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Sergio Bambaren (links) las nicht, er erzählte vom Inhalt seines Buches und ließ sich auf ein Gespräch mit den Zuhörern ein.

Lesung

Von einem Manager, der in Spiritualität sein Glück fand

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Für Sergio Bambaren ist es die Angst vor der Angst, die Menschen daran hindert, ihre Träume zu leben. Das ist schade, denn nur dann erfüllt das Leben seinen Sinn. Seine Bücher sind voll von solchen Erkenntnissen, die ihn selbst zum In-sich-Ruhen und zum Glück geführt haben.

Bis er 34 Jahre alt war, lebte Sergio Bambaren das Leben eines Managers in der Chemiebranche. Mit allem, was dazugehört: Überarbeitung, Stress, ohne Blick für die Natur oder Zeit für Träume. Ein Jahr Auszeit hat ihm die Augen geöffnet. Heute lebt der Autor im Einklang mit anderen und der Natur, scheint rundum zufrieden. Er sagt: „Menschen sterben nicht, wenn sie in der Erde begraben werden. Menschen sterben, wenn sie beginnen, ihre Träume zu vergessen.“

Da hatte der 58-Jährige wohl noch rechtzeitig die Kurve gekriegt. Heute ist Bambaren voll von Lebensweisheiten, die er auf seinen vielen Reisen erfahren hat. Er hat sie in sich aufgesaugt und gibt sie in seinen inzwischen rund 30 Büchern weiter. Bücher, die er nie vorhatte, zu schreiben. „Es schreibt mich“, sagt er im Gespräch mit der Taunus Zeitung. Das Schreiben komme ganz von selbst – wie eine Mission, die er übermittelt.

Am Freitagabend stellte der Mann, der heute wieder in seiner Geburtsstadt Lima lebt, in der Buchhandlung von Martina Bollinger sein neues Buch „Das Licht auf der anderen Seite des Flusses – die Geschichte eines Träumers für mutige Seelen“ vor. Aber nicht, indem er – oder sein Übersetzer, der Literaturkritiker Michael Kegler – Ausschnitte vorlasen. Diese in Deutschland übliche Art der Lesung kam dem Abenteurer und Freidenker sonderbar vor: „Es ist seltsam, wenn man einen Autor aus seinem Buch vorlesen lässt, statt mit ihm zu reden.“ Stattdessen verband er beides, erzählte die Geschichte des Buches, und das war viel besser als jede Lesung. Seine Bücher seien Fiktion, basierend auf wahren Geschichten, betonte der Umweltschützer, der auch mit Naturschutzorganisationen zusammenarbeitet.

Die Mystik und die Aura, die von ihm ausgehen, waren wie die Sinnsprüche authentisch und nachvollziehbar. Bambaren ist nach allem Erleben mit der Natur, mit mystischen und magischen Kräften sowie mit Menschen, die solche Kräfte besitzen, ganz sicher, dass diese Erde – so zerstört und gebeutelt sie auch ist – sich selbst hilft. Das hatte er von einem fünfjährigen Indigo-Mädchen erfahren. Zu ihm hatte ihn der Schamane geführt, dessen Feuer ihn unbeschadet durch den Dschungel und den Fluss mit Krokodilen, Piranhas und elektrischen Aalen zum „Licht auf der anderen Seite des Flusses“ gelockt hatte. „Sie können alle Blumen abschneiden, bis es keine mehr gibt. Doch sie werden niemals in der Lage sein, den Frühling zu verhindern. Niemals“, hatte das Kind gesagt.

Für Bambaren ist das ein Zeichen, dass die Antwort auf Klimawandel und Umweltverschmutzung von den Menschen selbst kommen wird. Er setzt auf nächste Generationen und darauf, dass jeder Erdenbürger die Welt ein Stückchen besser verlässt, als er sie vorgefunden hat. Als Indigo bezeichnet er Kinder mit besonderen spirituellen Fähigkeiten. Seiner Meinung nach haben Steve Jobs und Bill Gates, die Gründer von Apple und Microsoft, eine solche Aura.

Der Autor selbst hat die Natur immer wieder herausgefordert und sich bewiesen, dass ohne Angst vor der Angst alles möglich ist. Er sei im Dschungel neben einer Bärenmutter samt Baby aufgewacht, ihn hätten Wölfe auf der Terrasse besucht. Im Buch schreibt er: „Niemand sollte die einzigartige Essenz, die Demut der Seele, die Stimme des Herzens, den Respekt vor den Menschen, den Tieren, den Wäldern und den Ozeanen verlieren.“ Leben ist für ihn ein wunderbares Abenteuer und schönstes Geschenk des Universums. Es sei einfach, glücklich zu sein, denn jeder trage das Glück in sich selbst. Das beste Geschenk sei, etwas zu geben, ohne etwas zurückzuerwarten. „Ich habe beschlossen, ein Geber zu sein.“ Zudem sei er ein professioneller Optimist – und etwas verrückt.

Sergio Bambaren „Das Licht auf der anderen Seite des Flusses – die Geschichte eines Träumers für mutige Seelen“ ist erschienen im Giger-Verlag und kostet 20 Euro.

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