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Wiesen und Bäume ? noch. Auf dem ehemaligen Hochtief-Gelände will die Pecan Development GmbH bauen.

Gewerbe- und Wohnquartier

Hier sollen 2020 die Bagger anrollen

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Heute Abend wird sich der Bau- und Umweltausschuss mit dem Bebauungsplanvorentwurf fürs ehemalige Hochtief-Gelände im Süden der Brunnenstadt befassen. Kritik am Projekt gibt es bereits.

Rund drei Hektar groß ist das frühere Hochtief-Gelände zwischen Zimmersmühlenweg und Ludwig-Erhard-Straße, auf dem, wie berichtet, ein neues Gewerbe- und Wohnquartier entstehen soll. Unter dem Namen „Neumühle“ sind auf dem brachliegenden Areal Gebäude mit Büroflächen vorgesehen, ein Komplex der Ketteler-LaRoche-Schule, die dorthin umziehen möchte – mitsamt kleinem Wohnheim für die angehenden Erzieherinnen –, Mehrfamilienhäuser sowie Einfamilienhäuser als Reihen- beziehungsweise Doppelhäuser.

In großen Schritten geht es jetzt in Richtung Realisierung: Der Bebauungsplanvorentwurf steht, heute Abend diskutiert ihn der Oberurseler Bau- und Umweltausschuss (17.45 Uhr, Brasserie in der Stadthalle, Kolleg Bommersheim). Stimmen alle Gremien – abschließend das Stadtparlament am 13. Dezember – zu, startet die Bürger- und Trägerbeteiligung Anfang kommenden Jahres. Im dritten Quartal 2019 soll der Satzungsbeschluss vorliegen – mit der Bodensanierung und ersten Erschließungsarbeiten könnte der Investor, die Pecan Development GmbH, dann 2020 beginnen, sagte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) am gestrigen Dienstag.

„Ideale Lage“

Die Lage des Standorts findet Brum „ideal“ – U-Bahn- und S-Bahn-Haltepunkte seien in unmittelbarere Nähe, außerdem der Rewe-Markt, zur anderen Seite hin unverbaute Wiesenflächen. Das jetzt vorliegende städtebauliche Konzept stelle sicher, dass die Wohnbebauung über zehn Meter Abstand zum Wasserlauf des Urselbachs lasse, betonte Brum. Am Bach vorgesehen sind neun Einfamilienhäuser, dahinter folgen zehn Reihenhäuser. Der Rest der insgesamt 97 Wohneinheiten soll in zwei großen Mehrfamilienhäusern in Geschossbauweise entstehen, und zwar in Richtung der Büroflächen. Die wiederum grenzen an den Lebensmittelmarkt an und sollen weitere Firmen nach Oberursel locken – Brum denkt an zwei bis vier Hauptnutzer. Der Campus soll in Richtung Ludwig-Erhard-Straße Platz finden.

Insgesamt sind für die Bebauung mit Schule, Wohnheim und Bürogebäuden rund 10 500 Quadratmeter vorgesehen, der Wohnbebauung werden rund 14 000 Quadratmeter zugeschlagen, 4000 Quadratmeter sind Verkehrsfläche.

Das Gebiet ist über den Zimmersmühlenweg und die Straße In den Schwarzwiesen erschlossen. Ein zusätzlicher Erschließungsstich, sagte Brum, soll zwischen Gewerbe und Wohnen vom Zimmersmühlenweg aus ins Quartier führen – und in Richtung Ludwig-Erhard-Straße wieder raus. Die Erschließung, so die Verwaltung, sei bereits jetzt als gesichert einzuschätzen. Ein entsprechendes Verkehrsgutachten sei erstellt worden.

Vor allem im Ortsbeirat war, wie berichtet, die Angst vor einer zusätzlichen verkehrlichen Belastung geäußert worden. Die Stadtplaner aber hoffen, dass die künftigen Bewohner vermehrt auf den ÖPNV setzen – der Standort sei „absolut super“, um auf ein Auto zu verzichten, sagte Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus. Dennoch wird es Fahrzeuge geben, und dafür auch eine Tiefgarage, und zwar für die Mehrfamilienhäuser und die Bürogebäude. Auch oberirdisch sollen Stellplätze entstehen.

20 Prozent der Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern sollen im preisgünstigen Segment sein. Das hätten die Verhandlungen mit dem Investor ergeben, erklärte Brum. Ursprünglich ging man von nur 15 Prozent aus – unter anderem die Grünen und die Linke hatten hier eine Erhöhung gefordert.

Im Süden der Brunnenstadt soll zudem eine zusätzliche Kindertagesstätte entstehen, sagte Brum auf Nachfrage dieser Zeitung. Drei, vier mögliche Standorte habe die Stadt ins Auge gefasst. Die Betreuungsplätze werden dringend benötigt – wie berichtet, sollen auch an der Bommersheimer Straße neue Wohnungen geschaffen werden. Die Investoren zahlten dafür Infrastrukturmittel im sechsstelligen Bereich, erläuterte Brum. „Das bleibt nicht alles an der Stadt hängen.“

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