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Box-Legende Olaf Rausch (ABC Oberursel, rechts) im Gespräch mit einem seiner jungen Faustkämpfer. Archivfoto: Strohmann

Boxen

Durststrecke beim ABC Oberursel

Dass die hessischen Meisterschaften der Amateurboxer ohne den ABC Oberursel stattfinden, hängt auch mit einer Regeländerung zusammen. Trainer Olaf Rausch (78) macht unbeirrt weiter.

Das hat es seit langem nicht mehr gegeben. Wenn am Samstag und Sonntag in Bruchköbel die Vorrundenkämpfe der Hessenmeisterschaften beginnen, wird kein einziger Amateurboxer vom ABC Oberursel in den Ring steigen.

Nach dem schwachen Niveau bei den Landesmeisterschaften im vergangenen Jahr hatte der Verband entschieden, nur noch Boxer zuzulassen, die bereits mindestens drei Kämpfe absolviert haben. „Da wir uns gerade wieder in einer Aufbauphase befinden, hat von unseren Anfängern noch keiner diese Bedingungen erfüllt“, erläutert Trainer Olaf Rausch das Fehlen von Athleten aus dem Taunus.

An ihm selbst liegt’s nicht: Obwohl inzwischen schon 78 Jahre alt und nach einer schweren Operation (ihm wurde eine Hüftprothese am linken Bein eingesetzt) noch nicht wieder ganz auf dem Damm, hat die Trainer-Legende vom ABC Oberursel am Wochenende in Duisburg seine Übungsleiter-Lizenz um weitere drei Jahre verlängert. 41 Personen waren zu dieser Fortbildung für A- und B-Lizenzinhaber angetreten. Rausch ist als mit Abstand ältester Teilnehmer von Lothar Heine (Cottbus), dem Vize-Präsidenten für Aus- und Fortbildung im Deutschen Boxsport-Verband, ausdrücklich gelobt und als großes Vorbild herausgestellt worden.

Dank der Unterstützung seines Ex-Schützlings Servet Köksal und dessen Frau Sabine (Sohn Kaan ist nach einer kurzen Laufbahn als Boxer inzwischen als Fußballer beim SV Zeilsheim aktiv) hat der Frankfurter Boxtrainer nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Reha noch keine Trainingseinheit in der Turnhalle der Grundschule in Oberursel ausfallen lassen. Derzeit bereitet er die Lujic-Brüder und Leonhard Bohn-Batsori auf die nächste Box-Veranstaltung am 13. Oktober in Höchst vor. Von der Öffentlichkeit beinahe unbemerkt hat Rausch beim ABC Oberursel sein „20-Jähriges“ gefeiert: Seit dem 1. Mai 1998 ist er beim einzigen Boxsport-Club im Hochtaunuskreis nicht nur als Trainer, sondern als „Mädchen für alles“ quasi rund um die Uhr im Einsatz.

Zur Information für die Boxsport-Fans im Hochtaunuskreis: Das Halbfinale und die Endkämpfe der Hessenmeisterschaften werden am 6. und 7. Oktober in der Sporthalle „Am Ried“ in der Philosophenstraße in Gießen ausgerichtet. Beginn ist am Samstag um 17 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr.

Doch zurück zum ABX Oberursel. Das letzte große Talent, dass der Verein hervorbrachte, ist Bedirhan Arslan. Nach Angaben von Trainer Rausch ist der 18-Jährige, der an Deutschen Jugend-Meisterschaften teilgenommen hat, weiterhin im Training. Jedoch habe die Ausbildung des Mittelgewichtlers jetzt erst einmal Vorrang.

Einen der größten Erfolg für den ABC Oberursel hatte im Jahr 2015 Ali Kiydin mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im Superschwergewicht geschafft. Der mittlerweile 27-Jährige hat sich schon länger vom Verein gelöst und seinen Traum vom Profiboxen verwirklicht. Seine acht Kämpfe seit März 2017 hat Kiydin alle gewonnen. Zuletzt siegte er beim Challenge-Cup in Frankfurt gegen den 26-jährigen Polen Patryk Kowoll durch technischen K. o.

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