Oberurseler Künstler schnitzt die Marienstatue

Vor 50 Jahren wurde die Liebfrauenkirche geweiht

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Außer den zwei „großen“ Jubiläen – die urkundlichen Ersterwähnungen von Bommersheim und Oberstedten – gibt es noch viele weitere Orscheler Einrichtungen und Ereignisse, die in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern; ihnen widmet sich der dritte und letzte Teil unserer Serie zu den Jubiläumsdaten 2017. Allein 1967 wurden ein Kindergarten, eine Schule und zwei Hallen eröffnet sowie die Weihe eines Gotteshauses gefeiert.

Seit über 20 Jahren heißt die städtische Kita in der Dornbachstraße Regenbogenland – die Einrichtung selbst allerdings, die vielen als Kindergarten Eschbachweg in Erinnerung geblieben ist, feiert in diesem Jahr den 50. Geburtstag. „Ursprünglich lag die Trägerschaft des 1965/66 erbauten Hauses bei der Arbeiterwohlfahrt“, weiß Archivarin Andrea Bott, die die die Orscheler Jubiläumsdaten für 2017 zusammengetragen hat.

Am 24. April 1967 wurde der Kindergarten in der Dr.-Werner-Hilpert-Siedlung offiziell eingeweiht; seit 1974 ist die Stadt Trägerin. Und auch hier wurde dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung getragen: Heute werden im Regenbogenland auch die Kleinsten betreut, und zwar in gleich drei Krippengruppen, die Seepferdchen, Wasserflöhe und Grashüpfer heißen.

Knapp einen Monat später, nämlich am 21. Mai 1967, wurde die Liebfrauenkirche geweiht. Mit dem Neubau reagierte man auf die ständige Überfüllung von St. Ursula, die aus dem

Zuzug Tausender

Neubürger in den Kriegs- und Nachkriegsjahren resultierte, weiß Bott.

Das Vorhaben zog sich aber hin: Bereits 1954 beantragte der Kirchenvorstand, den Bau eines Gotteshauses bei Bauplänen in diesem Gebiet zu berücksichtigen. Der Grunderwerb kostete erneut Zeit; 1961 dann wurde Kirchenbaumeister Dr. Rudolf Schwarz mit den Planungen betraut. Als er starb, setzte seine Gattin, die Architektin Maria Schwarz, die Pläne um.

Anfang Mai 1963, vier Jahre vor der Weihe, war Grundsteinlegung, zwei Jahre später entstand die Pfarrei Liebfrauen. Einem Oberurseler Künstler kam eine besondere Aufgabe zu: Georg Hieronymi schnitzte die Marienstatue.

Auch die Oberstedter Taunushalle wurde vor 50 Jahren eingeweiht, und zwar am 7. Juni 1967. Sie entstand im Rahmen eines Programms zur „sozialen Aufrüstung des Dorfes“, das das Land Hessen erstmals im Jahr 1952 auflegte. Als der Gemeindevorstand Anfang 1964 die Notwendigkeit sah, Versammlungsräume für die Vereine zu schaffen, konnte er allerdings selbst erst einmal keine Mittel für die Errichtung einer Mehrzweckhalle genehmigen – der Schulbau dauerte noch an. Im Kommunalwahlkampf im Herbst desselben Jahres forderten sowohl CDU als auch SPD den Bau der Halle – und als später dann die Zusage des Landes vorlag, sich an den Kosten zu beteiligen, konnte das Projekt verwirklicht werden.

Noch im selben Jahr, nämlich am 21. Oktober 1967, konnte im bereits 1929 eingemeindeten Bommersheim Oberursels erste Mehrzweckhalle eingeweiht werden: das Haus Bommersheim. Gleichzeitig wurden der Erweiterungsbau der Volksschule Süd und die Sportanlage entlang der Straße An der Friedenslinde in Betrieb genommen. Für das Haus Bommersheim, das nicht nur als Versammlungsort, sondern auch als Sport-, Turn- und Spielhalle nutzbar war, flossen unter anderem Mittel aus dem Bürgerhausprogramm des Landes. Es entstand in damals fortschrittlicher Fertigbauweise – und wich nach vier Jahrzehnten der Burgwiesenhalle, die 2009 eingeweiht wurde.

Ein besonderes Datum im Jahr 1967 war auch der 9. Dezember: An diesem Tag konnte der Neubau der ersten Grundschule des damaligen Obertaunuskreises in Weißkirchen eingeweiht werden. 40 Jahre später wurde die Einrichtung im Rahmen der sogenannten Schulbauinitiative Zukunft von Grund auf saniert. Von 2006 an erhielt sie einen Neubau, der auf zwei Ebenen außer Klassen- und Differenzierungsräumen auch ein Betreuungszentrum mit Mensa beherbergt.

In diesem Jahr sind aber auch fünfundzwanzigste Geburtstage zu verzeichnen: 1992, und zwar am 12. Juni, wurden die Bären-Arkaden, Vorstadt 2, eingeweiht. Dort, wo heute die Bären-Kreuzung ist, stand von 1813 an das Gasthaus „Zum Bären“, von 1913 an mit angeschlossenem Kino „Lichtspiele zum Bären“ im 1904 erbauten ehemaligen Tanzsaal. 1964 schloss das Kino seine Pforten und wurde später als Disco genutzt – 1991 wurde der Komplex abgerissen. Einen Tag später, am 13. Juni 1992, weihten die Oberurseler den Rushmoor-Park mit dem sogenannten Eis-Weiher hinter der Christuskirche ein. „Zehnjähriges“ hingegen können zwei Schulen feiern: Im August 2005 war Spatenstich für den 6500 Quadratmeter großen Erweiterungsbau der Frankfurt International School im Oberurseler Norden.

Anderthalb Jahre später, im Frühjahr 2007, folgte die Einweihung. Der Neubau der Grundschule Stierstadt wurde wenig später, am 17. November desselben Jahres, seiner Bestimmung übergeben – der zweigeschossige Baukörper ist mäanderartig geformt und war nach Plänen eines Traunsteiner Architekturbüros entstanden.

Aber was wäre die Brunnenstadt ohne ihre Vereine? Auch hier feiern zwei Gruppen 2017 ein rundes Jubiläum: Der Musikzug im Turnverein (TV) Stierstadt wird stolze 125 Jahre alt, und seit immerhin 25 Jahren besteht der Förderkreis Liebfrauen. Übrigens: Der älteste Verein in Oberursel, weiß Archivarin Bott zu berichten, ist der Schützenverein 1464, der vor nunmehr 553 Jahren gegründet wurde.

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