Irgendwie unübersichtlich: Groß und Klein stoßen am Samstag ins Bickertsche Maislabyrinth vor.
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Irgendwie unübersichtlich: Groß und Klein stoßen am Samstag ins Bickertsche Maislabyrinth vor.

Freizeit

Maislabyrinth: Dem schlauen Wickie auf der Spur

  • VonManuela Reimer
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Seit Samstag lockt in Weiskirchen wieder das Maislabyrinth der Familie Bickert. Dort gibt es einiges zu entdecken.

Weißkirchen -Endlich ist es so weit: Nach Corona- beziehungsweise Babypause und vogelfraßbedingter Verzögerung haben die Maisgeister wieder die Macht in Weißkirchen übernommen. Okay, nicht im ganzen Ort, aber zumindest über das vier Hektar große Bickertsche Maisfeld, seit Jahren ein beliebtes Ausflugsziel im Spätsommer.

Die Landwirtsfamilie hat in die gut 440 000 Pflanzen wie immer ein besonders formschönes Labyrinth geschlagen, Motto: Wickie. Freilich ist das detaillierte Motiv des cleveren kleinen Wikinger und seines Vaters Kapitän Halvar, nur mit genügend Abstand aus der Luft zu erkennen und nicht für all jene, die den Wikingerumrissen folgend durch den Mais wandeln - fast zwei Kilometer lang sind die mit Holzhackschnitzeln bedeckten Pfade inmitten der 3,20 Meter hohen Pflanzen, wie Junior Florian Bickert bei der Eröffnung am Samstag schätzt.

Stolz sind Florian und Vater Richard Bickert, der das Maislabyrinth 2003 aus der Taufe hob, auch auf das Quiz, bei dem sich diesmal natürlich alles um die kriegerischen Seefahrer aus dem hohen Norden dreht. "Damit man nicht abschreiben kann, gibt es zwei verschiedene Fragebögen für Erwachsene, zwei für Jugendliche und vier für Kinder", sagt Florian Bickert und lacht. An liebevoll gestalteten Infostationen mitten im Mais gilt es, die richtigen Buchstaben zu sammeln, die am Ende ein Lösungswort ergeben. Gefragt ist also nicht nur ein guter Orientierungssinn, sondern auch Köpfchen. "Man geht am Ende schlauer raus, als man reingegangen ist." Das Quiz, bei dem es auch etwas zu gewinnen gibt, sei ein Alleinstellungsmerkmal. "Das gibt es in dieser Form in keinem anderen Maislabyrinth", freut sich der 37-Jährige.

Maislabyrinth: Brunnenkönigin als Erste in der Pflanzung

Die Erste, die am Samstag geleitet von Richard Bickert versucht, alle Stationen zu finden und die elf kniffligen Fragen zu beantworten, ist Brunnenkönigin Verena I. mit ihrem Brunnenmeister und Vater Andreas Schmidt. "Drei Buchstaben habe ich schon", sagt die Langzeit-Hoheit und bricht zur zweiten Runde durchs Maisfeld auf. Dort gibt es zwar keinen Thron, aber eine kleine Aussichtsplattform, vor der sich flugs ein paar Kinder versammeln, die Verena oben erspäht haben.

Kurz darauf zeigt Florian Bickert in der Halle, wie Wickie es in den Silomais geschafft hat - der übrigens erst Mitte Mai gepflanzt wurde, nachdem die erste Aussaat im April Krähen zum Opfer gefallen war, und sich dann über den vielen Regen freute. Bickert deutet auf Fotos an Stellwänden: Zuerst werde ein Entwurf auf Millimeterpapier gezeichnet, "den ziehen wir dann groß".

Die Punkte werden später im Feld mittels Koordinatenkreuz markiert. Gesteckt werden große und kleine Orientierungspfosten, die imaginäre Linien verbinden. Ihnen folgend, werden die Pflanzen ausgeschlagen. Das erledige man inzwischen mit einem Geräteträger mit Hackmaschine, eingestellt auf anderthalb Meter. "Details wie Augen oder Hände aber noch von Hand", berichtet Bickert. Dann werden die Hackschnitzel für die Pfade gestreut.

Weißkirchen: Nach dem Pausenjahr geht's wieder los

Insgesamt brauche es 100, 150 Stunden vom Entwurf bis zum Labyrinth, schätzen die Maisgeister, die ein echtes Familienunternehmen sind.

Wickie war übrigens die Idee von Richard Bickerts Schwiegertochter Marie. "Er ist einfach cool!", meint Florian Bickerts Gattin. Das coolste Motiv hackte ihr Schwiegervater aber zweifelsohne 2020 in den Mais, als die Pforten wegen Corona geschlossen blieben: einen Storch, der den kleinen Ben bringt. Das erste Kind der Bickerts kam an jenem Sonntag vor einem Jahr zur Welt, an dem Eröffnung hätte sein sollen. "Wir hätten also sowieso keine Zeit gehabt", scherzen die beiden. Micky Maus, Biene Maja, Afrika - fest steht: "Man braucht immer ein Motiv, das Kindern, aber auch Erwachsenen gefällt." Dann könnte es 10 000 Besucher locken wie in Spitzenjahren. Ende September wird das Labyrinth geschlossen und der Mais geerntet. Die Familie hofft bis dahin auf viel Sonne und warme Temperaturen. "Dann bildet jede Pflanze ein bis zwei Kolben aus und wir können 60 bis 65 Tonnen pro Hektar ernten", erklärt Florian Bickert. Die werden dann in eine Biogasanlage nach Karben gefahren - weshalb Bickerts Silomais auch Energiemais heißt. Und nach der Ernte ist vor der Saat: Nach dem Mais soll Winterweizen wachsen. Von Manuela Reimer

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