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Erst die Sägen, dann die Bagger

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Bis Ende März soll das Bebauungsplanverfahren für den neuen Supermarkt in Oberstedten und den Bau der Turnhalle abgeschlossen sein. Weiter gibt es kritische Stimmen zum Projekt.

Erst auf die Baggerschaufel, dann in den Häcksler – gestern liefen auf dem Sport- und Wiesengelände am Ortseingang Oberstedten die Aufräumarbeiten: 25 Bäume sind dort vorige Woche gefällt worden, zusätzlich Hecken und Laubgehölz. Die Stämme und Äste stapelten sich entlang des Geländes des TV Oberstedten. Die Fällarbeiten sind quasi der Auftakt für die Bauarbeiten, die dort voraussichtlich im Sommer beginnen.

Wie berichtet, sollen am Ortseingang ein Rewe-Markt und hinter der Feuerwehr die neue Turnhalle des TV Oberstedten entstehen. Ein Projekt, für das es eine breite Mehrheit in den politischen Gremien gibt, wie auch Ingrid Bischoff weiß. Sie sei trotzdem dagegen, betont die Stedterin. „Jedesmal wenn ich dort vorbeifahre, blutet mir das Herz und ich frage mich, wie man ein solch’ schönes grünes Fleckchen Erde so verunstalten kann.“ Und es gehe nicht nur ihr so, betont sie.

Noch ist das Bebauungsplanverfahren für das Projekt zwar nicht abgeschlossen. Das soll aber in der Sitzung des Stadtparlaments am 26. März geschehen. Über die Vorlage dazu berät kommende Woche der Bau- und Umweltausschuss.

Auf die Frage, warum schon jetzt – vor Abschluss des Verfahrens – gerodet wurde, sagt Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus: „Bei der zweiten Offenlegung im Dezember/Januar gab es keine Anregungen, die zu einer Änderung des Bebauungsplanentwurfs geführt haben.“ Daher habe die Planreife gemäß Paragraf 33 Baugesetzbuch festgestellt werden können. „Auch lagen alle Fällgenehmigungen vor. Wenn jetzt nicht gerodet worden wäre, hätten wir ein halbes Jahr verloren.“ Laut Richter werden im Zuge des Projekts zahlenmäßig mehr Bäume gepflanzt als gerodet.

Die 14 jungen Laubbäume entlang der Niederstedter Straße hätten gefällt werden müssen, da der Gehweg, der vor dem Lebensmittelmarkt entsteht, relativ breit werden solle. Mindestens 2,50 Meter, so Richter. Dieser neue Fußweg führt dann vom Parkplatz an der Niederstedter Straße bis zum Feuerwehrhaus. „Die Baukosten im Bereich des Markts trägt der Investor.“

Wie berichtet, wird Rewe seine bestehende Filiale an der Mittelstedter Straße aufgeben und in den neuen Laden am Ortseingang ziehen. Rund 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen dort zur Verfügung stehen. Circa 135 Parkplätze sind geplant. Die Ein-/Ausfahrt zum Parkplatz liegt in etwa in Höhe der Industriestraße. Eine zweite Ausfahrt ist weiter östlich geplant, von der aus Autofahrer aber nur in Richtung Ortsmitte gelangen. Zur neuen Turnhalle geht es über eine separate Zufahrt neben dem Gelände der Feuerwehr.

Nach Angaben der Stadt muss das Gelände für den Supermarkt auch wegen notwendiger Kanalbauarbeiten aufgeschüttet werden – „bis auf das Niveau der Niederstedter Straße“, so Richter. Das Rewe-Gebäude Rewe werde daher topographisch höher herauskommen als die Turnhalle, da diese hinter der Feuerwehr deutlich tiefer in der Wiese sitze. „Städtebaulich ergibt sich durch diese Staffelung aber ein eher harmonisches Bild“, meint Richter.

Das sieht der Kreisverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) naturgemäß anders. In seiner jüngsten Stellungnahme zum Bebauungsplan spricht er von einer weiteren „Eschbornisierung“ des Oberurseler Stadtbilds.

Während sich die Kritik des BUND und einiger Stedter vor allem am Rewe-Markt entzündet, dürfte außer Frage stehen, dass der TV Oberstedten dringend eine neue, größere Halle braucht. Seit 2007 laufen beim Verein die Planungen.

Schon viele Bürger haben mit ihrer Spende wichtige Bausteine zum Projekt beigetragen, wie im Schaukasten des Vereins am Eingang zur alten Halle nachzulesen ist. Wer ebenfalls spenden möchte, erhält weitere Infos auf .

(mj)

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