Eigengewächs

Markus Herget übernimmt die Leitung der Integrierten Gesamtschuel Stierstadt

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Seit dieser Woche ist Markus Herget (46) offiziell Leiter der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS). Der Pädagoge lenkt die Bildungseinrichtung damit als Verantwortlicher bei zwei großen Projekten, die bevorstehen.

Markus Herget und die Integrierte Gesamtschule Stierstadt (IGS): Das scheint zu passen. Nicht nur, dass Herget und das Hauptgebäude der Schule nahezu gleich alt sind, wie er selbst betont – beide „datieren“ aus dem Sommer 1971. Herget hat auch seine gesamte bisherige Lehrerlaufbahn an dieser Schule beschritten, seit er 1997 als Lehramtspraktikant kam. Er wurde später Referendar, Lehrer, zuletzt stellvertretender Schulleiter. „Ich bin nie wieder losgekommen“, sagt der 46-Jährige.

Nun hat er den nächsten Schritt gemacht: Seit dieser Woche ist Herget Schulleiter – oder, wie es im Amtsdeutsch heißt, „mit den Dienstobliegenheiten des Schulleiters beauftragt“. Damit tritt er offiziell die Nachfolge von Walter Breinl an, der vor eineinhalb Jahren in den Ruhestand gegangen ist. Seither war der Leitungsposten offiziell vakant, als Vize hat Herget aber die Aufgaben wahrgenommen. Er hat lange überlegt, ob er sich für den Chefposten bewerben soll. „Es ist immer die Frage, ob man den Schritt an der eigenen Schule wagt“, sagt der 46-Jährige.

Er hat ihn gewagt, denn: „Es macht jeden Tag Spaß“, sagt der Pädagoge, der auch als Leiter weiter selbst unterrichten will. Herget mag es, „tolle Dinge“ zu erleben. Als solche empfindet er beispielsweise Musical-Darbietungen, „bei denen die Schüler über sich hinauswachsen“. Er schätzt sein Team, vier Männer und zwei Frauen bilden die Leitung, und die „sehr hohe Identifikation“ der Schulgemeinde mit der Einrichtung. Das, es ist ihm anzumerken, ist ihm wichtig, wie auch die Begegnung innerhalb der Schulgemeinde „auf Augenhöhe“.

Der wahrscheinlich noch wichtigere Grund, warum Herget den Schritt gewagt hat: Er kann die Schule bei großen Veränderungen begleiten, bekommt sie doch im Sommer eine eigene gymnasiale Oberstufe. Es ist eine sogenannte Profiloberstufe, bei der ein Leistungskurs mit zwei bestimmten Grundkursen zu einem Profil, sprich Themenfeld, kombiniert wird. Sie geht über drei Jahre.

Lange hat die IGS darum gekämpft, ehe das Okay des Kultusministeriums kam. Sie musste 80 Schüler für die Oberstufe nachweisen. Noch bis 15. Februar werden Anmeldungen angenommen. „Wir hätten gern mehr als 80“, sagt Herget. „Es wäre schön, wenn wir signifikant drüber wären.“

Über die Oberstufe für die IGS war in Politik und Stadt diskutiert worden. Während das überlaufene Gymnasium keine Probleme mit dem neuen Angebot in Stierstadt hat, hatten die beiden berufsbildenden Schulen Oberursels Bedenken geäußert. Sie fürchten, dass ihnen Schüler und Bildungsgänge abhanden kommen. Noch immer sei das Verhältnis zu den Berufsschulen „angespannt“, sagt Herget.

Zweites Großprojekt außer der Oberstufe: Die Schule, die zurzeit etwa 900 Mädchen und Jungen besuchen, soll ein neues Hauptgebäude bekommen. „Vor zwei Wochen haben wir unser Raumprogramm beim Schulträger gemeldet“, sagt der neue Leiter. Schulträger ist der Hochtaunuskreis. Dessen Sprecherin Andrea Nagell teilt auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass für März bis August dieses Jahres ein Architektenwettbewerb vorgesehen sei. Der Abriss des alten Hauptgebäudes ist für 2019 vorgesehen, der Neubau soll bis Ende 2022 stehen. Als Übergangsquartier soll die alte Grundschule zur Verfügung stehen.

Für den Neubau wünscht sich die IGS unter anderem eine Mensa, die multifunktional als Aula genutzt werden kann, zum Beispiel für Aufführungen. „Auch für unsere Kooperationspartner brauchen wir Platz“, erklärt Herget. Das sind Vereine und Institutionen, zum Beispiel der Internationale Bund und die Musikschule.

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