Theater im Park

Wie eine Tribüne entsteht und gesichert wird

Der Countdown hat bereits begonnen. Nur noch wenige Tage, dann ist Premiere bei Theater im Park . Doch was alles zu tun ist, damit die Besucher bequem sitzen können, Licht und Ton ihren Platz finden und die Tribüne gut erreichbar und vor allem sicher ist, das erfahren die Gäste meist nicht. Daher haben wir einen Blick darauf geworfen.

Das Löschfahrzeug der Feuerwehr erregt Aufsehen bei den Besuchern des Parks der Klinik Hohe Mark. Doch auch, wenn der Befehl „Wasser marsch“ erteilt wurde, gelöscht werden musste zum Glück nicht. Andrea Tietze und Mario Stock, beide Mitglieder der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Oberstedten, ziehen den C-Schlauch über die knochentrockene Wiese, dort wo gerade die Tribüne für Theater im Park (TiP) aufgebaut wird. Die Sonne brennt, es ist keine leichte Arbeit.

Geschickt klettert Andrea Tietze auf der Rückseite der noch nicht fertig aufgebauten Besuchertribüne hinauf zum ersten weißen Wassertank. Während ihr Kollege von unten aufpasst, lässt die junge Frau das Wasser in den Tank laufen. Das Spektakel dient einem besonderen Zweck. „Wir helfen dabei, das Gerüst zu sichern“, erläutert Mario Stock die Mission.

Die Sitzreihen sind bereits aufgebaut, es sind immerhin 346 Sitzplätze, die hier montiert werden müssen. Die Dachkonstruktion fehlt allerdings noch. Etwa

200 Quadratmeter Dach

fläche kommen da zusammen, wenn alles fertig ist. „Wenn der Wind unter das Dach fahren sollte, dann werden da enorme Kräfte entwickelt“, weiß Klaus-Peter Hieronymi, Mitglied des Projektteams von Theater im Park (TiP). Daher muss die Tribüne auch beschwert werden, und hier ist die Hilfe der Feuerwehr gefragt. Insgesamt acht große Plastiktanks an der Rückseite der Bühne sollen die Konstruktion beschweren. „Jeder von ihnen fasst 1000 Liter Wasser“, erläutert Hieronymi.

Weil das Wasser in möglichst kurzer Zeit eingelassen werden muss, kommt die Feuerwehr ins Spiel. Das Löschfahrzeug kann insgesamt 7000 Liter Wasser an Bord aufnehmen, die nun von Andrea Tietze und Mario Stock auf die Tanks verteilt werden. Aber ein Mal müssen sie dennoch den großen Wasserspeicher im Fahrzeug wieder auffüllen. Dazu fahren sie mit dem Löschfahrzeug bis zur Friedländerstraße direkt vor der Klinik, um dort am Hydrant ein Standrohr anzuschließen. Und schon geht es über den asphaltierten Hauptweg und kleinere Seitenwege zurück zur Spielstätte, um das Werk zu vollenden.

Zeitgleich arbeitet das Team der Firma 4e aus Gießen weiter an der Tribüne. Die zehnköpfige Crew unter der Leitung von Dietmar Polczyk hat bereits am Dienstag mit dem Aufbau begonnen, gestern konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Bereits an der alten TiP-Spielstätte im Park der Gewerkschaftsjugend hat das Unternehmen die Tribünenarbeiten betreut. Auch der Besuchersteg vor der Tribüne, der aus 1,50 Meter breiten Kunststoffwaben besteht, wurde verlegt. „So können wir sicherstellen, dass auch Besucher mit einem Rollator oder Rollstuhl ihre Plätze sicher erreichen können“, sagt Klaus-Peter Hieronymi.

Am Wochenende kann nun das Ensemble erstmals mit der kompletten Technik, also Licht und Ton, proben – die Scheinwerfer und Lautsprecher sind an der Dachkonstruktion der Tribüne befestigt. Ebenfalls am Wochenende werden die Vereine ihre Zelte und Verkaufstresen aufbauen, so dass auch die gesamte Logistik des Caterings einsatzbereit sein wird. Regelmäßige TiP-Besucher wissen, dass die Bewirtung der Theaterbesucher in der Pause von wechselnden Oberurseler Vereinen übernommen wird. Und kommenden Donnerstag wird mit dem Stück „Don Quijote“ Premiere gefeiert.

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