Jugendtreff öffnet nur noch jeden zweiten Sonntag

  • vonManuela Reimer
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Anfang des Monats haben sich die Öffnungszeiten des Jugendtreffs „café portstrasse“ geändert. Dass das Haus unter anderem auf unbestimmte Zeit nicht mehr jeden, sondern nur noch jeden zweiten Sonntag geöffnet hat, und zwar aus personellen Gründen, rief Kritik im Sozialausschuss hervor.

„Die Öffnungszeiten im ,café portstrasse‘ für Jugendliche ab 12 Jahren wurden dem aktuellen Besucheraufkommen entsprechend angepasst“, heißt es, nett formuliert, in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt. In der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses (SKA) allerdings stellte sich die Sache etwas anders dar: Laut der Magistratsmitteilung, die Erster Stadtrat und Sozialdezernent Christof Fink (Grüne) den SKA-Mitgliedern präsentierte, gibt es für die geänderten Öffnungszeiten auch personelle Gründe.

Zwar startet man im Jugendtreff fortan an den Öffnungstagen immer zur gleichen Uhrzeit, nämlich um 15 Uhr, was von Mittwoch bis Freitag eine zusätzliche Stunde bedeutet, an den Werktagen ging es nämlich bislang erst um 16 Uhr und damit später als samstags und sonntags los. „Diese Anpassung kommt den Bedarfen der jüngeren Besucherinnen und Besucher entgegen“, heißt es in dem Papier, das Fink mit in den Ausschuss gebracht hatte. Danach können sich die Jugendlichen darüber hinaus sonntags künftig eine Stunde länger in der Einrichtung aufhalten, und zwar bis 19 Uhr.

Mitarbeiterin wechselt

Allein: Geöffnet ist nun nicht mehr jeden, sondern nur noch jeden zweiten Sonntag, und zwar jeweils am ersten und dritten eines Monats. „Die Mitarbeiterin, die den Sonntagsdienst maßgeblich gewährleistete, wird nun im Kinderhaus eingesetzt; die Zweitbesetzung musste häufig mit studentischen Honorarkräften gedeckt werden“, erklärte Fink. Die Mitarbeiterin sei aus persönlichen Gründen mit ihren Stunden gewechselt, sagte der Erste Stadtrat zur TZ. Und die im Café wegfallenden Personalstunden – wie viele genau es sind, konnte Fink nicht sagen – könnten derzeit auch nicht nachbesetzt werden.

Allerdings verzeichneten die Verantwortlichen sonntags im Vergleich mit den Wochentagen ohnehin die geringste Besucherdichte, 6 bis 20 Jugendliche kämen. Gerade freitags und samstags seien es deutlich mehr, nämlich jeweils 25 bis 45. Das mache eine dreifache Fachkraftbesetzung notwendig, der darauffolgende Sonntag müsse den Mitarbeitern dann freigegeben werden. Der Sonntag sei daher nicht nur am schwächsten besucht, sondern auch personell am schwierigsten zu besetzen.

Dennoch wurde im Ausschuss Kritik laut. „Dass der Jugendtreff nun nicht mehr jeden Sonntag geöffnet hat, damit sind wir überhaupt nicht glücklich“, sagte Kerstin Giger (CDU), die sich verwundert zeigte, dass nicht nachbesetzt werde.

Der Stellenplan gibt laut Fink nicht mehr her. „Wir müssen mit dem auskommen, was da ist.“ Ob die Änderung vorübergehend sei, müsse man sehen, sagte er zur TZ. „Natürlich wäre es wünschenswert, wieder jeden Sonntag zu öffnen.“

(mrm)

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