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Mitfahrbänke gegen ÖPNV-Frust

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Von: Robin Kunze

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Am Äppelpark soll die erste von vier Mitfahrbänken aufgestellt werden. Zunächst muss das Projekt aber noch finanziert werden. Gelingen soll das per Crowdfunding.
Am Äppelpark soll die erste von vier Mitfahrbänken aufgestellt werden. Zunächst muss das Projekt aber noch finanziert werden. Gelingen soll das per Crowdfunding. © Michael Planer (privat)

Die Bürgerinitiative Oberstedten plant ein Fahrgemeinschafts-Angebot, um den Busfahrplan zu ergänzen. Die Finanzierung soll per Crowdfunding gelingen.

Oberursel/Oberstedten - Den Bus zu verpassen, ist ärgerlich. Wem das in der Innenstadt passiert, der hat jedoch abhängig von der jeweiligen Stadt selten länger als fünf Minuten zu warten. In Oberstedten ist es dagegen richtig bitter, wenn einem der Bus vor der Nase wegfährt. Dann dauert es nämlich eine halbe Stunde, bis der nächste kommt. "Und am Wochenende fahren sie sogar nur alle Stunde", betont Michael Planer von der Bürgerstiftung. Diese will nun unbürokratisch Hilfestellung leisten und den ausbaufähigen Busfahrplan um eine Option ergänzen. Das Zauberwort heißt Mitfahrbank.

Vier dieser Sitzgelegenheiten mit Signalwirkung möchte die Bürgerstiftung im Ort aufstellen. Wer darauf Platz nimmt, der zeigt Autofahrern an: Mitfahrgelegenheit gesucht! Klingt nach einer ebenso urigen wie kuriosen Idee. "So kurios ist sie aber gar nicht. Ich habe solche Bänke in Urlaubsorten gesehen, aber auch in ganz Deutschland gibt es mittlerweile einige", verrät Planer. Im Taunus hat beispielsweise die Gemeinde Weilmünster bereits ein kleines Netzwerk an Mitfahrbänken etabliert. Mit dem dort zuständigen Verein hat sich die Bürgerinitiative Oberstedten ausgetauscht. Dabei ging es auch um das Thema Sicherheit.

"Bei mittlerweile über 6 000 Einwohnern kennt man natürlich nicht jeden", so Planer, "und zu einem völlig Fremden will man sich nicht ins Auto setzen." Daher würde die Bürgerinitiative vorab an interessierte Verkehrsteilnehmer Sticker ausgeben, die für Mitfahrbänkler gut sichtbar in der Windschutzscheibe angebracht werden. "Ausgegeben werden die Aufkleber nur an Personen, die uns persönlich bekannt sind. So ist für Sicherheit gesorgt."

Aufgestellt werden, so der Plan, jeweils zwei Bänke an den beiden Ortsausgangsstraßen - eine Bank pro Fahrtrichtung macht insgesamt vier Bänke. Als erster Standort ist der Äppelpark angedacht. Zusätzlich zur Sitzgelegenheit soll jeder Standort noch maßgefertigte Klappschilder erhalten. Auf diesen werden beliebte Zielorte eingetragen. "Außerdem können Bürger zu uns kommen und weitere Ziele einbringen", erklärt Planer. Die Schilder soll der örtliche Metallbauer "Hein & Gernhard" anfertigen.

Finanziert werden soll das Projekt per Crowdfunding. Auf "TaunaCrowd", dem Portal der Stadtwerke Oberursel, haben die Mitfahrbänke derzeit Spenden in Höhe von 1 360 Euro erhalten. Insgesamt werden 4 000 gebraucht. Bis einschließlich 15. Mai kann man noch mithelfen, das Projekt zu verwirklichen. Jeder Spender kann aus Dankesprämien auswählen, die Unternehmen aus Oberstedten bereitstellen. Darunter ein Rewe-Präsentkorb, ein Gutschein für "Magic Bowl", einen Basketball von Nike, einen Apfelsecco der Kelterei Stedten und vieles mehr. Sollte die Gesamtsumme innerhalb des Spendenzeitraums nicht zusammenkommen, erhalten alle Teilnehmer ihren Betrag zurück. Auf www.taunacrowd.de/mitfahrbank findet man weitere Infos sowie die Möglichkeit zur Spende.

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