Marion Unger ist nicht nur Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatkunde, sondern auch versierte Stadtführerin, die Touristen die Geschichte der Brunnenstadt näherbringt. Hier war sie mit den Mitgliedern eines Oldtimerclubs auf Stadtrundgang, die ihre Wagen auf dem Marktplatz ausnahmsweise abstellen durften.
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Marion Unger ist nicht nur Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatkunde, sondern auch versierte Stadtführerin, die Touristen die Geschichte der Brunnenstadt näherbringt. Hier war sie mit den Mitgliedern eines Oldtimerclubs auf Stadtrundgang, die ihre Wagen auf dem Marktplatz ausnahmsweise abstellen durften.

Verleihung der Oberurseler Bürgermedaille

"Mein Herz schlägt für diese Stadt"

  • vonGabriele Calvo Henning
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Die Oberurselerin Marion Unger erhält Auszeichnung für ihre Verdienste um die Erforschung der Geschichte der Stadt

Oberursel -Jetzt ist es raus: Marion Unger wird in Anerkennung ihrer Verdienste mit der Bürgermedaille der Stadt Oberursel geehrt. Eigentlich sollte die Verleihung bereits anlässlich des Bürgerempfangs im November vergangenen Jahres stattfinden. Da dieser jedoch aufgrund der Pandemie abgesagt wurde, wird die Verleihung nachgeholt, sobald es die aktuelle Situation wieder zulässt, heißt es dazu in einer Mitteilung der Stadt. Die Ehrung erhält Unger auf Vorschlag von Bürgermeister Hans Georg Brum (SPD) für ihr vielfältiges, ehrenamtliches Engagement rund um die Historie Oberursels.

1960 in Kanada geboren und nach der Rückkehr der Familie im westfälischen Rheine aufgewachsen, zog die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin zusammen mit ihrem Mann Ende der 1980er Jahre erst nach Frankfurt und 1995 von dort nach Oberursel. Von 1990, bis zur Geburt der Tochter Vanessa 1999, arbeitet Marion Unger in der Verwaltung der Asklepios-Klinik in Kronberg, nach der Einschulung der Tochter in einer Arztpraxis in Oberursel. Heute ist das Gemeindebüro der Auferstehungs- und Christuskirche ihr Arbeitsplatz. In Oberursel entdeckte sie schnell ihr Faible für die Geschichte der Stadt. "Mich hat das einfach gepackt. Irgendetwas verbindet mich sehr stark mit der tollen Geschichte Oberursels und mit den Menschen hier", so Unger im Gespräch mit dieser Zeitung.

Da kam 2004 der Aufruf "Stadtführerinnen und Stadtführer gesucht!" gerade richtig, denn damit konnte und kann sie ihr Geschichtsinteresse mit dem ihr eigenen zugewandten Umgang mit Menschen verbinden. Seit dieser Zeit bietet sie Altstadtführungen an. Zusätzlich zu der klassischen Variante kamen im Laufe der Zeit zahlreiche weitere Themenführungen hinzu, unter anderem Stadtführungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Brunnen- oder Kirchenführungen und saisonale Führungen zu Ostern und Weihnachten. Dazu gehören ebenfalls die beliebten Mühlenwanderweg-Führungen, genauso wie die kulinarische Führungen in Zusammenarbeit mit lokalen Geschäften und Restaurants. "Ich bin das ja nicht alleine, sondern mache das alles zusammen mit Menschen, die ihre Stadt lieben", so Unger.

Immer neue Facetten entdecken

Sie selbst sagt von sich: "Mein Herz schlägt für diese Stadt", an der sie immer neue Facetten entdecke. Das schlägt sich wiederum auch in ihren kostenfreien Führungen nieder. Die Vollmondführungen in Zusammenarbeit mit dem Vortaunusmuseum, Führungen für Schulkinder oder auch in Veranstaltungen wie dem "Dorfspaziergang", den virtuellen Führungen für Seniorenheime und die Führung "Starke Frauen" bietet Marion Unger dabei kostenfrei an beziehungsweise spendet die Führungsgebühr für einen guten Zweck. Dass sie nun mit der Bürgermedaille ausgezeichnet wird, mache sie immer noch sprachlos. "Ich bin tief bewegt über die Anerkennung und die Zuneigung die die Menschen in Oberursel mir entgegenbringen. Das ist überwältigend."

Es ist auch die Anerkennung für die weiteren Ehrenämter, in denen sie sich engagiert. Nachdem Marion Unger sich bereits einige Zeit im Verein für Geschichte und Heimatkunde Oberursel für den Bereich Stadtgeschichte (Sprecherin der AG Stadtgeschichte) stark gemacht hat, wurde sie 2009 zur ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt. Der Verein ist noch immer einer der größten Vereine der Stadt (370 Mitglieder), was nicht zuletzt dem Engagement der Ersten Vorsitzenden zu verdanken sei, heißt es dazu in der Mitteilung der Stadt. Unger ist außerdem die zweite Sprecherin der AG der Geschichts- und Heimatvereine des Hochtaunuskreises und Mitglied im "Geschichtskreis Motorenfabrik Oberursel". Seit 2011 ist sie stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums Vortaunusmuseum. Im Juni 2018 erschien ihr Buch "Oberursel zu Fuß", das im Societäts-Verlag veröffentlicht ist.

Mit ihren informativen und unterhaltsamen Führungen wecke Marion Unger die Begeisterung bei den Oberurseler Bürgerinnen und Bürgern für "ihre Stadt". Besonders gerne gebe sie aber auch ihr Wissen an alle Gäste Oberursels weiter und trage so dazu bei, den Bekanntheitsgrad der Stadt Oberursel erheblich zu steigern, würdigt die Stadt Unger in ihrer Mitteilung.

Unger wird in Zukunft auch dem Oberurseler Stadtparlament angehören, denn sie war bei den Kommunalwahlen auf Platz 25 der OBG-Liste angetreten. Die Wähler haben sie mit knapp 4000 Stimmen auf Platz 4 hoch kumuliert. Ebenso wurde sie im Ortsbeirat Oberursel-Mitte auf Platz 1 der Liste gewählt,

Ein Zeichen großer Anerkennung

"Dies ist ein Zeichen ihrer großen Anerkennung und Beliebtheit bei den Oberursel Bürgerinnen und Bürgern. Die städtischen Gremien erhalten eine sehr engagierte und sachkundige Vertreterin, die das Ohr nahe bei den Menschen in der Stadt hat und die sich nachdrücklich für ihre Belange einsetzt. Besonders die Themen Stadtgestaltung und Denkmalschutz werden durch sie eine zusätzliche Stimme erhalten. Die Arbeit des Stadtparlaments kann davon nur profitieren", so Bürgermeister Hans-Georg Brum anlässlich der Auszeichnung.

Marion Unger selbst, die oft genug auch dieser Zeitung bei geschichtlichen Fragen mit Rat, Tat und viel Wissen zur Seite steht, sagt zu ihrer Ehrung: "Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt - das ist mein Motto, das mir Zufriedenheit und Kraft gibt, mich fröhlich stimmt und neugierig auf Menschen macht." Von Gabriele Calvo Henning/RED

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