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Der Park der Klinik Hohe Mark ist seit 2010 Schauplatz des Theaters im Park.

Jubiläum

Freilichtbühne? Das lohnt sich!

Das Theater im Park (TiP) feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Die Vorgeschichte begann auf dem Oberurseler Marktplatz.

Die Geschichte von Theater im Park (TiP) ist auch seine Geschichte: Klaus-Peter Hieronymi war von Anfang an als Mitarbeiter der städtischen Abteilung für Kultur, Sport und Soziales als Produktionsleiter in das Geschehen eingebunden. Als „KP“, wie Hieronymi genannt wird, von TiP erzählen soll, lehnt er sich in seinem Bürostuhl zurück:

„Die Geschichte beginnt im Jahr 1991, als Oberursel seine 1200-Jahr-Feier begeht“, erinnert er sich. „Damals sollte ein Heimatstück, „Das Spiel von der befreiten Glocke“, in Mundart auf dem Marktplatz, direkt vor dem Malerwinkel, aufgeführt werden.“ Im selben Jahr entstand auch der „Theater Verein“, dessen Mitbegründer Jochen Ziegler war. „Ziegler wurde damit beauftragt, das Stück zu inszenieren“, erzählt Hieronymi weiter. „Es wurde vier oder fünf Mal aufgeführt, war ein voller Erfolg, und Jochen Ziegler war der Meinung, es lohne sich, ein dauerhaftes Freilichttheater aufzubauen“, sagt Hieronymi, heute Vorsitzender des TiP-Ausschusses des Kultur- und Sportfördervereins Oberursel (KSfO).

Also schickte der damalige Kulturamtsleiter Heinz Wilhelmi Ziegler und Hieronymi mit der Aufgabe los, eine Spielstätte zu finden. „Wir haben uns einige Orte angesehen, darunter auch die Bleiche und den hinteren Teil des Freibades, doch kein Platz erfüllte alle Voraussetzungen“, berichtet Hieronymi. Der damalige Bürgermeister Thomas Schadow (CDU) war es, der die beiden Männer schließlich auf die richtige Fährte brachte, nachdem er einen Termin in der „Villa Gans“ und im Park der Gewerkschaftsjugend absolviert hatte. Die kleine Lichtung mit Scheinzypressen war die perfekte Kulisse, die Mittelmeerbäume wurden sogar zum Logo der Veranstaltung gemacht.

Natur als Kulisse

Das erste Stück wurde dort 1994 aufgeführt: „Don Carlos“. „Das Bühnenbild war damals noch sehr einfach gehalten, die Natur um die Bühne war die eigentliche Kulisse“, weiß Hieronymi. „Jochen Ziegler hatte immer eine Vision für sein Stück und war sehr detailverliebt“, lobt Hieronymi den ersten Regisseur des Theaters im Park.

Ziegler achtete von Anfang an darauf, dass sich die Genres der Stücke mischten und Abwechslung boten. Auf „Don Carlos“ folgte die Shakespeare-Komödie „Was ihr wollt“ und darauf „Des Teufels General“. Jochen Ziegler hatte bereits komplexe Vorbereitungen für dieses Stück getroffen und Notizen zu jedem einzelnen Kostüm verfasst. Doch er sollte seine Visionen nicht mehr umsetzen können. Ziegler starb unerwartet. Die Bad Homburgerin Hella Deetjen übernahm das Projekt als Regisseurin.

Von 1997 bis 2002 war Joachim Brunke verantwortlich – der bislang einzige Regisseur, der selbst Teil des Ensembles war. Bei „Prinz Friedrich von Homburg“ spielte er 1999 sogar die Hauptrolle.

Der Frankfurter Andreas Walther-Schroth führte von 2003 bis 2017 Regie. Er inszeniert nun im Jubiläumsjahr das Stück „Diener zweier Herren“. Volker Zill hatte im vergangenen Jahr mit „Don Quijote und Sancho Pansa“ seinen Einstieg. Es war nicht nur ein Jahrhundert-Sommer, sondern auch eine der erfolgreichsten Aufführungen in der Historie des Theaters im Park mit einer Auslastung von 88 Prozent. Auch „Figaros Hochzeit“ 2003 und „Ein Sommernachtstraum“ 1997 gehörten zu den meistgesehenen Stücken.

Etatkürzung als Einschnitt

Ausstattung und Kulisse wurden über die Jahre immer professioneller. Seit 2002 (Katharina Knie) kümmert sich der Oberurseler Illusionsmaler Wojtek Wellenger um das Bühnenbild. Mittlerweile erhält er bei den Entwürfen für Bühne und Plakat Unterstützung von der Fachoberschule Gestaltung der Hochtaunusschule.

„Ein großer Einschnitt für uns war die Haushaltskonsolidierung und die damit verbundene Kürzung des Etats um 45 000 Euro im Jahr 2013“, sagt KSfO-Geschäftsführer Udo Keidel-George. „Viele Dienstleistungen, die zuvor durch den Bau und Service Oberursel (BSO) erbracht wurden, fielen weg.“ Doch es fanden sich Sponsoren und neue Partner, die das Projekt unterstützen.

Einer davon ist die Klinik Hohe Mark, die seit 2010 Spielstätte ist. Dort wurde der „Datterich“ als erstes Stück aufgeführt. Die Lokalposse ist das einzige Schauspiel, das zwei Mal gezeigt wurde, nämlich erneut zum Hessentag 2011. „Daher haben wir die Bühne mit besonders hochwertigem Material gebaut, schließlich musste sie zwei Spielzeiten überstehen“, sagt Keidel-George. Leider ging die Rechnung nicht auf, zu wenige Besucher schauten sich die Komödie fernab des Festgeschehens in der Stadt an.

„Figaros Hochzeit“ überraschte die Zuschauer mit einem barocken Feuerwerk, und im „Kleinen Teehaus“ kam ein Army-Jeep zum Einsatz, der bereits in dem Kriegsfilm „Die Luftschlacht um England“ zu sehen gewesen war. „Unser TiP war schon immer ein Gesamtkunstwerk“, sagt Keidel-George.

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