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20 Modellbauer zeigen ihre schwimmenden Kreationen

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Jan Matthes Petersen (links) und Elias Tsokis präsentieren stolz ihr Boot Marke Eigenbau.
Jan Matthes Petersen (links) und Elias Tsokis präsentieren stolz ihr Boot Marke Eigenbau. © Jochen Reichwein

Die Schiffs-Modell-Gemeinschaft Oberursel hat am Wochenende zum Schaulaufen auf dem Maasgrundweiher eingeladen. Unter den Schiffsbauern waren auch Gäste aus den Niederlanden, die vor allem die Geselligkeit in der Brunnenstadt schätzen.

Sie waren eine Augenweide: Elegante Jachten, wendige Segelschiffe, große Rettungsschiffe oder auch funktionale Schlepper. Sie alle trafen sich nicht etwa an der Côte d’Azur, sondern auf dem Oberurseler Maasgrundweiher. Denn die Schiffs-Modell-Gemeinschaft Oberursel (SMGO) hatte am Pfingstwochenende zum jährlichen Schaufahren eingeladen.

Und viele waren diesem Ruf gefolgt. So campten am Weiher rund 20 Modellbauer aus dem In- und Ausland, unter ihnen auch Peter Manders aus den Niederlanden. „Wir waren schon einmal hier in Oberursel, und es gefällt uns sehr gut. Es ist gesellig und die Location ist toll“, sagt der 48-jährige Holländer. Er ist besonders stolz auf seinen Schlepper, der rund einen Meter lang und 15 Kilogramm schwer ist. „Der kann aber Passagierschiffe schleppen, die viel länger und schwerer sind als er selbst“, meint Manders. Besonders wichtig für jeden Modellbauer ist die Detailtreue.

Gespräch mit dem Kapitän

„Wir sprechen im Vorfeld mit dem Kapitän des Originals, schauen uns das Schiff an, machen viele Bilder davon und studieren seine Pläne“, erläutert der Holländer. Sein Modell ist der Nachbau eines Hochseeschleppers aus Arnheim, der auch schon im Golf von Mexiko unterwegs gewesen sei. „Ich baue seit rund 30 Jahren Modellschiffe. Das ist mein Ding. Mein Vater war Schiffer, ich bin quasi auf dem Wasser geboren, und das ist meine Art, diese Verbundenheit zu leben“, so Manders.

Yacht aus Mahagoni

Nicht ganz so lange dabei, aber genauso begeistert sind die beiden Nachwuchsbauer Jan (13) und Elias (12). Sie gehören zur Jugendabteilung der SMGO und kennen sich von der Schule. „Jan hat mit dem Modellbauen angefangen und hat mich einfach mitgenommen. Seitdem bin ich dabei geblieben“, meint Elias. Warum sie das machen? „Es beruhigt und macht Spaß zu sehen, was man geschafft hat“, sagen sie und präsentieren stolz ihre Schätze: eine Motorjacht aus Mahagoni, eine leuchtend weiße Jacht und einen Schlepper. „Ich habe einige Modellboote auf dem Maasgrundweiher fahren sehen, und als ich erfahren habe, dass man so etwas selbst bauen kann, da wollte ich das auch“, erinnert sich Jan an seinen Einstieg in den Verein vor einigen Jahren. „Wenn man die Box mit den vielen Einzelteilen auspackt, ist das schon ein tolles Gefühl. Wenn dann nach mehreren hundert Stunden Arbeit ein Schiff daraus entstanden ist, dann ist das unbeschreiblich“, schwärmt er.

Unterstützt werden die Jugendlichen dabei von Jugendwart Gerd Reeger. Der 74-Jährige hat schon unzählige Modelle zusammengesetzt, weiß, was es heißt, beispielsweise mit einer Säge umzugehen oder wie man es schafft, „dran zu bleiben“. Er selbst stellt beim Schaufahren seine „Kondor“ aus, ein Schnellboot der Bundesmarine. „Das Knifflige ist die Technik, die im Schiff steckt.“ Außer dem Knattern des Motors, dem Alarm oder dem Horn, ist das Boot mit Licht ausgestattet sowie mit Torpedos und Flugabwehrraketen, die sich heben, senken und auch drehen. „Ich habe zwei Jahre für den Bau gebraucht, wobei ich jeden Tag mehrere Stunden dran gearbeitet habe“, weiß Reeger. Die Jugend schaut anerkennend zu ihm auf und will es auch einmal so weit bringen.

„Das Modellbauen ist für den Nachwuchs sehr lehrreich. Die Kinder arbeiten mit Holz, Kunststoff, Metall und Elektrik und kommen so mit den verschiedensten Berufen in Berührung“, erläutert Dieter Baseler (75), ehemaliger Vorsitzender der SMGO. Jetzt hat sein Sohn die Nachfolge übernommen und zeichnet auch verantwortlich für das Schaufahren, das der Verein bereits seit 1990 auf dem Maasgrundweiher organisiert und das jährlich von 70 bis 80 Modellbauern besucht wird. Insgesamt zählt der SMGO derzeit 46 Mitglieder und fünf Jugendliche.

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