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Dieser Autofahrer darf hier fahren. Doch Autofahrer, die auf der Hauptstraße in der Gegenrichtung müssten spätestens hier wenden. Das tun aber viele nicht und werden lieber zu Geisterfahrern.

Verkehr

Oberursel: Großer Ärger am Nadelöhr in der Hauptstraße Oberstedten

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In Oberstedten halten sich nicht alle Autofahrer an die geänderte Verkehrsführung in der Hauptstraße. Die Stadt will nachbessern.

Oberstedten - "Sind ja nur gut 30 Meter. Macht doch nichts, wenn ich da durchfahre." Das scheinen derzeit viele Autofahrer im Oberstedter Ortskern zu denken. Denn dort ist auf der Hauptstraße eine Fahrbahn gesperrt, weil ein Baukran auf die Straße ragt. Autofahrer, die aus Richtung Niederstedter Straße kommen, werden daher über Mittelstedter Straße, Alter Weg und Feldstraße umgeleitet.

Oder sie fahren bis zur Baustelle vor, schauen, ob es Gegenverkehr gibt und brausen dann einfach das kurze Stück gegen vorgeschriebene Fahrtrichtung. Obwohl der Umweg maximal zwei Minuten länger als der direkte Weg über die Hauptstraße dauert.

Oberursel: Verkehrsprobleme in Hauptstraße Oberstedten

Die Stadt hat schon vor einigen Wochen reagiert: Damit die Autos nicht mehr auf den Bürgersteig ausweichen, wurden Absperrgitter aufgestellt. Gebracht hat es freilich wenig. Schon die eine oder andere gefährliche Situation hat sich hier ereignet, weil sich Autos Kühlerhaube an Kühlerhaube sich gegenüberstehen.

"Hier fahren doch alle durch", meint eine Fußgängerin, die mit ihrem Hund die Baustelle passiert. "Das ist unglaublich." Egal, ob Lieferwagen, Autos, Fahrräder. Sie glaubt, dass vor allem die Oberstedter selbst kurzfristig zu Geisterfahrern werden. "Die Auswärtigen biegen vorne in den Mittelstedter Weg und fahren die Umleitung", hat sie beobachtet, während ein weißer Ford an ihr vorbeifährt - in der falschen Richtung.

Oberursel: Hat Stadt Mitschuld an Chaos in der Hauptstraße in Oberstedten?

Sogar Stadtbusse fahren hier mitunter durch, hat ein weiterer Anwohner beobachtet. Für ihn hat die Stadt eine Mitschuld an dem Durcheinander. "Das Umleitungsschild ist viel zu klein", findet er. "Da ist nur ein Umleitungspfeil drauf, ohne weitere Informationen", sagt er. Das würden viele Leute übersehen. Sie stellen erst fest, dass sie eigentlich nichtmehr weiterfahren können, wenn sie vor der Absperrung stehen. "Dann ist es hier recht eng und wenden schwierig. Da fahren sie dann lieber das Stück auf der Gegenfahrbahn. Das ist alles verrückt!"

Zu klein sei dieses Umleitungsschild, moniert ein Anwohner.

Noch verrückter ist für ihn, dass die Geisterfahrer zum Teil mit einer aberwitzige Geschwindigkeit durch die Engstelle rasen, weil sie unbedingt noch vor einem entgegenkommenden Auto die Baustelle passieren wollen. Auch da gebe es fast täglich Beinahe-Unfälle.

Oberursel: Stadt sind Probleme an Hauptstraße in Oberstedten bekannt

Bei der Stadt ist das Problem bekannt. "Wir hatten deswegen schon einen Ortstermin mit Stadtpolizei und Verkehrsbehörde, um zu sehen, wie man der Situation Herr werden könnte", sagt Stadtsprecherin Nina Kuhn. Dabei habe man sich problemlos überzeugen können, das immer wieder Autofahrer durchhuschen. Bis zu dem Ortstermin war die Durchfahrt noch für den Lieferverkehr für Anlieger freigegeben. Aber das sei offenkundig weidlich ausgenutzt worden, um sich die Umleitung zu sparen, berichtet die Stadtsprecherin.

Jetzt werde man erneut nachbessern, verspricht sie. "Wir werden dort noch eine zusätzliche Sperre auf der Fahrbahn anbringen", sagt sie, so dass das Einfädeln auf die Gegenfahrbahn erschwert und unattraktiver werde. Auch ein größeres Umleitungsschild werde man wohl anbringen. Die Änderungen würden in den nächsten Tagen umgesetzt, dann werde man die Situation weiter beobachten. Schließlich soll die Baustelle voraussichtlich noch bis Dezember bestehen bleiben.

Oberurstel: Anwohner hoffen auf Verbesserung an Hauptstraße in Oberstedten

Wenn die Änderungen greifen, biegt ja vielleicht die Autofahrerin mit ihrem SUV nicht mehr - wie gestern Morgen beobachtet - von der Schmiedgasse nach rechts in die Hauptstraße ab, sondern fährt die Umleitungsstrecke. Ob sie das Sperrschild tatsächlich übersehen hat oder absichtlich durchgefahren ist, lässt sich nicht sagen. Vielleicht war sie ja nur von ihrem Smartphone abgelenkt, mit dem sie gerade telefonierte.

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