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Die Helen-Keller-Schule brachte ?Batman ? Die Show? auf die Bühne.

Inklusives Festival

Finde den Helden in dir bei den Schultheatertagen

Was passiert, wenn Batman in Rente geht oder wenn Julia ihren Romeo nicht liebt? Diesen und weiteren Fragen gingen etwa 50 Künstler beim ersten inklusiven interkulturellen Theaterfestival in der Burgwiesenhalle nach. Die Veranstaltung war erstmals Teil der Oberurseler Schultheatertage.

„Du hast das Zeug zum Superhelden“, tönte es am Freitagnachmittag von der Bühne der Burgwiesenhalle in Bommersheim. Dass sie das Zeug dazu hatten, das konnten die 15 Mitglieder der Theater-AG der Helen-Keller-Schule bei ihrer Aufführung gleich unter Beweis stellen. Die Akteure der Einrichtung für Schüler mit Förderbedarf bildeten den Auftakt zum ersten inklusiven interkulturellen Theaterfestival der Oberurseler Schultheatertage und boten dem Publikum einen heldenhaften Auftritt.

Nicht nur die Akteure auf der Bühne hatten Spaß und hielten sich oft lachend Bauch und Mund, sondern auch die rund 200 Zuschauer, die die Mädchen und Jungen mit Klatschen und Jubelrufen anfeuerten. Am Ende spendeten die Zuschauer den Darstellern stehend Applaus.

Dabei war ein Großteil des 15-köpfigen Ensembles vor dem Gang auf die Bühne ganz schön aufgeregt. Beispielsweise die 17-jährige Jasmin, die Theater mag und ihre Nervosität mit einem einfachen Mittel bekämpfte: „Wir bekommen alle Beruhigungsschokolade“, erzählte sie lachend. Auch ihre Mitschülerin Charlotte (17) versuchte, ihr Lampenfieber in den Griff zu bekommen, zumal sie auch als Sängerin brillieren wollte. „Ach, ich singe einfach los, und dann läuft das schon.“ Ganz schön cool hingegen wirkte der 13-jährige Nico. „Ich bin gar nicht aufgeregt“, meinte er gelassen. Schließlich ging es ja in dem Stück um Batman und darum, „den Helden in Dir zu finden“.

Und das war auch das Thema des selbst entwickelten Stückes „Batman – Die Show“, das zum Großteil auf Ideen der Schüler basierte und beim Festival Premiere feierte. Es ging um einen alternden Batman, der nicht mehr in der Lage war, Oberursel zu beschützen. So beschloss die Gruppe, bei einer Casting-Show den nächsten Batman zu wählen. Dazu gehörten ein Showmaster im glänzendem Anzug und von seriöser Statur, zwei Punktegirls und die entsprechenden Kandidaten, die diverse Aufgaben zu erfüllen hatten.

Doch was wäre Batman ohne einen Schurken? Dieser trat mit einem höhnischen Lachen in diversen Filmausschnitten auf, bedrohte die S 5, womit Oberursel von Frankfurt abgeschnitten war, oder legte eine Bombe in einem Hochhaus. Am Ende gab es für Evilman kein Entkommen, denn der Showmaster beschloss: „Wir tanzen ihn verrückt.“ Was die Batmananwärter unter dem Jubel der Zuschauer am Ende auch taten.

Überhaupt lösten die insgesamt 50 auftretenden Künstler der Veranstaltung Begeisterungsstürme beim Publikum aus. Außer der Theater-AG der Helen-Keller-Schule traten die Künstler Piter Shed aus St. Petersburg auf, die Theaterträumer aus Langen sowie die Bunte Bande aus Oberursel.

Allen Gruppen gemein war die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen sowie die Integration von Flüchtlingen. So gingen bei den Theaterträumern zehn junge Migranten zusammen mit deutschen Schauspielern auf die Bühne und erzählten die Geschichte von Leyla und Anton.

Die zwölf Gäste aus Russland zeigten in farbenprächtigen Kostümen Pantomime vom Feinsten, während die elf Schauspieler der Bunten Bande das Stück „Romeo liebt Julia, Julia liebt Romeo nicht“, aufführten.

„Das Motto des Festivals ist Kultur lebendig, grenzenlos und bunt. Damit stellen wir ein Stück gelebte Inklusion auf die Bühne“, sagte Christina Zanker, Gruppenleiterin beim organisierenden Internationalen Bund (IB). Bei einem Besuch der russischen Theatergruppe sei man auf die Idee gekommen, die eigene Theatergruppe erneut zu aktivieren und ein solches Festival bei den Schultheatertagen zu veranstalten. Mitorganisatoren waren die Helen-Keller-Schule sowie das Netzwerk All Inclusive. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die einer Wiederholung würdig ist.

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