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Mit unerlaubten Mitteln hält der Eppsteiner Lukas Müller (rechts) den Oberurseler Bennet Wienand (mit Ball) auf.

Handball

Der Heimauftakt geht für die TSG Oberursel in die Hose

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Wer hätte das gedacht? Nach guter Vorbereitung können die 1. Mannschaften der TSGO erst einmal nicht punkten.

Jochen Krusch hat vieles mitverantwortet, was den Handball bei der TSG Oberursel in den vergangenen vier Jahrzehnten auszeichnete: Als die Damenmannschaft in der Bundesliga spielte – 1979/80 war das – fing er gerade als Abteilungsleiter an. Zum Auftakt der Saison 2018/19 wurde Jochen Krusch nun unter großem Applaus in der EKS-Halle verabschiedet. Zuvor waren die 19 Jugendmannschaften der TSGO eingelaufen.

Er habe aufgehört, weil es in seinem Verein genügend Leute für eine Nachfolge gibt, sagte der 70-jährige Krusch, dem die beiden 1. Mannschaften allerdings kein Abschiedsgeschenk machten: Erst verloren die Männer in der Landesliga Mitte mit 29:32 das Taunus-Derby gegen die TSG Eppstein, dann hatten die Oberliga-Frauen gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden vor inzwischen 400 Zuschauern überraschend deutlich mit 31:39 das Nachsehen. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Krusch, „vor allem von unserem Frauen-Team habe ich mir mehr erhofft.“

Das stark verjüngte Männer-Team des neuen Trainers Ergün Sahin hatte zunächst den guten Eindruck der Vorbereitung bestätigt und nach 20 Minuten mit zwei Toren geführt. Den angekündigten Tempohandball bot die TSGO auch in der Folge, die Abwehr verlor jedoch an Stabilität und „es gab zu viele Einzelaktionen, damit hatten wir wenig Erfolg“, erkannte Sahin. Schon zur Pause hatten die Gäste um Ex-Nationalspieler Jan Immel auf der Trainerbank den Spieß zum 14:16 umgedreht.

Nach dem Wechsel bestimmten die Eppsteiner weiterhin das Geschehen. Oberursel steckte zwar nicht auf und blieb auch dran, aber es lief nicht nach Wunsch. Sahin stellte immer wieder um, jedoch blieb die Wende aus. Hinzu kam, dass er sich von den Schiedsrichtern benachteiligt fühlte. „Die Abwehr war nicht so gut und unser Spiel wurde langsamer, somit waren wir auch nicht mehr so erfolgreich“, resümierte der Coach.

Spielfilm: 7:5 (10.), 11:9 (20.), 14:16 (30.), 20:21 (30.), 26:27 (50.), 29:32 (60.). – Oberursel: Adi Hadziabdic, Lotz, Jockel (6), Juli (4/1), Ebel (4), Ghinea, Müllerleile, Avemann (je 3), Wienand, Weiß (je 2), Ilestro, Aldin Hadziabdic (je 1), Landvogt, Walz.

Eine regelrechte Abfuhr erhielten die ambitionierten Oberliga-Handballerinnen der TSGO gegen Mitfavorit HSG Rodgau Nieder-Roden. Das 31:39 muss die Mannschaft erst einmal verkraften. „Wir waren auf allen Positionen schlechter und haben viele Fehler gemacht“, nahm Trainer Paul Günther kein Blatt vor den Mund, „ich bin aber überzeugt, dass wir am nächsten Sonntag eine andere Mannschaft sehen.“ Dann geht’s zum TV Hüttenberg – immer ein unbequemer Gegner.

Die TSGO führte nur einmal (beim 4:3), kaum eine Spielerin zeigte, was wirklich in ihr steckt. Phasenweise krempelten Viktoria Heilmann und Michelle Okrusch die Ärmel hoch und steuerten einige Tore bei, doch das allein reichte nicht. Die Deckung war alles andere als sattelfest, die Torfrauen nicht gut in Form, mehrfach wechselte Günther auf dieser Position. Das 16:19 zur Pause hielt sich noch in Grenzen, doch nach dem Wechsel gab es keine entscheidende Veränderung im Spiel der TSGO. Im Gegenteil, der Rückstand wurde noch größer, und am Ende stand eine Niederlage, die bisher die höchste unter Trainer Günther ist. Ihm war die Enttäuschung an den Augen abzulesen. Seiner Mannschaft, die mindestens Zweiter werden möchte, fehlte die Linie und eine Akteurin, die das Heft in die Hand nahm. In dieser Beziehung war Nieder-Roden ein Vorbild: Die Gäste waren gleichmäßig gut besetzt und hatten in der früheren Ober-Eschbacherin Jana Heßler eine Führungsspielerin.

Die TSGO-Damen können es deutlich besser, eine Steigerung ist zu erwarten, auch Jochen Krusch wird das Team bestimmt bald wieder siegen sehen. Wenn er nicht gerade im Stadion ist. Als Fan von Eintracht Frankfurt, sagte Krusch, wolle er nach seiner Zeit als Handball-Funktionär öfters live die Daumen drücken.

Spielfilm: 6:7 (10.), 8;13 (18.), 16:19 (30.), 18:25 (38.), 24:30 (47.), 28:36 (54.), 31:39 (60.). – Oberursel: Schilling, Petri; Michelle Okrusch (8), Heilmann (8/3), Mies (7), Nadine Okrusch (3), Walde (2), Pierags, Greb, Stahl (je 1), Hulin, Löbrich, Krasnansky.

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