Humorvoll durchs Jahr

Henning Rathjen hat einen Kalender mit zwölf Cartoons gezeichnet

Zum Hessentag in Oberursel 2011 hatte Henning Rathjen bereits schon einmal einen Kalender mit Cartoons geschaffen. Nun hat er der 52-Jährige wieder zum Stift gegriffen und Bilder gezeichnet, zu denen er sich nicht zuletzt bei seinen Streifzüge durch die Stadt inspirieren lässt.

Eine Hundehütte in einem Vorgarten, von einer Maklerin als großzügiges Apartment angepriesen. Okay, so schlimm ist es auf dem Wohnungsmarkt in Oberursel noch nicht, soll aber auch ein Witz sein. Genauer gesagt ein Cartoon. Gezeichnet hat ihn – so wie elf weitere – Henning Rathjen. Auf diese Weise nimmt sich der Zeichner Themen wie die Wohnraumknappheit im Rhein-Main-Gebiet mit einem Augenzwinkern an.

Der Oberurseler lebt und arbeitet als Illustrator in der Brunnenstadt und hat seinem Wohnort wieder einen Kalender gewidmet. Wieder muss es deshalb heißen, weil der heute 52-Jährige bereits zum Hessentag 2011 einen Oberursel-Kalender gestaltet hat.

Jetzt hat es ihn wieder in seinen Fingern gejuckt, und er hat erneut zum Stift gegriffen und sich vor dem Computer-Bildschirm gesetzt, um seine Kreativität auszuleben. Denn Rathjen zeichnet tatsächlich an einem speziellen Bildschirm, das allerdings per Hand.

Auf seinen Streifzügen durch Oberursel fällt ihm immer wieder etwas ein und vor allem auf. Aber auch durch Zeitungslektüre und Gespräche kam er auf Ideen für seinen Oberursel-Kalender. Helikopter-Eltern, der Maasgrund als zweites Loch Ness oder auch das Lindenbäumchen – das alles hat er in lustigen Bildern festgehalten.

„Witzig zu sein ist schon schwierig, aber einen Gag auf nur einem Bild auf den Punkt zu bringen, das ist sozusagen die Essenz von Humor und unglaublich schwierig“, bekennt Rathjen. So manches, was er am Abend zuvor noch für einen Geistesblitz hielt, liegt am Morgen schon wieder im Papierkorb.

„Meine Frau Vanessa ist meine erste Instanz in Sachen Humor, vielleicht gerade, weil wir da eine manchmal andere Auffassung haben“, plaudert Rathjen aus dem Nähkästchen. Der Zeichner ist Kiel geboren und in einem kleinen Dorf bei Bruchsal aufgewachsen.

Wer meint, Henning Rathjen sei schon mit Stift und Papier zur Welt gekommen, der irrt. „Ich habe zwar schon als Junge gern gezeichnet. Als Fünfjähriger mit Vorliebe Totenköpfe – zum Leidwesen meiner Mutter“, gesteht er.

Doch ein Design-Studium anzufangen, das habe er sich erst später getraut. „Ich dachte, ich mache erst mal eine Schlosserlehre und nebenbei habe ich für Kneipen Graffitis gemalt“, erinnert er sich.

Sogar während des Wehrdienstes, Rathjen war bei der Marine, brach die kreative Ader durch und er zeichnete seine Mannschaftskollegen als Ratten – natürlich nett gemeint. Die Ergebnisse wurden an die Kabinentür gepinnt – größeres Lob kann es nicht geben.

Mit der Arbeit am Oberursel-Kalender hat Henning Rathjen Ende Mai begonnen. „Zehn Stunden für einen Cartoon, das war bisher meine schnellste Leistung“, erzählt er. Zuerst zeichnet Rathjen eine Skizze auf Papier, die er schließlich am PC nachzeichnet.

Doch warum arbeitet der Illustrator am PC? „Zuerst kommen die Outlines, also die Umrisse und dann koloriere ich das Ganze“, erklärt er. „Das Arbeiten am PC hat den Vorteil, dass man die Farben ganz leicht ändern kann.“

Der Kalender ist in der Buchhandlung Bollinger im Camp King und bei Lido Concept Store in der Unteren Hainstraße erhältlich und kostet 23 Euro.

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