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Frühlingserwachen im Oberurseler Schulwald

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Von: Esther Fuchs

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Mit allen Sinnen durch die Wiese: Groß und klein bestimmen, was da so kreucht, fleucht und wächst.
Mit allen Sinnen durch die Wiese: Groß und klein bestimmen, was da so kreucht, fleucht und wächst. © efx

Der Förderverein Schulwald richtet sich mit einem großen und lehrreichen Natur-Aktionstag gezielt an Familien. Auch für die Sommerferien gibt es ein Programm.

Oberursel - Ari hat "etwas Fliegendes, Krummes und etwas mit Blüten" auf das rund 40 mal 40 cm große Leinentuch gelegt. Der Fünfjährige erklärt gemeinsam mit seinem Vater Raban die Fundorte der Pflanzenteile. Später wird er sie mit anderen Kindern als Blumenmosaik auf Modelliermasse drücken. Daraus entsteht dann ein Blumenmedaillon.

Am vergangenen Samstag war in Oberursel "Frühlingserwachen im Schulwald". Familien nutzten das Angebot gerne. Der Förderverein Schulwald organisierte das Treiben. Die Stadt machte mit. Ein buntes Programm bot Abwechslung für Groß und Klein. Der Spaß war lehrreich und kurzweilig gestaltet.

"Wir verstehen uns als ein umweltpädagogischer Lehr- und Lernort", erklärte Klaus Witzel, Vizechef des Fördervereins den Naturort am Ende des Altenhöfer Wegs, der eine fast 30-jährige Geschichte hat.

Ari und sein Vater fanden auf den nahe gelegenen Wiesen, die mit ins Freiluftprogramm aufgenommen worden waren, allerlei interessante Pflanzen. Die sieben Jahre junge Frida und ihre Mutter Nicole hatten sich dem Vater-Sohn-Gespann angeschlossen. Gemeinsam lauschte man Referentin Stefanie Franz, die sich im Schulgarten und auf den Wiesen bestens auskennt. Franz gab eine Führung für Kinder und Eltern. Die Kinder erhielten kleine Aufgabenkarten, die sie bestimmte Pflanzenstücke oder Blumen suchen ließ. Die Fundstücke arrangierte man dann auf den weißen Leinentüchern.

Frida kennt sich ganz gut aus, besucht sie doch schon die erste Klasse der Grundschule Mitte. Das Klassenmaskottchen, Frosch Fred, hatte sie im Auftrag der Mitschüler dabei. Fred und Frida sollen demnächst in der Klasse berichten, was sie im Schulwald erlebt haben.

Von Stefanie Franz erfuhren die Kinder, dass Löwenzahn essbar ist. "Allerdings enthält er viele Bitterstoffe, die ungewöhnlich schmecken können." Die Pflanze sei sogar recht gesund, fuhr Franz fort. "Wenn man immer viel Lust auf Süßes hat, fehlen dem Körper diese Bitterstoffe", verriet sie und erklärte, dass auch Chicorée und Rucola diese Bitterstoffe besitzen.

Ihr bitterer Geschmack sei jedoch durch Züchtungen abgeschwächt worden, so die Naturexpertin.

"Darf man eigentlich auch Butterblumen essen?", lautet sogleich eine Frage aus der Runde . Die Antwort folgte prompt: "Nein, nein. Auf keinen Fall. Der Name Butterblume klingt harmlos. Die Pflanze verursacht sogar bei Menschen mit empfindlicher Haut Ausschlag, wenn sie zum Beispiel mit dem Bein berührt wird." Am Waldhaus im Schulwald trafen im Laufe des Tages immer wieder Menschen ein, die im Schatten des Blätterdachs Erholung suchten. Kaffee, Kuchen, Wurst und andere Leckereien wurden zur Stärkung gereicht. Aktivitäten gab es auch dort einige. Imker Oliver Schulte-Mäter und sein Kollege Ralf Dreher zeigten nahe der historischen Sägehütte, wie Bienen leben und woher der Honig kommt.

Mittags nutzten die Gäste eine Führung über Käfer und anderes Kleingetier. Der Förster war in Gestalt des Forstingenieurs und Wildtierbiologen Luis Kriszeleit zugegen. Auch er erklärte, wie ein Förster im Wald arbeitet.

Im Schulwald haben sich im Laufe der Jahre diverse natürliche Lebensräume entwickelt, so der Forstangestellte. Sabine Palinkas von der Stadt Oberursel mit den Themen Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz betraut, wusste, dass das etwa zehn Hektar große Areal der Stadt besonders für Kinder aus Schulen und Betreuungseinrichtungen interessant ist. Kleine Forscher der Altersgruppe fünf bis zwölf Jahre, aber auch vermehrt ältere Schülergruppen informierten sich hier häufig zum Thema Natur.

Am Samstag schauten auch politische Akteure der Stadt vorbei. Bürgermeisterin Antje Runge und auch Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler waren unter den Besuchern auszumachen. "Ich bin gerne hier", erklärte Köhler. Er jogge oder spaziere oft in dieser Ecke. Der Tag im Wald endete mit guter Laune und viel neuem Wissen im Gepäck.

Ferienwoche im Forst

Wer in den Sommerferien noch Zeit und Lust hat, kann vom 15. bis 19. oder vom 22. bis 26. August im Schulwald der Natur auf die Spur gehen oder sich als "Spurensucher" betätigen. Die Ferienspiele der Stadt warten dann im Schulgarten auf Kinder von acht bis elf Jahren. Es ist ein kreatives Programm geplant. Von 9.30 bis 15.30 Uhr soll die Natur unter die Lupe genommen werden. Anmeldeschluss ist am 15. Juli. Die Kosten belaufen sich auf 160 Euro pro Kind. Die Preise sind inklusive Verpflegung. Es gilt zu beachten, dass pro Familie nur eine Ferienwoche angeboten werden kann. Die Anmeldungen erfolgt per E-Mail an schulwald@oberursel.de.

Die unverzichtbaren Bestimmungsutensilien für Feld, Wald und Wiese sorgen für viel Erkenntnisgewinn.
Die unverzichtbaren Bestimmungsutensilien für Feld, Wald und Wiese sorgen für viel Erkenntnisgewinn. © efx

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