1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Oberursel

Eppsteiner Straße: Bodensanierung ist bald beendet

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anke Hillebrecht

Kommentare

2,6 Tonnen Schadstoffe wurden seit Anfang 2013 in der Eppsteiner Straße aus dem Boden geholt. Zuletzt wurde der kontaminierte Austrag immer kleiner. Damit geht ein Aufregerthema zu Ende – wenngleich noch nicht ganz.

Neuigkeiten in einer „Never Ending Story“ (unendliche Geschichte) wurden den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses (BUA) am Mittwochabend präsentiert. Dr. Volker Schrenk vom von der Stadt beauftragten Projektsteuerer CDM Smith gab einen Sachstand zur seit 2012 laufenden Bodensanierung in der Eppsteiner Straße. Und er konnte den vom Ausschussvorsitzenden Dr. Eggert Winter (SPD) gewählten Begriff entschärfen: „Wir können die Dampf-Luft-Injektion in den kommenden Monaten beenden.“

Die Austragsraten an leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) gehen nach Schrenks Worten kontinuierlich zurück. Seit Anfang 2013 wird der Boden durch Dampf-Luft-Injektion (DLI) von den Schadstoffen gereinigt. Dabei wird Dampf in den Boden gepresst und der Boden dabei stark aufgeheizt. Die aufsteigenden Schadstoffe werden über Extraktionsbrunnen abgesaugt. Waren dies in den „heißen“ Phasen wie etwa im Dezember 2015 noch 250 Kilogramm pro Monat, seien es im Oktober nur noch 13 Kilogramm gewesen. „Das bedeutet, es sind kaum noch Schadstoffe im Boden“, sagt Schrenk.

Belastung überschätzt?

Insgesamt wurden seit Beginn der Sanierung rund 2,6 Tonnen LHKW aus dem Erdboden entfernt (siehe weiteren Text). Anfangs waren Experten davon ausgegangen, dass zwischen 4,8 und 7,4 Tonnen an Schadstoffen im Boden stecken. Dabei könne es sich um eine Überschätzung handeln, sagte Schrenk auf Nachfrage von Georg Braun (OBG). „Heißt das ,Mission is completed‘ (Mission erfüllt)“, blieb BUA-Vorsitzender Winter im Filmsprech. Noch nicht ganz, erläuterte der Fachmann: Auch wenn sich die Sanierung positiv entwickele, könne sie noch nicht abgeschlossen werden, gehe aber in die finale Phase. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt hat für die Bodenluft einen Sanierungszielwert (SZWBL) von 25 Milligramm (mg) LHKW pro Quadratmeter bei einer Bodentemperatur von 25 Grad festgelegt. Laut Stadt wird dieser Wert in einzelnen Bereichen des Sanierungsfelds bereits unterschritten. Derzeit sei der Boden etwa 60 Grad heiß; entsprechend sei der Zielwert 127 mg/m³. Wenn dieser Wert dauerhaft unterschritten wird, könne die DLI im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden. „Wir bleiben aber noch zwei bis drei Jahre zur Nachsorge in der Eppsteiner Straße“, erklärt Schrenk.

LHKW im Grundwasser

In Betrieb bleiben sollen deshalb eine kalte Bodenluftabsaugung, um die noch im Boden befindlichen Schadstoffe soweit wie möglich abzusaugen. Außerdem die Aktivkohle zur Reinigung der Bodenluft sowie Pumpen zur Grundwasserförderung. „Der Sanierungscontainer bleibt stehen“, sagt Schrenk. Die Fläche könne erst nach dem kompletten Abschluss der Sanierung, vermutlich im Jahr 2020, wieder hergerichtet werden.

Das Grundwasser sei gereinigt worden; es enthält aber nach Auskunft des Experten nach wie vor eine hohe Belastung an LHKW. Da es auch dadurch zu Belastungen der Bodenluft kommen könne, müsse mit dem RP abgestimmt werden, in welcher Form dagegen vorgegangen werden könne.

Eventuelle Restmengen der Schadstoffe im Boden könnten auch zu einer Belastung der Raumluft in den direkt ans Sanierungsfeld angrenzenden Häusern führen. „Wir können nicht ausschließen, dass sie in Gebäude eindringen, halten es aber für unwahrscheinlich“, so Schrenk. Um den Bewohnern ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben, soll dort die Raumluft weiter regelmäßig auf LHKW geprüft werden. Zudem soll zwei Mal im Jahr die Außenluft gemessen werden.

Bis in die 1970er Jahre hatte an der Eppsteiner Straße ansässige Chemiebetrieb Dr. Büscher & Gausmann auf dem Gelände seine Fässer gereinigt und das Gift hinterlassen – in erster Linie LHKW. Die Stadt rechnet in der Zeit zwischen 2018 bis 2020 mit jährlichen Kosten von rund 200 000 Euro für die Fortsetzung der Sanierung. Aktuell liegen die Sanierungskosten bei jährlich rund 450 000 Euro.

Auch interessant

Kommentare