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Feldbergschule: Mit Courage gegen Rassismus

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Von: Katja Schuricht

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Lydia Hudson und Ajay Brar sind stolz auf die Plakette. Damit ist die Feldbergschule die erste Schule der Stadt, die dem Netzwerk "Schule ohne Rassismus" angehört.
Lydia Hudson und Ajay Brar sind stolz auf die Plakette. Damit ist die Feldbergschule die erste Schule der Stadt, die dem Netzwerk "Schule ohne Rassismus" angehört. © ksp

Die Feldbergschule wird mit einer Plakette vom Netzwerk "Schule ohne Rassismus"ausgezeichnet. Schülerschaft und Kollegium wollen dem Titel nun Taten folgen lassen.

Oberursel - Stellt euch vor, wir hätten eine Gesellschaft, in der alle so sein dürfen wir sie sind. Stellt euch vor, in unserer Gesellschaft hätte jeder die gleichen Chancen." Das sind die ersten Sätze eines Bekenntnisses, das die 20 Mitwirkenden in dem knapp einminütigen Film "Für Diversität gegen Rassismus" nacheinander Wort für Wort sprechen.

Mit diesem Film, bei dem Schüler und Mitglieder des Kollegiums der Feldbergschule vor die Kamera getreten sind, hat sich die Schulgemeinde erfolgreich als erste Oberurseler Schule beim Netzwerk "Schule ohne Rassismus" beworben.

Sabrina Becker, Landeskoordinatorin "Schule ohne Rassismus", ist mit Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) in das Schulcafé mit dem passenden Namen "Café Vielfalt" gekommen, um die Anerkennungsplakette "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an das Team der Schülervertretung (SV) zu übergeben. "Die Plakette werden wir an den Eingang unserer Schule anbringen", berichtet Ajay Brar.

Der Schulsprecher hat gemeinsam mit den SV-Mitgliedern Lydia Hudson und Dennis Vogt das Projekt ins Rollen gebracht, umgesetzt und jetzt bei der Verleihung der Plakette vorgestellt. "Das Tolle ist, dass die Initiative aus der SV kam und von den Schülern eigenständig umgesetzt wurde", lobt Silvia Reviol. Die Schulseelsorgerin stand mit den beiden Sozialpädagoginnen aus dem Kollegium, Isabelle Immel und Duygu Ülger, den Schülern als Koordinatorinnen zur Seite.

"Dass die Feldbergschule jetzt 'Schule ohne Rassismus und Schule für Courage' ist, ist etwas Besonderes für Oberursel", findet Runge. "Vor allem weil es junge Leute sind, die sich bewusst mit diesem Thema beschäftigen und damit ein Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung, Mobbing und Gewalt setzen", erklärt Runge. Das erfordere auch Mut, stellt die Rathauschefin fest.

"Wir haben nicht nur diesen Film gedreht, sondern wir haben auch eine Abstimmung unter den Schülern gemacht, bei der jeder, der uns unterstützen möchte, ein Ja ankreuzt und sich damit verpflichtet, aufzustehen und gegen Rassismus einzustehen", informiert Ajay Brar.

Reflektieren und sensibilisieren

Dabei sei es nicht einfach nur darum gegangen, ein Kreuzchen an der richtigen Stelle zu setzen. "Es ging auch darum, selbst zu reflektieren, wie erlebe ich im Alltag Rassismus und Diskriminierung von anderen und wie gehe ich damit um", betont er. Lydia Hudson. "Ich höre genauer hin und werde mich wehren, wenn ich mitbekommen sollte, dass jemand rassistische Sprüche sagt oder auch nur ein Wort, das oft harmlos erscheinen mag und so leicht über die Lippen geht, aber rassistisch und beleidigend ist", berichtet Lydia. "Mit dieser Plakette außen an der Schule dokumentieren wir unser Bekenntnis zur Vielfalt deutlich", sagt Ajay Brar. "Doch das ist nur der erste Schritt, die eigentliche Arbeit fängt erst jetzt an", meint der Schulsprecher. "Wir planen auf alle Fälle, weitere Projekte anzubieten", sagt der 18-Jährige. "Wir haben an unserer Schule Schüler aus so vielen Nationen", fügt er hinzu. "Schön wäre es beispielsweise, eine Wand künstlerisch zu gestalten, die diese Vielfalt dokumentiert. Dazu hatte bereits ein Schüler der Stufe elf die Idee", verrät er.

Schulleiter Peter Selesnew freut sich, dass seine Schüler sich gegen Rassismus stark macht und dass die Feldbergschule jetzt als "Schule für Courage" zertifiziert ist. Selesnew wertet diese Auszeichnung als "starkes Zeichen nach außen", einen symbolischen Akt zwar, der aber gerade für die Feldbergschule als Berufsschule wichtig sei. "Denn daran erkennen alle, wie vielfältig und divers unser System", betont Selesnew und verweist auf die internationale Zusammensetzung der Schülerschaft und des Kollegiums.

"Uns allen ist bewusst, dass es jetzt gilt, dieses Statement mit Taten zu füllen. "Mit diesem Schild verpflichten wir uns, uns an einem Tag im Schuljahr intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen", erklärt er.

"Jetzt geht es für uns darum, dass jeder seinen Beitrag leistet, damit wir uns an unserem Ort des Lernens und des Lehrens dagegen stellen, wenn jemand ausgegrenzt wird, nur weil er 'anders' ist." Niemand, fügt er hinzu, sei von Geburt an Rassist. ksp

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