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Dr. Friedrich Exner feiert seinen runden Geburtstag heute im kleinen Kreis.

Leben für die Forschung

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Sein Beruf führte ihn um die ganze Welt, doch sein Schwerpunkt lag in Südosteuropa. Diese Region hat den Jubilar Dr. Friedrich Exner nie losgelassen.

Sein ganzes Leben hat Dr. Friedrich Exner der Forschung gewidmet. Das wissenschaftliche Interesse und natürlich ihre Liebe verbindet ihn, der am heutigen Freitag seinen 90. Geburtstag feiert, und seine Frau Helga Exner-Freisfeld.

„Natürlich werde ich feiern, aber nur ganz klein mit einigen Freunden“, sagt der Jubilar. Das wohl schönste Geschenk haben er und seine Frau sich bereits im Jahr 2000 gemacht, als sie die Fritz-und-Helga-Exner-Stiftung ins Leben riefen. Ziel der Stiftung ist es, den Forschungsaufenthalt junger Wissenschaftler aus Südosteuropa zu unterstützen. Ebenso ist es möglich, dass ein deutscher Wissenschaftler nach Südosteuropa reist.

Warum gerade Osteuropa? „Das hat mit dem beruflichen Werdegang meines Mannes zu tun“, sagt Helga Exner-Freisfeld. Über 30 Jahre hat Friedrich Exner für die Firma Lurgi gearbeitet, war bis zu seiner Pensionierung 1989 als kaufmännischer Direktor tätig. Davor hat er als Export-Kaufmann im Anlagenbau gearbeitet. „Allerdings war es von jeher seine Hauptaufgabe, gute wirtschaftliche Beziehungen mit den entsprechenden Ministerien anderer Länder aufzubauen, vornehmlich eben im osteuropäischen Raum“, berichtet Helga Exner-Freisfeld. Und das zu einer Zeit, als der Eiserne Vorhang Handelsbeziehungen sehr schwierig machte.

Für die Gründung der Stiftung und sein Engagement in der Südosteuropa-Gesellschaft wurde Exner, der seit vielen Jahren in Oberursel lebt, schließlich 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Ein Blick zurück: Dass sein Beruf ihn um die ganze Welt führen würde, das ahnte Friedrich Exner während seines Studiums noch nicht. Aufgewachsen ist er in Essen. Dort besuchte er die Grundschule und das humanistische Gymnasium. Der Zweite Weltkrieg machte es dem jungen Mann nicht leicht zu lernen. „Ich musste damals ein sogenanntes Notabitur ablegen und wurde dann sofort zum Militär eingezogen“, erinnert er sich. Nicht einfach für einen 17-Jährigen. Eine schwere Lungenentzündung führte dazu, dass er ins Lazarett bei Stadtallendorf kam und bei Kriegsende nach Hause entlassen wurde.

In Marburg begann er dann sein Studium der Geschichte und Politikwissenschaften. Den ersten Eindruck von der Welt bekam der Student, als er als einer von fünf begabten Studenten unter 1000 für ein Auslandssemester in den USA ausgewählt wurde. „Das war damals eine ganz große Sache und sehr ungewöhnlich zu dieser Zeit, dass man so weit weg reiste“, berichtet Friedrich Exner.

Mit dem Schiff ging es über den großen Teich, was immerhin drei Wochen dauerte. Weiterer Teilnehmer des Programms war übrigens der spätere CDU-Politiker Kurt Biedenkopf. Ein halbes Jahr studierte Friedrich Exner an der Chicago University. Ein weiteres Auslandssemester an der Sorbonne in Paris folgte. 1953 promovierte er in Marburg und nahm anschließend seine erste Stelle bei der Firma Krupp an. Zehn Jahre später wechselte er von Essen nach Frankfurt zu Lurgi.

Nach seiner Pensionierung widmete sich Exner weiter der wissenschaftlichen Arbeit. Besonders die Geschichte der Balkan-Völker interessierte ihn sehr, und er hielt öfter Vorträge zu diesem Thema. Die Studenten seiner Stiftung hat er noch bis vor fünf Jahren alle persönlich kennengelernt – meistens zwei pro Jahr. Aus gesundheitlichen Gründen musste Friedrich Exner allerdings mittlerweile kürzer treten.

(csc)

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