Energiesparkurs

Krankenhaus hat Kohlendioxid-Emissionen weiter gesenkt

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Die Klinik Hohe Mark hat sich erfolgreich um eine Verlängerung des Gütesiegels „Energie sparendes Krankenhaus“ um weitere fünf Jahre bemüht. 2017 wurden 370 000 Kilowattstunden Strom weniger als 2012 verbraucht. Die Kohlendioxid-Emissionen wurden um vier Prozent gesenkt.

Als sich die Klinik Hohe Mark im Jahr 2012 um das Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ bewarb, hatte sie einiges in die Waagschale zu werfen: 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom wurden jährlich weniger verbraucht, was eine Ersparnis von zwischen 160 000 und 200 000 Euro im Jahr brachte. Insgesamt hatte das Krankenhaus damit ein Viertel seines Energieverbrauchs eingespart.

Damit lag die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Oberurseler Norden mit an der Spitze aller energiesparenden Krankenhäuser in Deutschland. Und wurde als erste Klinik in Hessen mit dem Gütesiegel, das der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verleiht, ausgezeichnet.

Um das Ziel zu erreichen, hatte der Deutsche Gemeinschaftsdiakonieverband als Träger der Klinik tief in die Tasche greifen müssen. 1,1 Millionen Euro wurden für die Nahwärmeversorgung der 27 Häuser der Klinik ausgegeben, 500 000 Euro wurden in das Kernstück der Energieversorgung, das neue Blockheizkraftwerk investiert, das sich schon nach zweieinhalb Jahren amortisierte.

Auf diesen Erfolgen wollte sich die Klinik aber nicht ausruhen, sondern schöpfte in den vergangenen fünf Jahren alle Möglichkeiten aus, den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, und bemühte sich um eine Verlängerung des Gütesiegels. So wurden seit 2012 stolze 57 Tonnen Kohlendioxid eingespart. „Diese Menge entspricht dem, was fünf Personen in Deutschland in einem Jahr durch Heizen, Stromverbrauch, Verkehr und Einkauf verursachen“, sagte gestern der Technische Leiter der Klinik, Matthias Wernicke, bei der zweiten Verleihung des Siegels. Insgesamt 370 000 Kilowattstunden weniger Strom- und Wärmeverbrauch wurden 2017 gegenüber 2012 registriert. Und trotz erhöhter Bettenzahl gelange es, den Energieverbrauch pro Bett zu senken.

Auch viele kleinere Optimierungen trugen zu mehr Klimafreundlichkeit bei. So wurden neue Heizungsventile in einer älteren Fußbodenheizung mit verbesserter Regelung eingebaut. LED-Beleuchtung wurde in allen Bereichen der Klinik installiert, Bewegungsmelder und Zentralschaltungen zur Lichtsteuerung kamen hinzu. Ferner wurde das Dach des großen Speisesaals gedämmt. Geplant sind aktuell der Aufbau zweier Stromtankstellen und die Anschaffung eines Elektroautos. Klinikdirektorin Anke Berger-Schmitt dankte bei Verleihung des Siegels durch Gabriela Terhorts vom Vorstand des BUND Hessen und im Beisein von Projektleiterin Annegret Dickhoff dem siebenköpfigen Umweltteam der Klinik, das sich zusätzlich zu den regulären Aufgaben in der Verbesserung des Energie-, Abfall- und Mobilitätsmanagements engagiere. „Ein solcher Erfolg ist nur möglich, wenn sich jemand aus Überzeugung darum kümmert“, sagte sie. Anzunehmen, dass sich die Klinik in fünf Jahren erneut um das Siegel bemühen wird.

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