Tanja Wesemann vom Staatlichen Schulamt überreicht Julian Stey die Ernennungsurkunde zum Rektor der Erich-Kästner-Schule.
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Tanja Wesemann vom Staatlichen Schulamt überreicht Julian Stey die Ernennungsurkunde zum Rektor der Erich-Kästner-Schule.

Oberurseler Erich-Kästner-Schule

Ein Kapitän in schwierigen Zeiten

  • VonGabriele Calvo Henning
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Julian Stey ist nun offiziell zum Rektor der Erich-Kästner-Schule in Oberursel ernannt

Oberursel -Das Bild eines Kapitäns, der sein Schiff durch schwierige Gewässer steuert, passt gut, um das zu beschreiben, was Julian Stey an und für die Erich-Kästner-Schule (EKS) ins Rollen gebracht hat, seit er 2014 als 28 Jahre alter Pädagoge als Konrektor an die Schule kam. Zu Erinnerung: Die Situation der damaligen Haupt- und Realschule war alles andere als rosig. Mit rund 200 Schülerinnen und Schüler stand sie davor, abgewickelt zu werden. Heute, nach manchem zähem Ringen, aber doch erstaunlich schnell, ist die EKS unter Steys Leitung eine kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Eingangsstufe mit großem Zulauf geworden. Am Dienstag wurde Stey im Rahmen einer Feierstunde im Foyer der EKS offiziell zu ihrem Rektor ernannt. Kurz zuvor hatte er noch den gesamten sechsten Jahrgang wegen Corona in Quarantäne schicken müssen - die Herausforderungen hören auch an einem solchen Tag nicht auf.

Dennoch nahm man sich Zeit zu feiern. Dabei ließen die Festgäste keinen Zweifel daran, dass mit Stey als dem alten, neuen Rektor der richtige Mann an Bord ist. So bescheinigte ihm Tanja Wesemann, die ihm als Vertreterin des staatlichen Schulamtes die Ernennungsurkunde überreichte, eine große Zielstrebigkeit, viel Fleiß und ein hohes Verantwortungsbewusstsein für Schüler und Kollegium. Wesemanns Überzeugung: "Sie werden die Schule in Zukunft prägen."

Auch aus dem Kollegium kamen Worte der Anerkennung. "Wir haben einen Kapitän, der einen Anker hat, der ihn immer wieder erdet", so die neu beauftragte stellvertretende Schulleiterin Sonja Reichert auch im Namen der neuen Leiterin des Realschulzweigs Nicole Kroh. Mit diesen ist die Schulleitung bis auf einen Posten nun endlich fast komplett. Sie überreichten Stey unter anderem eine Kompass als Symbol für den richtigen Kurs.

Auch die Vorsitzenden des Fördervereins und des Schulelternbeirates, Marion Weisse und Corinna Fröhlich, waren voll des Lobes: "Wir schätzen Sie sehr." Das tun auch die beiden Schulsprecherinnen Sedanur Ilhan und Ilayda Karabiyik. Sie hatten etliche Schülerzitate über ihren Rektor gesammelt: "Seine Anwesenheit ist immer eine Freude", Ich wünschte, alle Schulen hätten so einen Schulleiter", sind nur zwei davon. Humor und Verständnis für die Schüler waren weitere Stichworte.

Immer das

Gespräch gesucht

Für die Lehrerschaft fand Lehrerin Andrea Schlosser die passende Worte. In den vergangen 20 Jahren habe man viele kommen und gehen sehen. "Auch Du bist mit vielen Ideen gekommen. Anders als andere bist Du direkt ins Gespräch gegangen, wolltest hören, welche Wünsche es an der Basis gibt", so Schlosser. Eine Zukunftskonferenz 2016, um Visionen konkret zu machen, die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und schließlich das fast erreichte Ziel, eine zertifizierte gesundheitsfördernde Schule zu werden, nannte Schlosser als Meilensteine, genauso wie die Einrichtung des Klassenrats und des Schülerparlaments.

Aus der Nachbarschaft gekommen war Dr. Markus Büchele, der Leiter der Hochtaunusschule, mit der die EKS im Bereich Informatik und Metalltechnik eng zusammenarbeitet. Diese Kooperation soll noch ausgebaut werden. "Unglaublich, welche Visionen Herr Stey für die EKS entwickelt hat. Die umzusetzen war Kernerarbeit, aber jetzt sehen wir das sehr gute Ergebnis", so Büchele.

Bleibt noch Julian Stey selbst, der, sichtlich gerührt die Glückwünsche entgegennahm. Auf dem Weg der EKS zu einer kooperativen Gesamtschule, "konnten wir den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen", blieb er bei der Seefahrts-Metapher. Das aber sei nur gemeinsam zu schaffen gewesen. Stey dankte allen im Kollegium, in der Eltern- und Schülerschaft und beim Schulamt für die Unterstützung. Gleiches galt für die außerschulischen Partner und Unterstützer und vor allem für seine Familie und seinen Freunden.

Für ihn selbst stehe nach wie vor "diese Schule weit über das Berufliche hinaus im Mittelpunkt". Es wurde klar, für Stey, der lange ganz alleine die Leitung der Schule zu stemmen hatte und in der Coronazeit schnelle, tragfähige Entscheidungen treffen musste, ist sein Beruf eine Berufung. Die EKS sei nun in einem sicheren Hafen gelandet, so Stey. Er versprach, sich weiterhin als Brückenbauer für die EKS einzusetzen und an der Weiterentwicklung der Schule dranzubleiben. Da passte es, dass er sich für die Ernennungsfeier das Leid "Irgendwann ist jetzt" von Max Giesinger ausgesucht hatte. Von Gabriele Calvo Henning

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