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TheJoCraft alias Josef Heinrich Bogatzki leitete den Workshop in der Bücherei. Die Kinder waren dabei in ihre Tablets vertieft.

Minecraft-Workshop

Sie erwecken Lord Magma zum Leben

Erstmals hat die Stadtbücherei Oberursel einen Minecraft-Workshop angeboten und damit ein PC-Spiel in den Mittelpunkt des Seminars gestellt. Zusammen mit TheJoCraft erstellten dabei zwölf Kinder einen Film.

Schon mal etwas von Slime-Blöcken gehört, die einem Trampolin ähneln? Oder von explodierenden grünen Männchen namens Creeper und wütenden Endermen, die einen angreifen, nur weil man ihnen zu tief in die Augen geschaut hat?

Den zwölf Kindern, die am Freitagnachmittag an einem Workshop in der Stadtbücherei Oberursel teilgenommen haben, sind sie durchaus ein Begriff. Denn Figuren und Equipment gehören zum Computer-Spiel Minecraft, das momentan Hochkonjunktur hat. Elf Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren waren in Tablet-Computer statt in Bücher vertieft.

Angeleitet wurde der erste Minecraft-Workshop von YouTube-Star TheJoCraft, der im wirklichen Leben Josef Heinrich Bogatzki heißt und Lehrer werden will. „Ich studiere in Münster Mathematik und Musik, beschäftige mich aber in meiner Freizeit sehr gern mit Minecraft“, erzählt der 21-Jährige, während er zwischen den Tischen der Workshop-Teilnehmer läuft, die ihre Köpfe über ihren Tablets zusammenstecken und eifrig auf Bildschirme tippen.

„Minecraft ist wirklich eines der wenigen PC-Spiele, bei denen man kreativ sein kann. Es entstehen magische Welten, die man nach eigenem Gusto gestaltet, es ist ein Experimentieren und Forschen. Und es kann auch pädagogisch genutzt werden“, ist Bogatzki überzeugt.

Die Aufgabe der jungen Teilnehmer ist klar: Sie sollen zusammen einen Minecraft-Film erstellen. Und zwar in vier Schritten. „Erst einmal müsst ihr die Kulisse für den Film erstellen“, erklärt Bogatzki seinen jungen Fans, denen er vier unterschiedliche Drehbücher zur Hand gegeben hat. Hauptperson sei Steve, der verschiedene Szenen erlebt.

Weitere Charaktere sind ein Butler, und ein Kapitän sowie Lord Magma, der mit einem „wow, cool“ in der Profi-Runde aufgenommen wird. Bei letzterem handelt es sich auch um eine bekannte Figur des Spiels. Diese sowie die anderen Charaktere sollen nun in Welten mit vielsagenden Titel wie „Der Schatz“ oder „Burg Drachenfels“ integriert werden.

„Einer erstellt die Welt und ein anderer im Team verbindet sich mit ihm“, erläutert der Workshop-Leiter weiter. „Und wie kann ich mich transponieren?“, fragt die zwölfjährige Sarah, das einzige Mädchen im Kurs. „Das ist ganz easy“, meint ihr Tischnachbar und tippt flink auf den Tablet-Bildschirm. Nach wenigen Minuten befindet sich eine Figur, die von Sarah, auf dem Monitor und mit in der Minecraft-Welt ihres Nachbars. „Ja, geschafft“, freut sich die Oberurselerin, die seit etwa einem halben Jahr das PC-Spiel für sich entdeckt hat. „Es macht totalen Spaß, weil man seine Fantasie benutzen kann“, schwärmt sie.

Der elfjährige Ben hingegen spielt bereits seit drei Jahren Minecraft und er gehört zu den 140 000 Followern, mit denen TheJoCraft auf YouTube aufwarten kann. „Ich mag nicht nur Minecraft, sondern bin auch ein Fan von ihm“, deutet er auf den 21-Jährigen, der mit Korallen- und Betonblocks jongliert und Sätze sagt wie: „Ja, das ist die Logik der Minecraft-Welt, die wir lieben.“ Ben fragt sein Idol auch nach Autogrammkarten, die dieser nach dem Workshop, fleißig verteilt.

Bogatzki war bereits im vergangenen Jahr bei der Veranstaltungsreihe „Oberursel im Dialog“ in der Brunnenstadt gewesen. Er hatte damals eine Oberursel-Version von Minecraft entwickelt, mit der es möglich war, das Bahnhofsareal zu gestalten.

Nun also der Workshop für Kinder. „Im Rahmen der Kinderbücherei 3.0 bieten wir hier auch Tablets an, und die Kids spielen am liebsten Minecraft“, sagt Monika Mertens, Leiterin der Kinderbibliothek. Da lag es nahe, einen Workshop zum Thema anzubieten.

Der kreative Kurzfilm am Ende des Workshops, bei dem die Protagonisten einen Schatz ausmachen konnten, kann sich übrigens sehen lassen. Er ist in Kürze auch auf der Homepage der Stadt Oberursel auf zu finden.

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