Mehr Leben für das Dornbach-Center soll es in Zukunft durch einen Mix aus Gastronomie, Nahversorgung und weiteren Angeboten geben. Die Leerstände jedenfalls sollen noch in diesem Jahr ein Ende haben.
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Mehr Leben für das Dornbach-Center soll es in Zukunft durch einen Mix aus Gastronomie, Nahversorgung und weiteren Angeboten geben. Die Leerstände jedenfalls sollen noch in diesem Jahr ein Ende haben.

Belebung für den Oberurseler Norden

Ins Oberurseler Dornbach-Center kommt Bewegung

Nach einem neuen Restaurant soll noch in diesem Jahr ein neuer Supermarkt kommen

Oberursel -Wird eine neues Restaurant eröffnet, ist nicht immer gleich die Bürgermeisterin dabei. Dass Rathauschefin Antje Runge (SPD) sich am Mittwochabend dennoch ein Stelldichein bei der Eröffnung der neuen Pizzeria "Il Gondoliere" im Dornbach-Center gab, steht für sie in einem größeren Kontext: "Es geht mir um die Rolle des Oberurseler Nordens und um dieses Quartier hier. Die Menschen, die hier leben, brauchen Angebote vor Ort." Genau das müsse sich wieder im Dornbach-Center entwickeln und sie sei sich sicher, dass nun passiere.

Fest macht sie das nicht nur an dem italienischen Restaurant, in dem die Gastronomen Gürbüz Serin und Ali Riza Ucak ab sofort ihre Gäste begrüßen und auch schon die Genehmigung für eine Außengastronomie in der Tasche haben. Zusammen mit der Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, Ulrike Böhme, bestätigt sie, dass eine Aldi-Filiale in Form eines sogenannten City-Stores in die Räumlichkeiten des ehemaligen Rewe-Supermarkts einziehen wird. Das stehe seit kurzem fest und sei auch auf die aktive Nachfrage bei verschiedenen Supermarktketten durch die Wirtschaftförderung zurückzuführen. Zwar könne noch kein genauer Termin genannt werden, weil zunächst umfassende Umbauarbeiten gemacht werden müsste. Die Sache selbst sei aber unter Dach und Fach, bestätigt die Chefin der Wirtschaftsförderung.

Und auch für die Räumlichkeiten der ehemaligen Videothek habe sich, so Runge und Böhme weiter, ein Mieter gefunden. Dort werde eine tiertherapeutische Akademie einziehen, die eine breites Konzept von Behandlungen und Ausbildung anbiete.

Gute Neuigkeiten für das Center samt Platz, dessen Zustand und Entwicklung immer wieder diskutiert wurde. Mehr als einmal waren mögliche Mieter für den Supermarkt im Gespräch, ohne dass sich wirklich etwas getan hat. Zuletzt widmete dem Center der Ortsbeirat Nord bei einem seiner Quartiersrundgänge im Sommer seine Aufmerksamkeit und mahnte zusammen mit Bürgern neue Impulse und eine Verbesserung des in die Jahre gekommenen Platzes an. Der ist wie der gesamte Komplex nicht in städtischer Hand, sondern gehört einer Immobiliengesellschaft, mit der man aber in einem engem Austausch stehe, betont Böhme.

Eine Verschönerung des Platzes sei wichtig, sagt auch Dessislava Richter, Inhaberin des Saft- und Smoothie-Herstellers "BlattReich", der hier seit April produziert und von hier ausliefert. Längst wollte man mit einem To-go-Verkauf gestartet sein, allein Corona bedingte Lieferschwierigkeiten beim Material für den Ladenausbau hätten das bislang verhindert. Jetzt aber wolle man noch im Januar an den Start gehen und dabei auch die Möglichkeit für ein kurzes Verweilen bei Saft und Snacks schaffen, so Richter.

Von den Aussichten auf mehr Frequenz durch die neuen und noch zu erwartenden Angebote erhoffe sie sich viel, auch im Zusammenspiel mit den bereits bestehenden Angeboten im Center selbst und in der direkten Umgebung wie beispielsweise den Praxen. "Es muss wieder mehr Leben hierher", sagt Richter. Dafür aber müsse der Platz selbst in Stand gesetzt und verschönert werden, was man von seiten des Eigentümers so auch zugesagt habe.

Bei dieser Entwicklung wolle man im Rahmen der Möglichkeiten behilflich sein, erklärt die Bürgermeisterin. Die Rolle der Stadt sei die eines Moderators, der mit allen Seiten im Gespräch aktiv verschiedene Beteiligungsformate unterstütze. Zugleich gelte es, sich mit den Instrumenten der Wirtschaftsförderung gezielt einzubringen.

"Ziel muss es sein, dass alles miteinander gut funktioniert" und zwar zu jeder Tageszeit und nicht nur punktuell zu bestimmten Zeiten", sagt Runge. Schließlich komme es auf einen guten Mix an, von dem auch die älteren und weniger mobilen Menschen profitieren können. So sei es möglich, dass sich die Anwohner ihre Quartiere zurückerobern, ergänzt Böhme.

Stadtentwicklung braucht die Quartiere

Im Hinblick auf die gesamtstädtische Entwicklung sei es zudem wichtig, so Runge weiter, dass es überall und nicht nur in der Innenstadt gleichermaßen Angebote und Treffpunkte gebe. Das Motto müsse lauten: "Wir leben hier, und wir sind gerne hier", fügt Böhme hinzu.

Serin jedenfalls, der seit 50 Jahren mit verschiedenen Gastrobetrieben im Geschäft ist und sich als leidenschaftlichen Gastronomen beschreibt, ist voller Zuversicht mit seinem Restaurant, an den Start gegangen. Zurzeit beschäftigt er ein Team sieben Leuten. "Wenn es gut läuft und es genug Arbeit gibt, dann werden wir noch mehr Mitarbeiter einstellen können", kündigt er an. Von Gabriele Calvo Henning

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