Chemieunterricht zurück. Für die Verantwortlichen der Stadt Oberursel gibt es jedoch noch einen weiteren Grund, sich beim Stichwort Phosphor zu ärgern. Kostet das chemische Element doch, vereinfacht ausgedrückt, die Stadt beziehungsweise deren Eigenbetrieb Bau und Service Oberursel (BSO) Millionen.

Denn das Land Hessen ist dabei, den sogenannten Phosphor-Einleitwert zu verschärfen. Dieser Wert gibt an, wie viel Phosphor das geklärte Wasser enthalten darf, wenn es aus der Kläranlage in ein Gewässer fließt. Phosphor gelangt vor allem über Fäkalien und Waschmittel ins Abwasser. Um die Landesvorgaben auch künftig erfüllen zu können, muss – wie viele andere Kommunen – Oberursel an seiner Kläranlage in Weißkirchen baulich nachbessern, wie die Stadt gestern bei einem Pressegespräch erklärte.

Allein in diesem Jahr sollen gut drei Millionen Euro in die Modernisierung der Anlage investiert werden, in der die Abwässer aus ganz Oberursel mit Ausnahme von Oberstedten (dafür ist Bad Homburg zuständig) geklärt werden. Bis 2020 sind für das Kläranlagensanierungsprogramm rund sechs Millionen Euro eingepreist.

Kleineres Becken

Auf der Anlage soll unter anderem eine Station für das Phosphor reduzierende Fällmittel, konkret Polyaluminiumchlorid, gebaut werden. Außerdem wird das Vorklärbecken in diesem und dem kommenden Jahr umgebaut. Dieses werde verkleinert, erläuterte Bernd Feger, Abteilungsleiter Tiefbau beim BSO. „Dadurch ist mehr Stickstoff dabei und der Wirkungsgrad höher“, erklärte Feger.

Unabhängig von der Phosphor-Thematik gehört zu den Investitionen unter anderem der Neubau eines Sandfangs mit Fettfang.

Nicht auszuschließen ist, dass die Vorschrift des Landes weitere Investitionen von 3,5 Millionen Euro für eine neue Filtrationsanlage nötig macht. Das hängt letztlich davon ab, wie streng der Grenzwert sein wird.

Diesen kennt Oberursel noch nicht, Bernd Feger wartet auf den entsprechenden Bescheid. Die Zahl wird für jedes betroffene Gewässer separat ermittelt. Derzeit darf jeder Liter Wasser, der aus der Kläranlage in den Urselbach fließt, 1,2 Milligramm Phosphor enthalten, vom 1. Februar an sind es zunächst 0,9 Milligramm. Dieser werde bereits eingehalten, sagte Feger.

Wie berichtet, war die Kläranlage bereits in den vergangenen Jahren umfassend für etwa sechs Millionen Euro saniert worden. Aber: „Es wird nichts doppelt gemacht“, sagte Feger auf die Frage, ob jetzt an gerade modernisierten Teilen noch mal was zu machen sei.

Kirchendach sanieren

Zurück in die Gegenwart: Oberursel gibt 2017 nicht nur Geld für die Kläranlage aus. Alles in allem investieren die Stadt und der BSO in diesem Jahr rund elf Millionen Euro – etwas mehr als 2016 (10,2 Millionen). Davon sind 3,3 Millionen für den Straßenbau vorgesehen (siehe ZUM THEMA).

Auch in die Immobilien fließt Geld: Bereits vor zwei Jahren war der Schaden am Dach der Hospitalkirche aufgefallen. 2017 soll das Dachtragwerk nun saniert werden. Dabei wird nicht nur der Wasserschaden von vor zwei Jahren behoben, sondern auch das, was Holzschädlinge über lange Zeit angerichtet haben. Die Decke wird von innen mit einem Gerüst abgestützt.

Zwischen dem Brunnenfest und dem Weihnachtsmarkt soll die mit der Denkmalbehörde abgestimmte Maßnahme laut Markus Benz vom BSO-Immobilienmanagement umgesetzt werden. Kosten: etwa 750 000 Euro. „Dabei kommen auch bequemere Bänke rein“, kündigte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) an.

Wie berichtet, soll das Bauhofgelände an der Oberurseler Straße neu strukturiert werden. Für Planungen und erste Maßnahmen sind fürs laufende Jahr 265 000 Euro einkalkuliert. Geld gibt es außerdem für die Sanierung von Dach und Fassade der Kita Zauberwald in der Kleinen Schmieh, Absicherungsmaßnahmen am DRK-Gebäude an der Marxstraße sowie die energetische Sanierung des Fußballer-Clubheims in Stierstadt.

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