Als Turner würde Ahmad Mohabat ebenfalls eine gute Figur abgeben.
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Als Turner würde Ahmad Mohabat ebenfalls eine gute Figur abgeben.

TZ Spiel der Woche

Matchwinner "Miro" Mohabat

  • VonWolfgang Stalter
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Wenn ein Torschütze seinen Treffer per Salto feiert, werden eigentlich Erinnerungen wach. Die Weißkirchener Kreisoberliga-Fußballer befanden sich gestern jedoch im Tiefschlaf.

Es war heiß am Eschbachweg, brütend heiß. Bei solchen Bedingungen kann man schon einmal stöhnen, wenn man den Sonntagnachmittag unten an der Seitenlinie des Kunstrasenplatzes verbringen muss. Dort, wo die Hitze besonders drückend ist. Auch Uwe Eckerl, Trainer des FC Weißkirchen, schwitzte. Er stöhnte aber vor allem über die Leistung seiner Mannschaft, die im Derby der Kreisoberliga bei Eintracht Oberursel unterirdisch gespielt hatte.

Nach dem 1:7 fehlten Eckerl erst einmal die Worte. Dann entschied er sich für die Wahrheit: „Das war ein kollektiver Totalausfall. Kein Zweikampfverhalten, in allen Spielsituationen zu langsam, kein Spielaufbau, keine Torgefahr, die Eintracht hat einfach nur unsere großen Schwächen ausgenutzt“, sagte der Übungsleiter.

Wenn Worte verpuffen

In der Halbzeit hatte er noch aufmunternde Worte an sein Team gerichtet. Mit der Körpersprache seiner Spieler und deren Laufbereitschaft sei er aber schon zur Halbzeit nicht einverstanden gewesen. Genutzt haben seine Worte nichts. Die Abwehr hatte den Namen nicht verdient. Das Mittelfeld war ohne Taktgeber. Die sonst so gefährlichen Spitzen Eric Kemen und Torjäger Pierre Kraus kamen nur zu zwei richtigen Torchancen, wovon Kemen – beim Stand von 0:7 – auch eine verwertete. Selten hat sich der gut gestartete Aufsteiger so ideen- und emotionslos gezeigt – und das gegen einen Gegner, der nicht unbedingt die Sterne vom Himmel gespielt hat.

Das Unheil war schon in den ersten zehn Minuten über die Mannschaft aus dem Oberurseler Stadtteil hereingebrochen. Wie ein Unwetter. Eintracht-Mittelfeldspieler Ahmad Mohabat spielte in der ersten Minute einen langen Ball in die Spitze und überraschte damit die Abwehr. Ömer Hotaman kam in Ballbesitz, zog am Strafraum ab und traf zum 1:0. Auch das 2:0 durch Mohabat fiel zu einfach: Kein richtiges Zweikampfverhalten der Weißkirchener, so dass der Torschütze aus kurzer Entfernung keine Mühe hatte (7.). Vor dem 3:0, wieder durch Hotaman (10.), waren die Abwehrspieler zu langsam für Mustafa Koyun, der für den Torschützen mustergültig zurücklegte. Drei weitere Großchancen vergab der Gruppenliga-Absteiger noch, einmal traf dabei Koyun die Latte (36.). Auf der anderen Seite hatte Kemen aus dem Gewühl heraus eine gute Gelegenheit, aber Keeper Marcus Fleckmann parierte großartig (43.).

Leichtfüßig gedribbelt

Kurz vor dem Pausenpfiff dann der große Auftritt von Mohabat. Weit vor dem Tor kam der 24-Jährige in Ballbesitz. Er ließ vier Gegenspieler stehen und schloss sein Dribbling leichtfüßig mit dem 4:0 ab (45.). „Unglaublich“, kommentierte Ehrenkreisfußballwart Gerhard Koch zur Pause. „Kein Wille, keine Einstellung, Weißkirchen enttäuscht auf der ganz Linie.“

Im zweiten Durchgang ging’s so weiter. George Ciobanu erhöhte per Foulelfmeter auf 5:0 (46.). Die Gäste sehnten schon früh den Schlusspfiff herbei. Klaus Dieter Klenner entwickelte sich bei den Hausherren zum „Chancentod“. Drei hundertprozentige Gelegenheiten konnte der junge Stürmer (50./55./60.) nicht verwerten. Besser machte es wieder Mohabat. Er erzielte nach schöner Vorarbeitet von Leon Bohdal das 6:0 (62.). Auch beim 7:0 war er beteiligt. Sein kluger Pass erreichte Hotaman, der keine Mühe hatte zu vollenden. Eine böse Packung blieb es auch nach Kemens Tor (85.) für den FCW.

Als Trainer Eckerl die Fassung wieder erlangt hatte, sagte er: „Was soll’s: Lieber einmal 7:1 verlieren als sieben Mal 1:0.“

FC Weißkirchen – SpVgg B. Bad Homburg (Do., 19.30 Uhr), Usinger TSG II – E. Oberursel (So., 13.15 Uhr)  

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